[WestG] Vortrag von Prof. Dr. Freitag: Die Reformation in Westfalen, Gelsenkirchen, 10.01.2017

Kleine, Pia Pia.Kleine at lwl.org
Mi Jan 4 14:24:13 CET 2017


Von: "Benjamin Bork" <benjamin.bork at gelsenkirchen.de>
Datum: 04.01.2017, 13:35 
 
 
AKTUELL

Vortrag von Prof. Dr. Freitag: Die Reformation in Westfalen: regionale Vielfalt, Bekenntniskonflikt und Koexistenz, Gelsenkirchen, 10.01.2017
 
Westfalens Landkarte des 16. Jahrhunderts zeigt sich als Flickenteppich. In kleineren und größeren Territorien, Autonomie-, Bischofs- und Landstädten, aber nur in einer Reichsstadt (Dortmund), in Adelsherrschaften, die sich über wenige Dörfer erstreckten und in Klöstern und Stiften ging es wie anderswo in Deutschland darum, die Reformation einzuführen bzw. zu verhindern. Werner Freitag, Landeshistoriker an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, unternimmt es in seinem Vortrag, die verschiedenen Verläufe der Reformation darzustellen und typologisch zu bündeln. Es gab städtische, landesherrliche, bischöfliche, sodann auf das Territorium bezogene ständische sowie "Adels- und Pfarrerreformationen". Ebenso aber gab es auch Städte und Territorien in Westfalen, etwa das Münsterland, wo es "nur" zu einer evangelischen Bewegung kam, die nicht in eine Reformation mündete, oder wo ein vermittelnder Weg im Sinne der humanistischen Reform eingeschlagen wurde (Grafschaft Mark und Ravensberg). 
Der Blick des Landeshistorikers erstreckt sich in dem Vortrag nicht nur auf die zentralen Ereignisse und Verlaufsformen der städtischen und territorialen Reformation, sondern es wird auch der Alltag in den Pfarreien um 1550 untersucht: Wurden das neue Bekenntnis (in Westfalen war es das Martin Luthers) und die neue Liturgie (Luthers Deutsche Messe) tatsächlich eingeführt? Kam es zu einer von der Papst- und Bischofskirche klar geschiedenen neuen Kirchenorganisation? Erstaunliches kommt zutage: der unvollkommene Verwaltungsaufbau, die Existenz liturgischer Mischformen, die Kontinuität der Pfründen, aber auch das "Einsickern" des reformatorischen Laienkelchs und der neuen Lieder in formal katholisch gebliebenen Regionen Westfalens, wie etwa im Münsterland und in der Grafschaft Mark. 
Prof. Dr. Werner Freitag ist Inhaber der Professur für westfälische Landesgeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und wissenschaftlicher Vorstand des Instituts für vergleichende Städtegeschichte Münster (und 2. Vorsitzender der Historischen Kommission für Westfalen). 
 
 
INFO
 
Veranstaltungsdaten:
Vortrag: Die Reformation in Westfalen: regionale Vielfalt, Bekenntniskonflikt und Koexistenz 
Datum: Dienstag, 10.01.2017, 19:00 Uhr
Ort: Kultur- und Bürgerzentrum Schloss Horst
Turfstraße 21, 45899 Gelsenkirchen
Tel.: 0209/169-6163
E-Mail: schloss.horst at gelsenkirchen.de
 
Kontaktdaten:
Benjamin Bork
Museum Schloss Horst
Turfstraße 21, 45899 Gelsenkirchen
Tel.: 0209/169-6131
E-Mail: benjamin.bork at gelsenkirchen.de



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