[WestG] [AKT] Nichts zu sehen - nichts geschehen? - Vortrag im Plenarsaal des LWL-Landeshauses ueber die Wahrnehmung von Geschichte im oeffentlichen Raum, Muenster, 21.04.2016

Pattberg, Julia Julia.Pattberg at lwl.org
Mi Mär 30 10:30:02 CEST 2016


Von: "Kathrin Nolte" <Kathrin.Nolte at lwl.org>
Datum: 30.03.2016, 10:22


AKTUELL

Nichts zu sehen - nichts geschehen? - Vortrag im Plenarsaal des LWL-Landeshauses über die Wahrnehmung von Geschichte im öffentlichen Raum

Es gibt keinen Ort ohne Geschichte, aber es gibt zahllose Orte, an denen von ihrer Geschichte nichts zu sehen ist. Der Künstler Wolfram P. Kastner zeigt auf Einladung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) am Donnerstag, 21. April 2016, um 19 Uhr im Plenarsaal des LWL-Landeshauses in Münster an Beispielen auf, wie man Geschichte vergegenwärtigen und Erinnerung für die Zukunft ermöglichen kann. In seinem Vortrag "(un)sichtbare Geschichte? oder: damit kein Gras über die Geschichte wächst." thematisiert der Münchner den politischen und historischen Umgang mit der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland und Österreich.   

"Wegsehen und Schönsehen scheint eine weit verbreitete Sehstörung zu sein, die wahrscheinlich auch politische Ursachen hat", sagt Kastner über den Antrieb seiner Arbeit. Zu einer seiner bekanntesten Kunstaktionen zählt "Die Spur der Bücher", mit der Kastner jährlich an die Bücherverbrennung im Jahr 1933 in Deutschland erinnert. Dazu brennt der Künstler auf dem Königsplatz vor der Antikensammlung in München, an der Stelle der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten, eine Brandspur in den Rasen. Außerdem lesen Autoren, Politiker, Schauspieler, Studierende und Schüler unter dem Motto "München liest - aus verbrannten Büchern" Texte von Schriftstellern, deren Bücher ab 1933 in mehr als 60 deutschen Städten verbrannt wurden.

Hintergrund
Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte organisiert die Abendveranstaltung im Rahmen der Tagung "Erinnerung, Ehrung, Politik. Zum Umgang mit Ehrungen und Erinnerungen nach 1945", die am 21. und 22. April 2016 im Plenarsaal des LWL-Landeshauses stattfindet. Wissenschaftler diskutieren in drei Sektionen über Denkmäler und Gedenkorte in Westfalen im Vergleich mit anderen Städten und Regionen seit 1945. Zudem werden Auseinandersetzungen um einzelne Personen untersucht, die mit Ehrenbürgerschaften, Skulpturen, Erinnerungstafeln oder Stolpersteinen und als Namensgeber von Preisen und öffentlichen Einrichtungen geehrt wurden oder deren Ehrungen aberkannt werden sollen. Zum Abschluss der Tagung werfen die Wissenschaftler einen vergleichenden Blick auf die zum Teil heftig geführten Konflikte, die es in der jüngsten Zeit im Umfeld von Straßenumbenennungen gab. Als Beispiele dienen Münster, Oldenburg und Wien.


INFO

"(un)sichtbare Geschichte? oder: damit kein Gras über die Geschichte wächst."
Vortrag von Wolfram P. Kastner
Donnerstag, 21. April 2016
19 Uhr im Plenarsaal des LWL-Landeshauses
Eintritt frei        



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