[WestG] [AKT] Kirchengeschichte in der Zehntscheune, Rheda-Wiedenbrueck, 28.10.-29.10.2016

Pattberg, Julia Julia.Pattberg at lwl.org
Mi Sep 14 11:43:53 CEST 2016


Von: "Carina Stöckl" carina.stoeckl at vhs-re.de
Datum: 14.09.2016, 10:35 
 
 
AKTUELL
 
Kirchengeschichte in der Zehntscheune

Durch die politische Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress gelangte Westfalen an Preußen. 1815 wurde eine Provinz dieses Namens geformt; sie wurde von einem Oberpräsidenten geleitet und in die Regierungsbezirke Arnsberg, Minden und Münster gegliedert. Die Regierung Minden verabschiedete am 18. Oktober 1816 eine Einteilung ihres Bezirks in 13 Kreise. Einer davon war der Kreis Wiedenbrück; gebildet wurde er aus drei Territorien des Alten Reiches, nämlich der Grafschaft Rietberg, dem Fürstbischöflich-Osnabrückischen Amt Reckenberg und der Herrschaft Rheda.
Somit stellte dieser Kreis eine Brücke dar zwischen dem schon seit 1614 brandenburgisch-preußischen Minden-Ravensberg und den von Preußen säkularisierten und annektierten Hochstiften Paderborn und Corvey. Bezirks- und Kreisgrenze sind zu sehen auf der damals entstandenen "Charte vom Königlich Preussischen Regierungsbezirke Minden nach seiner Eintheilung in 13 Kreise", gezeichnet von Leutnant B. von Witzleben.
Wiedenbrück war seit karolingischer Zeit die Wiege des Christentums an der Oberen Ems. Es wurde 1816 unumstritten Sitz des Landrates des neuen Kreises, obwohl die lutherisch geprägte Gemeinde Gütersloh damals bereits eine dreifach höhere Einwohnerzahl hatte als Wiedenbrück (5667 gegenüber 1843). Wie in Wiedenbrück dominierte in allen anderen Kommunen des neuen Kreises das katholische Bekenntnis, abgesehen von der konfessionell reformierten Stadt Rheda (1505 Einwohner). Nachdem 1819 der Osnabrücker Weihbischof Carl Clemens von Gruben letztmals die Firmung gespendet und "rührend Abschied genommen hatte" - so in der Clarholzer Gemeindechronik die Worte des Pfarrers Clemens von Pfeuffer OPraem" , kam das Dekanat Wiedenbrück aufgrund der Bulle "De salute animarum" vom 16. Juli 1821 und deren Publikation am 23. August 1821 durch Königliche Kabinettsordre an das Bistum Paderborn. 
1973 wurde der Kreis Wiedenbrück zugunsten des Kreises Gütersloh aufgelöst. Als "ErfolgsKreis-GT.de" bezieht dieser seine Identität fast ausschließlich aus seiner Wirtschaftsstärke. Für viele Menschen ist das unbefriedigend. Der Kreis Wiedenbrück hatte eine historisch gewachsene Identität. Daran will dieser Studientag mit seinen Vorträgen erinnern. Denn: "Die Stunde ist gekommen, gemeinsam das Europa aufzubauen, das sich nicht um die Wirtschaft dreht, sondern um die unveräußerlichen Werte; das Europa, das mutig seine Vergangenheit umfasst und vertrauensvoll in die Zukunft blickt, um in Fülle und voll Hoffnung seine Gegenwart zu leben; das Europa, das den Himmel betrachtet und Ideale verfolgt, das auf den Menschen schaut, ihn verteidigt und schützt; das Europa, das auf sicherem, festem Boden voranschreitet - ein kostbarer Bezugspunkt für die gesamte Menschheit." (Papst Franziskus, Schlussworte seiner Ansprache an das Europa-Parlament in Straßburg am 24. November 2014. Am 6. Mai 2016 verlieh ihm die Stadt Aachen den Internationalen Karlspreis für Verdienste um die Einigung Europas.)

Programm:

Freitag, 28. Oktober 2016, 18:00 Uhr
Lesung aus Annette von Droste-Hülshoff: "Bilder aus Westfalen", mit musikalischer Rahmung am Spinett

Studientag in der Zehntscheune am Samstag, 29. Oktober 2016:

9.30 Uhr:
Direktor Dr. Hermann Queckenstedt (Osnabrück),
Der Abschied des Landes an der Oberen Ems vom Bistum Osnabrück (Arbeitstitel)

11.15 Uhr:
Prof. Dr. Alwin Hanschmidt (Vechta),
Die Anfänge des Kreises Wiedenbrück 1816-1848 (Arbeitstitel)

12.45 Uhr:
Mittagspause, anschließend geführter Rundgang durch die Clarholzer Klosteranlage mit Prof. Dr. Johannes Meier

14.30 Uhr:
Dr. Rüdiger Krüger (Wiedenbrück),
Der Klerus des Wiedenbrücker Landes im Spiegel des Schrifttums von Luise Hensel (1798-1876) (Arbeitstitel)

16.00 Uhr:
Prof. Dr. Michael Hettinger (Mainz),
Jodokus Temme (1798-1881). Von Wiedenbrück nach Berlin "ein Juristenleben zwischen der "Liberalitas" des Alten Reiches und preußischem Autoritarismus"(Arbeitstitel)
 
 
INFO
 
Veranstaltungsdaten:
Kirchengeschichte in der Zehntscheune
Datum: 28.-29.10.2016
VHS Reckenberg-Ems
Kirchplatz 2
33378 Rheda-Wiedenbrück
Tel.: 05242 9030101
E-Mail: carina.stoeckl at vhs-re.de

URL: www.vhs-re.de

 
Kontakt:
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Kirchplatz 2
33378 Rheda-Wiedenbrück
 
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