[WestG] [PORT] 2. September 1956 -Einweihung der Dortmunder Synagoge, Ereignis des Monats September 2015

Pattberg, Julia Julia.Pattberg at lwl.org
Mo Sep 14 10:31:41 CEST 2015


Von: "Julia Pattberg" <julia.pattberg at lwl.org>
Datum: 14.09.2015, 10:24


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2. September 1956 - Einweihung der Dortmunder Synagoge

Als zu Rosch Haschana 1956, dem jüdischen Neujahrfest, die neue Synagoge in Dortmund eröffnet wurde, war sie die erste nach dem Krieg erbaute Synagoge in Westfalen. Sie symbolisierte die erneute Etablierung jüdischen Lebens in der Bundesrepublik nach der Shoa.
Die Initiative zur Neugründung jüdischer Gemeinden in Westfalen begann unmittelbar nach der Befreiung durch die Alliierten. In dieser Phase wurde das ganze Ausmaß der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik gegenüber der jüdischen Bevölkerung erkennbar: Von den ca. 500.000 Jüdinnen und Juden, die vor 1933 Mitglieder in einer deutschen Kultusgemeinde waren, war es nur etwa 15.000 gelungen, außerhalb der Lager zu überleben. Sie waren durch die Ehe mit einem nichtjüdischen Partner geschützt, waren untergetaucht oder hatten im Versteck oder mit Hilfe gefälschter Papiere überlebt.

Für die wenigen jüdischen Überlebenden der Konzentrations- und Vernichtungslager stellten ihre Heimatstädte oftmals die erste Anlaufstelle dar; hier hofften sie wieder mit der Familie und mit Freunden zusammenzutreffen. Von den etwa 4.200 Jüdinnen und Juden, die 1933 in Dortmund gelebt hatten, waren im Juli 1945 vier zurückgekehrt. Siegfried Heimberg, der spätere Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Dortmund, bemühte sich direkt nach seiner Rückkehr um eine Organisation der Überlebenden. Die Militärverwaltung der Stadt sorgte für einen Omnibustransport nach Theresienstadt, um die wenigen Überlebenden - es waren 40 bis 50 Menschen - abzuholen. Der Großteil der westfälischen Jüdinnen und Juden war nach Riga verschleppt worden und dort im Ghetto oder nach Verlegungen in andere Lager getötet worden. Mindestens 2.200 Dortmunder Juden überlebten die Deportationen nicht.

In der Reihe "Ereignis des Monats" des Internet-Portals "Westfälische Geschichte" informiert ein Beitrag von Katinka Netzer über die Einweihung der Dortmunder Synagoge am 
02. September 1956. 



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