[WestG] [AKT] "Denkmalpflege ist eine Gemeinschaftsaufgabe" - LWL-Kulturdezernentin ueber Foerdermittel und Kulturvermittlung fuer Kinder

Pattberg, Julia Julia.Pattberg at lwl.org
Mo Sep 12 11:40:32 CEST 2016


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org> 
Datum: 09.09.2016, 15:05


AKTUELL

"Denkmalpflege ist eine Gemeinschaftsaufgabe" - LWL-Kulturdezernentin über Fördermittel und Kulturvermittlung für Kinder 

LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale nimmt den Tag des offenen Denkmals als Anlass, um auf die Bedeutung von Fördermitteln für die Denkmalpflege hinzuweisen und für die Vermittlung des kulturellen Erbes an Kinder- und Jugendliche zu plädieren.

Frau Rüschoff-Thale, warum ist der Tag des offenen Denkmals für Sie besonders wichtig?
Der große Erfolg dieses Formates unterstreicht die Bedeutung unserer Kulturzeugnisse für die Bürgerinnen und Bürger, denn die in unseren Denkmälern ablesbare Geschichte stiftet Identität und Orientierung. Er zeigt, wie wichtig die direkte Begegnung mit den Objekten in Kombination mit fundierten Führungen ist. 

Warum hat sich der LWL mehrfach kritisch zum Thema Denkmalfördermittel des Landes NRW geäußert?
Denkmäler sind wichtige gesellschaftliche Erinnerungsorte. Deren Schutz und Pflege ist auf gemeinschaftliches Handeln angewiesen. Aber Denkmaleigentümer oder bürgerschaftliche Initiativen benötigen staatliche Unterstützung. Beispielsweise braucht ein Verein Barmittel, um Materialien für die Instandsetzung eines Baudenkmals zu kaufen und kein Darlehen. Mit unserer Kritik am Land Nordrhein-Westfalen, das 2014 die direkte Denkmalförderung weitgehend durch Darlehnsprogramme ersetzt hat, appellieren wir an die Landesregierung sich ihrer im Denkmalschutzgesetz verankerten Verantwortung zu stellen. 

Wie kann man aus ihrer Sicht Denkmale am besten erhalten und pflegen?
Denkmalpflege ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Nur partnerschaftlich kann es uns gelingen unsere Denkmäler zu erhalten. Die Pflege und Erhaltung wertvollen Kulturgutes durch ehrenamtlich tätige Bürger, die sich in Stiftungen, Fördervereinen oder einfach als Privatpersonen für den Erhalt unseres historischen Kulturgutes engagieren, ist hierzu ein wesentlicher und besonders wertvoller Beitrag. Um die Qualität des Lebensumfeldes beurteilen oder mitgestalten zu können, ist eine entsprechende kulturelle Bildung nötig. Mir liegt es daher besonders am Herzen, dass Kinder und Jugendliche für die Wahrnehmung ihrer alltäglichen Umgebung sensibilisiert werden. Nur wenn sie es gelernt haben, auch die historischen Spuren ihrer Stadt zu lesen und zu verstehen, können sie später verantwortungsvoll mit unserem kulturellen Erbe umgehen. 

Welche Verantwortung übernimmt der LWL in der Denkmalpflege?
Als Kulturdienstleister beraten unsere Denkmalpfleger und Archäologen die 231 Städte und Gemeinden Westfalen-Lippes fachlich in allen Angelegenheiten des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege und unterstützen diese bei Projekten. Sie erstellen Fachgutachten, erforschen den Bestand denkmalwerter sowie landschafts- und baukulturell bedeutender Objekte. Wir geben das umfangreiche Wissen unserer sechs Kulturdienste und sechs wissenschaftlichen Kommissionen zum kulturellen Erbe in Westfalen-Lippe gezielt weiter, damit der historische Kontext, unter anderem in Planungsprozessen, achtsam berücksichtigt wird.



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