[WestG] [AKT] Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter

Kleine, Pia Pia.Kleine at lwl.org
Mi Jun 21 11:54:48 CEST 2017


Von: "Villa ten Hompel" <noreplyvth at stadt-muenster.de> 
Datum: 19.06.17, 17:17


AKTUELL

Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter

Ausblick
- 2 Vorträge "Junge Wissenschaft", Mi. 21.6., 19 Uhr, K. Schulte, A.-L. Herkenhoff
anschließend Diskussion
 
- Völkisch, jung und aktionistisch - die Identitären als neurechte "Jugendbewegung"?
Anna-Lena Herkenhoff (Münster) 
Im Herbst 2012 tauchte in Deutschland mit den Identitären eine neue rechte Gruppierung auf. Sie machen seither immer wieder von sich reden durch öffentlichkeitswirksam insze-nierte Aktionen. Sie "besetzen" öffentliche Gebäude mit Transparenten und Spruchbän-dern oder schwenken ihre schwarz-gelben Lambda-Fahnen auf symbolträchtigen Denk-mälern wie dem Brandenburger Tor. Ihre Aussagen richten sich gegen multikulturelle Gesellschaftsentwürfe, gegen "den Islam" und gegen Zuwanderung - mit traditionellen rechtsextremen oder neonazistischen Gruppierungen will man aber vorgeblich nichts gemein haben. Die Identitären beziehen sich stattdessen affirmativ auf die Ideen, Vorbilder und Theoriekonzeptionen der sogenannten "Neuen Rechten". Eine aktionistische Jugendbewegung der "Neuen Rechten" also? Im Fokus stehen Selbstdarstellung sowie die Positionen und Inhalte der Identitären Bewegung vor dem Hintergrund ihres neurechten Bezugsfeldes.  
Anna-Lena Herkenhoff studierte Soziologie, Neuere und Neueste Geschichte und Romanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU). Aktuell ist sie pädagogisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Münster im Geschichtsort Villa ten Hompel. 
Junge Wissenschaft: In Kooperation mit dem Evangelischen Forum Münster e.V. und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V.

 
- Jakob Sporrenberg und das Massaker "Aktion Erntefest" in Lublin 1943
Kathrin Schulte (Münster) 
"Zu schwach um nein zu sagen" urteilte der britische Captain A. Francis über den in Düsseldorf geborenen SS- und Polizeiführer Lublin, Jakob Sporrenberg. Dieser hatte die "Aktion Erntefest" verantwortet, eine Massenerschießung, bei der am 3. November 1943 in Majdanek und weiteren Orten im deutsch besetzten Lublin etwa 42.000 Menschen zum Opfer fielen, die meisten von ihnen Juden. Sporrenberg, vor dem Massaker degradiert und im Konflikt mit Heinrich Himmler, wurde in der Historiographie bislang weitestgehend vernachlässigt. 
Ihm unterstanden während der "Aktion Erntefest" mehrere Mitarbeiter, die vor allem ein Merkmal mit ihm teilten: die Zugehörigkeit zur sogenannten Kriegsjugendgeneration. Allerdings erklärt eine solche Generationszugehörigkeit nicht allein, wie Männer zu NS-Tätern wurden. Diesbezüglich bietet die Täterforschung mit neuen Theorien großes Potential, diese Gründe am Beispiel Sporrenberg zu ermitteln und hinterfragen. 
Kathrin Schulte studierte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) und schloss mit dem Master of Arts Geschichte mit dem Schwerpunkt Nationalsozialismus ab. Auf das Thema ihrer Arbeit stieß sie während ihres Praktikums in der Villa ten Hompel. 
 
 
 

- Führung, So. 25.6., 15 Uhr
Kostenlose öffentliche Führung durch die Dauerausstellung "Geschichte-Gewalt-Gewissen" 
Dauer: 60 Minuten 
Eintritt frei, Spenden nützen unserem Förderverein 
Mehr dazu unter: http://www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel/veranstaltungen/2017-5-28-oeffentliche-fuehrung.html 
 
 
Rückblick
 
- Internationale Bestsellerautorin Deborah Feldman begeisterte mit Buchpremiere in der Villa ten Hompel
Die amerikanisch-deutsche Bestellerautorin Deborah Feldman landete mit ihrem Debüt "Unorthodox" einen Welterfolg. Die autobiografische Erzählung über den Ausstieg aus einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinschaft in New York verkaufte sich millionenfach. 
Ihr neues Buch "Überbitten" hatte nun Weltpremiere in der Villa ten Hompel. Die Publikumsresonanz war enorm, die begeisterten Besucherinnen und Besucher lauschten nicht nur gebannt im Vortragssaal, sondern auch in zwei Ausstellungssälen per Beamerübertragung. 
In "Überbitten" berichtet Deborah Feldman eindringlich und poetisch über ihr neues Leben in Freiheit und Selbstbestimmtheit zwischen Amerika und Deutschland. Sie folgt ihrem Traum, gemeinsam mit ihrem Sohn ein freies selbstbestimmtes Leben zu führen. Ihr Alltag wird zum Überlebenskampf, und trotz existentiell bedrohlicher Armut und andauernder Einsamkeit gelingt ihr das Unvorstellbare: Mit der Publikation ihres Bestsellers Unorthodox 2012 wird sie über Nacht zum Medien-Star. Aber sie findet nicht, was sie sucht. Sie verlässt New York, um auf dem Land die Werke der europäischen Literatur zu lesen, und beginnt zu ahnen, dass ihre Wurzeln in Europa liegen. Instinktiv begibt sie sich auf die Spurensuche ihrer geliebten Großmutter, die den Holocaust überlebt hat, und sie reist zum ersten Mal nach Europa. 
Hin- und hergerissen zwischen Ängsten, Vorurteilen und Zweifeln und dem ersten Gefühl eines Ankommens, wird sie schließlich in Berlin in genau jenem Land Wurzeln schlagen, das die Satmarer Chassidim als das Übel schlechthin begreifen. Bildstark und eindringlich erzählt Deborah Feldman ihre Geschichte. Sie ist das Zeugnis einer Frau, der es nach langem, erkenntnisreichem Weg gelungen ist, ihren Traum zu verwirklichen. Mit "Überbitten" stellt sie sich in die Tradition der Aufklärung des europäischen jüdischen Humanismus. 
 

 
- Kräfte bündeln für neue Kooperation
Das Gelsenkirchener Gauß-Gymnasium, die Kardinal von Galen-Gesamtschule Nordwalde und der Geschichtsort Villa ten Hompel heben neue Bildungspartnerschaften gemeinsam aus der Taufe. 
Das Gelsenkirchener Carl Friedrich Gauß Gymnasium und der Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster haben einen innovativen Kooperationsvertrag geschlossen. Verbindlich festgeschrieben sind damit Projekte, die Schülerinnen und Schülern die Auseinandersetzung mit Zeitgeschichte und Fragen nach Zivilcourage, mehr Toleranz, Minderheitenschutz und Menschenwürde ermöglichen - so beispielsweise im altersgerechten Lernparcours namens "Demokratiedschungel", der besonders beliebt in Klassen des 9. Jahrgangs ist. 
Mehr zur "BiPa" online auf www.bildungspartner.nrw.de 
Bildinformation: Powern für Projekte, die auch Persönlichkeiten bilden: Oberstudiendirektor Frank Kaupert (r.), Schulleiter des Carl Friedrich Gauß-Gymnasiums im Ruhrgebiet, und Dr. Christoph Spieker (l.) als Direktor des Geschichtsortes Villa ten Hompel in Münster unterzeichneten im Beisein von Studienrätin Lisa Rodenhäuser aus der Fachkonferenz Geschichte jetzt in Gelsenkirchen einen Kooperationsvertrag. 
Foto: Stefan Querl

 
- Ökumenische Gedenkreise setzt Zeichen in Rom
Ernsthaft und konzentriert Zeichen setzen für die Ökumene, für eine Aussöhnung und für das Erinnern an die NS-Zeit - das waren zentrale Anliegen des Trios aus Münster und dem Kreis Coesfeld, das jetzt zum Reformationsjahr eine Gedenk- und Studienreise nach Rom leitete. 
Pastor Ferdinand Hempelmann (r.), katholische Pfarrei St. Pankratius in Buldern, Pfarrerin Susanne Falcke aus der Evangelischen Kirchengemeinde in Dülmen und Stefan Querl (l.) von der Stadt Münster, Mitglied des Reformierten Bundes und des Freundeskreises der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem Israel, feierten mit 50 Erwachsenen Gottesdienst im Vatikan sowie an den Katakomben. Am früheren Ghetto nahe des Tiber-Ufers würdigte Stefan Querl als Mitarbeiter des Geschichtsortes Villa ten Hompel vor allem die jüdischen Deportationsopfer und weitere italienische Verfolgte. Er sprach dabei das zweischneidige protestantische Erbe Martin Luthers im Blick auf das christliche Verhältnis zu den jüdischen Glaubensgeschwistern an. 
Foto: Dr. Martin Olbrich, Buldern. 
Mehr dazu unter: http://www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel/startseite.html 
 
 
INFO 

Aktuelle Informationen aus der Villa ten Hompel finden unter: http://www.muenster.de/stadt/villa-ten-hompel

Stadt Münster, Geschichtsort Villa ten Hompel 
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster







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