[WestG] [AKT] Vortrag: 400 Herforder in Asien im 17. und 18. Jahrhundert bei der Vereinigten Ostindischen Kompagnie, Herford, 07.07.2016

Pattberg, Julia Julia.Pattberg at lwl.org
Mi Jun 22 09:28:03 CEST 2016


Von: "Christoph Laue" <C.Laue at Kreis-Herford.de> 
Datum: 20.06.2016, 09:37


AKTUELL
 
Vortrag: 400 Herforder in Asien im 17. und 18. Jahrhundert bei der Vereinigten Ostindischen Kompagnie

Jos Kaldenbach, Alkmaar (NL): 400 Herforder in Asien im 17. und 18. Jahrhundert bei der Vereinigten Ostindischen Kompagnie
 
Am Donnerstag, 7. Juli 2016, 19 Uhr, Historischer Sitzungssaal im Kreishaus Herford, Amtshausstr. 2 (Achtung: abweichender Ort)
 
(Eintritt frei, um eine Spende wird gebeten)
  
Ein kleines Land wie Holland, das sich zeitweise zur stärksten Wirtschaft Europas entwickelte, das gab es nur mit deutscher - und auch Herforder - Hilfe! Die Republik der sieben Vereinigten Niederlande konnte sich im 17. Jahrhundert nur zur Weltmacht entwickeln, weil die Einwanderung und Wanderung - also Saisonarbeiter - besonders aus dem benachbarten Deutschland die Defizite im heimischen Arbeitsmarkt wettmachten. 
 
Das größte Unternehmen der Welt in dieser Zeit war die Verenigde Oostindische Compagnie (VOC/ OIC), die mittels Aktien - die ersten der Welt - und Schiffspaten so viel Kapital auch von Deutschen sammelte, dass sie Schiffe, Geld und Güter nach Ost- und Westindien und Umgebung schicken konnte, um Handel zu treiben. Tauschhandel war dabei sehr wichtig, aber auch Silber, Gold und seltene Produkte - manchmal "peperduur" (sündhaft teuer) - wurden genutzt.
 
Jos Kaldenbach hat bei seinen Recherchen auch etwa 400 Herforder gefunden, die im 17. und 18. Jahrhundert in der VOC aktiv waren. Er wird ihre bisher weitgehend unbekannten Schicksale mit all ihren Daten, Berufen, Schiffen, Sterbefällen oder manchmal heilen Rückkehr im Vortrag schildern.
 
Die vielen Hunderttausende Deutsche die in der VOC als Soldat oder Seemann oder Händler mitfuhren - fast 50 % der Gesamtbelegschaft -, wurden schon digital erschlossen, wie Jos Kaldenbach schon einige Male vor deutschen und niederländischen Vereinen schildern durfte. Sie sind mittels URL: http://vocopvarenden.nationaalarchief.nl, auch auf Deutsch einzusehen. Bei einer Suche nach den Nachnamen muss man aber viel Fantasie haben, da die Schreiber, die einen Namen in deutschem Dialekt so schrieben, wie sie es hörten. 
 
Das ganze 18. Jahrhundert ist jetzt schon komplett aus den Beständen (Soldbücher) der Vereinigten Ostindischen Kompanie im Internet zu finden. Das 17. Jahrhundert ist in der VOC leider nicht vollständig überliefert, und konnte deshalb nur teils digitalisiert werden. Alle 4.789 Musterungsbücher wurden an Land ("in patria") aufbewahrt, so war es für einfacher, zu den 2/3 der VOC- Bediensteten die untergingen oder anderswie starben, genealogische Daten zu ermitteln. Unter den Toten waren auch etwa 300.000 Deutsche! Dass man dabei auch zahllose sehr entfernte und unerwartete Sterbeorte (auf hoher See, das Hospital in Kap der Guten Hoffnung oder Batavia) und -daten findet, ist für den Orient ja oft ein Glücksfall. 
 
Jos Kaldenbach war Deutschlehrer an der Fachhochschule Alkmaar.
 



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