[WestG] [AKT] Stadt Dortmund: Tonfiguren aus Dortmunder Ausgrabungen - Bausteine und Fundstücke Denkmalheft 08

Holtrup, Sandra Sandra.Holtrup at lwl.org
Mi Okt 18 12:06:08 CEST 2017


Von: "Verena Marie Huke" <vhuke at stadtdo.de> 
Datum: 16.10.2017, 13:04


AKTUELL

Tonfiguren aus Dortmunder Ausgrabungen - Bausteine und Fundstücke Denkmalheft 08 

"Der mediale Aufbruch am Ende des Mittelalters - Tonfiguren aus Dortmunder Ausgrabungen" ist der Titel des achten Heftes der Reihe Bausteine und Fundstücke - Dortmunder Denkmalhefte. 

Ein lehmverkrusteter Brocken aus einem Brunnen in der Dortmunder City gab beim Reinigen eine Besonderheit frei: eine kleine, noch sechs Zentimeter hoch erhaltene Tonstatuette aus dem 16. Jahrhundert. Dargestellt sind die heilige Anna, die Mutter Marias, und vor ihr ihre Tochter Maria mit dem Jesuskind. Diese bildliche Einheit, von der Anna ein Drittel verkörpert, führte zu der Bezeichnung "Anna Selbdritt". 

Fundstücke dieser Art waren Heilsbringer, Souvenir und Idol. Man erwarb sie als Andenken an Wallfahrten, verschenkte sie als Glücksbringer, nutzte sie als Modevorlagen und als Spielpüppchen. Besonders aber dienten sie der privaten Andacht. Man erbat sich von den Heiligen und von Jesus Christus Fürsprache am Tag des Jüngsten Gerichts, an dem über das eigene Schicksal (Himmel oder Hölle) entschieden werden würde. Möglichst viele Gebete und fromme Werke sollten das Seelenheil verbessern und so die Zeit im Fegefeuer nach dem Tod verkürzen, bevor man in den Himmel kam. 

Besonders am Ende des Mittelalters, im Vorfeld der Reformation, kam es zu einer fast übersteigerten Religiosität. Die Apokalypse, so glaubte man, werde sich noch zu Lebzeiten ereignen. Zu vielfältig waren die Vorzeichen: Naturkatastrophen, Missernten, Hungersnöte, seltsame Himmelserscheinungen, Krisen und Konflikte galten als untrügliche Vorboten des nahen Weltendes. Beten für die Glücksseligkeit: "Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt", lautete die Parole der Ablassprediger. Religiöse Leistung einkaufen - u. a. diese Kaufmannsmentalität trieb die Reformatoren wie Martin Luther an, die christliche Lehre wieder auf die Glaubensinhalte zu konzentrieren. 

Die neue Veröffentlichung "Der mediale Aufbruch am Ende des Mittelalters - Tonfiguren aus Dortmunder Ausgrabungen" ist das achte Heft der Reihe Bausteine und Fundstücke - Dortmunder Denkmalhefte. Es wird ab sofort kostenlos von der Denkmalbehörde im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt, vom Museum für Kunst und Kulturgeschichte und vom Stadtarchiv ausgegeben - solange der Vorrat reicht. 
Alle älteren Denkmalhefte stehen ebenfalls kostenlos zur Verfügung. Darüber hinaus können alle Hefte auf der Internetseite "www.denkmalbehoerde.dortmund.de" heruntergeladen werden. 


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