[WestG] [AKT] Newsletter der Westfalen-Initiative 06/2017
Holtrup, Sandra
Sandra.Holtrup at lwl.org
Mi Nov 29 14:21:02 CET 2017
Von: "Westfalen-Initiative" <inof at westfalen-initiative.de>
Datum: 29.11.2017, 12:10
AKTUELL
Newsletter der Westfalen-Initiative: aktuell. Informationen aus Westfalen-Lippe 06/2017
- Themenabend Heimat: Ministerin Scharrenbach ist für Ortsschilder mit plattdeutschen Namen
- Gemeinnützig-keitsrecht: Workshop bot Orientierung für Ehrenamtler
- Digitalisierung: Regionalräte fordern flächendeckend gleichwertige Infrastruktur
- Stadtentwicklung: Ostwestfalen-Lippe wird Vorbild für digitale Verwaltung
- Medizinische Versorgung: Weniger Krankenhäuser und mehr Patienten
- Wirtschaft: Preis würdigt unterneh-merisches Anpacken gesellschaftlicher Herausforderungen
- Arbeitsmarkt: Erste grenzüberschreitende Jobver-mittlung eröffnet
- Ehrenamt: IG Ledde gewinnt zweiten Platz beim Deutschen Bürgerpreis
- Leserbrief
- Termine
Themenabend Heimat: Ministerin Scharrenbach ist für Ortsschilder mit plattdeutschen Namen
Der Facettenreichtum des Begriffs "Heimat" wurde beim Themenabend "Biste Westfale, haste Heimat" der Stiftung Westfalen-Initiative deutlich, den Thomas Seim, Chefredakteur der Tageszeitung Neue Westfälische moderierte. Auf dem Podium im Bürgerzentrum Schulze Frenking in Nottuln-Appelhülsen war besonders NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach gefordert, zu erläutern, wie sie der Rückbesinnung auf die identitätsstiftende Kraft von Heimat in einer immer digitaleren Welt politisch Kontur geben will. "Wer Heimat nicht lebt, sie gar verachtet, dem fehlt ein Anker im Leben", bekräftigte Scharrenbach. Ganz konkrete Folgen haben wird die Veranstaltung ebenfalls: Die Ministerin sagte zu, dass künftig in NRW plattdeutsche beziehungsweise niederdeutsche Ortsnamen den Ortseingangsschildern hinzugefügt werden können. Sie sieht darin einen Beitrag zur Identitätsstärkung in den Gemeinden und Städten. Für einen entkrampften Umgang mit "Heimat" jenseits jeder Deutschtümelei plädierte Judith Schäpers, Mitarbeiterin der Regionale 2016 Agentur. Für Mithat Gedik, der als Schützenkönig in Werl-Sönnern wegen seiner Zugehörigkeit zum Islam und wegen der christlichen Tradition des Schützenwesens zur Abdankung aufgefordert wurde, machen besonders überschaubare nachbarschaftliche Strukturen sowie in Vereinen und Verbänden gepflegtes Brauchtum und Tradition die integrative Kraft von Gemeinschaft aus. Ganz praktische Aspekte des Wohn- und Lebensumfeldes, die das Wohlfühlen der Menschen direkt beeinflussen, hatte Ibbenbürens Baudezernent Uwe Manteuffel im Fokus. Und die Heimat stets auf engstem Raum in ihrem Bulli bei sich hatte Regionenschreiberin Claudia Ehlert bei ihrer Reise durch das Münsterland. Der von ihr am Themenabend gelesenen Text "Hier und Nichthier" vermittelte einen Eindruck der direkten Konfrontation von Vertrautem und Fremdem, die die junge Literatin auf ihrer Entdeckungstour erfuhr.
Gemeinnützigkeitsrecht: Workshop bot Orientierung für Ehrenamtler
Orientierung und Hilfestellung für Ehrenamtler bot ein Workshop über die rechtlichen Grundlagen steuerbegünstigter Körperschaften. In der Veranstaltung, die der Stiftungsverbund Westfalen-Lippe und die Stif-tung Westfalen-Initiative gemeinsam mit der Geschäftsstelle Engagementförderung Arnsberg anboten, gab Annika Maaßen von der Oberfinanzdirektion NRW einen umfassenden Überblick über die steuerrechtlichen Aspekte im Gemeinnützigkeitsrecht. Sie ging dabei auch auf Fragen ein, die bis zu Neuerungen durch das Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes reichten.
Digitalisierung: Regionalräte fordern flächendeckend gleichwertige Infrastruktur
Während einer zweiten gemeinsamen Tagung haben die Regionalräte Arnsberg, Detmold und Münster in Bad Sassendorf eine gleichwertige digitale Infrastruktur gefordert, egal ob in Dörfern, Städten oder Bal-lungsräumen. Der Ausbau der Breitbandversorgung sei für die Zukunft der Flächenregion Westfalen unverzichtbar. Bei der Tagung mit dem Schwerpunktthema Digitalisierung referierten Wissenschaftler, Experten aus Kommunen und Unternehmen. Das nächste der regelmäßig geplanten Treffen soll sich im kommenden Jahr mit dem Thema Gesundheitsversorgung befassen.
Stadtentwicklung: Ostwestfalen-Lippe wird Vorbild für digitale Verwaltung
Ostwestfalen-Lippe soll zum Vorbild im Bereich digitale Verwaltung werden. Dazu wird die Region ab 2018 zusammen mit vier weiteren Modellkommunen vom Land mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag gefördert. Sie sollen laut NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart innerhalb eines Jahres ein digitales Bürgerbüro mit leistungsstarken IT-Infrastrukturen entwickeln und spätestens ab 2020 sollen in den Verwaltungen die Akten vollständig elektronisch geführt werden. Ziel ist zudem ein digitales Gewerbeamt als Anlaufstelle für Unternehmen.
Medizinische Versorgung: Weniger Krankenhäuser und mehr Patienten
Die Zahl der Krankenhäuser in Westfalen ist seit dem Jahr 2000 um 65 auf 172 gesunken. Die Zahl der Betten nahm im selben Zeitraum um mehr als 8.000 auf rund 57.700 ab. Jedoch werden fast 300.000 Patienten mehr stationär behandelt. Ihre Gesamtzahl stieg im vergangenen Jahr auf mehr als 2,2 Millionen. Das Statistische Landesamt weist außerdem mehr medizinisches Personal aus: Die Zahl der Ärzte erhöhte sich um mehr als 6.500 auf rund 18.200, die Zahl der Pfleger um rund 1.200 auf etwa 50.000. Besonders betroffen von Krankenhaus-Schließungen und Fusionen ist der ländliche Raum mit kleineren Kliniken. So reduzierten sich die Krankenhäuser im Kreis Gütersloh von acht auf drei, im Kreis Höxter von sechs auf zwei und im Hochsauerlandkreis von 17 auf elf. Ursache der Entwicklung sind der medizinische Fortschritt und die Umstellung des Vergütungssystems auf sogenannte Fallpauschalen. Vor 16 Jahren lagen Patienten durchschnittlich noch etwa zehn Tage im Krankenhaus. Heute sind es rund drei Tage weniger.
Wirtschaft: Preis würdigt unternehmerisches Anpacken gesellschaftlicher Herausforderungen
Zum siebten Mal schreibt die Bertelsmann Stiftung zusammen mit dem Verein "Unternehmen für die Region" und in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks den Unternehmenswettbewerb "Mein gutes Beispiel" aus. Gewürdigt wird das kreative und unbürokratische Anpacken gesellschaftlicher Herausforderungen, sei es bei der Arbeit im Betrieb oder durch kreative Projekte und Kooperationen. Ausgezeichnet werden Initiativen und Projekte, die zwar vorrangig regional ausgerichtet sind, aber deutschlandweit Vorbild für andere sein können. Ein Sonderpreis wird in diesem Jahr zum Thema "Demokratie stärken - Toleranz leben" vergeben. Er soll Unternehmen würdigen, die politische Partizipation und Bildung vorantreiben. Bewerbungen sind möglich bis zum 13. Januar 2018 unter www.mein-gutes-beispiel.de.
Arbeitsmarkt: Erste grenzüberschreitende Jobvermittlung eröffnet
Die Suche nach Fachkräften oder einem Arbeitsplatz jenseits der deutsch-niederländischen Grenze soll in beiden Staaten einfacher wer-den. Mit dem "GrensWerk" hat die Agentur für Arbeit Coesfeld gemeinsam mit Partnern die erste Einrichtung für grenzüberschreitende Arbeitsplatzvermittlung in der Region eröffnet. In der Einrichtung sitzen Arbeitsmarktexperten der Stadt Enschede, der Euregio sowie der Agenturen für Arbeit Coesfeld, Nordhorn und Rheine. Sie unterstützen Arbeitgeber bei der Personalsuche und Menschen, die einen Job in der Grenzregion möchten; zusätzlich gibt es auch Beratung zu Themen wie der Sozialversicherung. Die Zusammenarbeit beider Nationen am Arbeitsmarkt wurde bislang bereits unter anderem durch das Eures-Portal zur beruflichen Mobilität praktiziert, jedoch gibt es mit dem "GrensWerk" nun erstmals eine feste Institution, die Kompetenzen von beiden Seiten der Grenze bündelt.
Ehrenamt: IG Ledde gewinnt zweiten Platz beim Deutschen Bürgerpreis
Die IG Ledde aus Tecklenburg, die 2015 Preisträger im Ehrenamtswettbewerb "Westfalen bewegt" der Westfalen-Initiative war, hat beim Deutschen Bürgerpreis 2017 in der Kategorie Alltagshelden den zweiten Preis gewonnen. Mit ihrem Projekt "Bürger helfen Bürgern" organisiert die Interessengemeinschaft Nachbarschaftshilfe. So gibt es zum Beispiel sogenannte Kümmerer, die mit handwerklichem Geschick Nachbarn ehrenamtlich unterstützen. Außerdem hat die Initiative einen Tauschring mit eigener Währung - dem Ledde-Taler - eingerichtet. Dort bieten sich Bürger gegenseitig Handwerks- und Dienstleistungen an. Insgesamt bewarben sich in den drei ausgeschriebenen Kategorien bundesweit über 1.400 Engagierte um den bundesweit größten Ehrenamtspreis oder wurden vorgeschlagen.
Leserbrief
Mit großem Interesse lese ich immer Ihren Newsletter "aktuell - In-formationen aus Westfalen-Lippe"! In der Ausgabe No. 5 fand ich einen Bericht über Elektroladesäulen, die nach einer Untersuchung der Universität Duisburg-Essen oft noch Mangelware seien. Dies mag in vielen (Groß-)Städten Westfalens der Fall sein, nicht aber in der südwestfälischen Stadt Warstein. Wir haben mittlerweile 21 Ladepunk-te, viele davon gespeist aus erneuerbaren Energien. Bei einer offiziellen Einwohnerzahl gemäß IT-NRW in Höhe von 25.154 bedeutet dies einen westfalen- und vermutlich auch bundesweit einmaligen Versorgungsgrad von nicht einmal 1.200 Einwohner pro Ladepunkt. ... Der ländliche Raum Westfalens hat bei diesem Thema mit der Stadt Warstein viel zu bieten! Hoffentlich ist diese Entwicklung bzw. dieses "Gegenbeispiel" Grund für eine positive Nachricht zur Elektromobilität in Westfalen in Ihrem Newsletter "aktuell - Informationen aus Westfalen-Lippe". Wie sehen Sie das?
Dr. Thomas Schöne
Bürgermeister
Stadt Warstein
Dieplohstraße 1
59581 Warstein
Termine
Dienstag, 5. Dezember
Eröffnung der Ausstellung "Unerwartete Begegnungen" um 18 Uhr im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Gezeigt werden rund 140 Objekte von 37 Künstlern aus der Sammlung der Westfälischen Provinzial, darunter westfälische Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeiten internationale Strahlkraft haben.
Freitag, 8. Dezember
10 bis 18 Uhr Enablingcamp zum Thema "Innovation und Region" für das Münsterland bei Tobit.Software, Parallelstraße 41, in Ahaus.
Dienstag, 30. Januar
Ab 10 Uhr Referat "Aktuelle Konservierungen mit-telalterlicher Glasmalerei in Westfalen" von Dr. Dirk Strohmann in der Glashütte Gernheim in Pe-tershagen.
16./17. April 2018
Auftakt der Weiterbildungsreihe "Freiwilligenmanagement 2.0 - Zukunfststrategien für Organisationen" in der Akademie Franz Hitze Haus Münster. Informationen unter www.weiterbildung-sozialwesen.de
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte