[WestG] [AKT] Erneut wurde eine Erinnerungsorte-Tafel zerstoert - Stadt Gelsenkirchen erstattet Anzeige
Holtrup, Sandra
Sandra.Holtrup at lwl.org
Fr Okt 19 09:38:47 CEST 2018
Von: "Stadt Gelsenkirchen" <pressestelle at gelsenkirchen.de>
Datum: 18.10.2018, 11:13
AKTUELL
Erneut wurde eine Erinnerungsorte-Tafel zerstört - Stadt Gelsenkirchen erstattet Anzeige
Bereits zum dritten Mal ist in diesem Jahr eine Erinnerungsorte-Tafel der Stadt Gelsenkirchen entwendet oder zerstört worden. Nachdem es bereits an der Nienhofstraße in Buer und im Stadtgarten Zerstörungen gegeben hat, ist nun die Erinnerungsorte-Tafel an der Waterbergstraße zerstört und entwendet worden.
Auffällig ist, dass jeweils Tafeln mit Bezug auf den Nationalsozialismus betroffen sind. Daher geht das Institut für Stadtgeschichte von gezielten Übergriffen auf die Gelsenkirchener Erinnerungskultur aus. Entsprechend wurden Anzeigen erstattet und der Staatsschutz eingeschaltet.
Zunächst war im Mai die Gedenktafel zur Erinnerung an den jüdischen Rechtsanwalt Emil Kochmann zerstört worden, dann wurde die Tafel im Stadtgarten, die an die dort im Frühjahr 1945 ermordeten sowjetischen Zwangsarbeiter erinnert, beschädigt. Jetzt hat es den Erinnerungsort an der Waterbergstraße getroffen, der auf die koloniale Erinnerungspolitik der Nationalsozialisten und den Genozid an den Herero und Nama durch die deutsche Kolonialmacht zwischen 1904 und 1908 im heutigen Namibia hinweist.
Die Stadtverwaltung Gelsenkirchen reagierte mit Abscheu und Empörung auf diese Taten, die offensichtlich das Gedenken an die Opfer von Völkermord und Naziherrschaft verhindern sollen. Sie wird auch in diesem Fall so schnell wie möglich für einen Ersatz sorgen.
Das Projekt "Erinnerungsorte" ist vom Rat der Stadt Gelsenkirchen am 27. Oktober 2005 beschlossen worden. An verschiedenen Orten im Stadtgebiet stellen Informationstafeln vergangene zentrale Ereignisse und Entwicklungen exemplarisch dar. Dabei wird vor allem, aber nicht nur an die Verbrechen des "Dritten Reiches" erinnert. Auch Aspekte der Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft werden thematisiert.
Das Projekt wird von bürgerschaftlichem Engagement getragen, insbesondere im Kontext der "Demokratischen Initiative", und vernetzt verschiedene erinnerungspolitische Initiativen. Die Umsetzung des Projekts koordiniert das Institut für Stadtgeschichte. Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es auf der Internetseite der Stadt Gelsenkirchen unter
https://www.gelsenkirchen.de/de/Stadtprofil/Stadtgeschichten/Erinnerungsorte/index.aspx.
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