[WestG] [AKT] Newsletter No. 5 der Westfalen-Initiative

Pattberg, Julia Julia.Pattberg at lwl.org
Mo Okt 26 12:08:30 CET 2015


Von: "Westfalen-Initiative" <info at westfalen-initiative.de> 
Datum: 07.10.2015, 11:16


AKTUELL

Newsletter No. 5 der Westfalen-Initiative

Verein Westfalen-Initiative: Dr. Fritz Baur neues Geschäftsführendes Vorstandsmitglied

Dr. Fritz Baur hat Anfang September die Aufgabe des Geschäftsführenden Vorstandsmitglieds des Vereins Westfalen-Initiative übernommen. Die Mitglieder hatten ihn Ende Juni in dieses Amt gewählt. Der Jurist war 32 Jahre beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) tätig, zuletzt als Finanzchef und Erster Landesrat und damit allgemeiner Vertreter des LWL-Direktors. Er war außerdem verantwortlich für Personal, Organisation sowie Datenverarbeitung. Baur blieb nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben in zahlreichen Ehrenämtern aktiv. Er hat die Aufgabe des Geschäftsführenden Vorstandsmitglieds des Vereins Westfalen-Initiative von Dr. Eberhard Christ übernommen, der das Amt vorübergehend zusätzlich zu seiner Funktion als Geschäftsführer der Stiftung Westfalen-Initiative ausgefüllt hat. In der Westfalen-Initiative engagieren sich eine operative Stiftung und ein überparteilicher Verein. Die Stiftung startet Initiativen und sucht dafür geeignete Partner - auch solche mit eigenen Projektideen. In Netzwerken bringt sie Akteure zusammen, die gemeinsam die Zukunft Westfalens gestalten wollen. Der Verein ergänzt diese Aktivitäten. Er regt Eigeninitiative an bei Bürgern, Kommunen und Institutionen. Er stimmt sich mit anderen Akteuren ab und initiiert Kooperationen.


Wirtschaft: Immobilienriese Vonovia in DAX und Hella in MDAX aufgenommen

Der Immobilienkonzern Vonovia SE ist als erstes westfälisches Unternehmen in den DAX aufgenommen worden. Das hat die Deutsche Börse mit Wirkung zum 21. September entschieden. Das Unternehmen mit Sitz in Bochum ist aus dem Zusammenschluss der Deutschen Annington und der Gagfah entstanden. Mit 370.000 Wohnungen und einem Portfolio von rund 23 Milliarden Euro ist es Europas führendes Wohnungsunternehmen. Der Lippstädter Automobilzulieferer Hella ist neu im MDAX vertreten, dem Aktienindex mittelgroßer und überwiegend in Deutschland tätiger Unternehmen. Gleichzeitig hat die Deutsche Börse entschieden, dass der Modehersteller Gerry Weber mit Sitz in Halle/Westfalen nicht mehr im MDAX gelistet ist.


Region: IHK-Präsident proklamiert "Heart of German Mittelstand"

Präsident Dr. Benedikt Hüffer hat während des Sommerempfangs der IHK Nord Westfalen für ein stärkeres westfälisches Selbstbewusstsein im Wettbewerb mit den beiden Metropolregionen Rheinland und Ruhr plädiert. "Ein Ruck soll durch die Region gehen", forderte er und schlug angesichts der internationalen Anerkennung für westfälische mittelständische Unternehmen den Slogan "Westfalen - Heart of German Mittelstand" vor. Hüffer hofft auf Mitstreiter und Unterstützer. Westfalen fehle es nicht an guten Wirtschaftsnachrichten. Die Region müsse ihre Erfolge aber besser kommunizieren.


Gesundheit: Weniger Krankenhäuser und immer ältere Hausärzte

Die Zahl der Krankenhäuser in Westfalen sinkt kontinuierlich. Im ver-gangenen Jahr gab es in der Region noch 180 Kliniken. Das sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes drei weniger als im Jahr zuvor und 57 weniger als im Jahr 2000. Als ein Grund wird der steigende wirtschaftliche Druck auf die Krankenhäuser angegeben, der zu Fusionen und Schließungen führe. Gleichzeitig werden in den verbleibenden Einrichtungen immer mehr Mediziner beschäftigt. So stieg die Zahl der hauptamtlichen Ärzte seit dem vergangenen Jahr um 2,8 Prozent auf 17.242. Gegenüber dem Jahr 2000 ist das eine Steigerung um 37,2 Prozent. Schwierig ist es hingegen, junge Ärzte für Hausarztpraxen zu gewinnen. Inzwischen sind 1.757 der 4.977 Hausärzte in Westfalen älter als 60 Jahre. Das berichten die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) und die Techniker Krankenkasse. Die medizinische Versorgung sei aktuell auch im ländlichen Raum gesichert. Allerdings wirbt die KVWL bereits mit flexiblen Arbeitsmodellen um Nachwuchsmediziner auf dem Land.   


Bildung: Mehr Hochschulabsolventen und jüngere Lehrer

Im vergangenen Jahr haben 46.635 Studierende in Westfalen ihr Studium erfolgreich beendet. Das sind 3.166 mehr als im Jahr zuvor (plus 7,3 Prozent). Das Statistische Landesamt weist aber darauf hin, dass ein Teil des Anstiegs auf eine neue Art der Berechnung zurückzuführen ist. Wird zunächst ein Bachelor- und darauf aufbauend ein Masterabschluss erworben, wird dieselbe Person unter Umständen innerhalb von zwei bis drei Jahren zweimal als Hochschulabsolvent erfasst. Mit einem Durchschnittsalter von 46 Jahren werden die rund 74.200 Lehrer an allgemeinbildenden Schulen der Region immer jünger. Mehr als jede fünfte Lehrkraft hat das 35. Lebensjahr noch nicht erreicht. Der Wert ist innerhalb von drei Jahren um 3,4 Prozentpunkte auf 20,7 Prozent gestiegen. Kon-tinuierlich zurück geht der Anteil der Lehrer, die über 50 sind. Er lag zum Schuljahr 2014/15 bei 43,3 Prozent.


Gesellschaft: Zahl der Insolvenzen sinkt

6.938 Unternehmen, Selbstständige und Verbraucher haben in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 wegen Zahlungsunfähigkeit einen Insol-venz-Antrag bei einem Amtsgericht in Westfalen gestellt. Das sind 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Dabei ist die Anzahl der zahlungsunfähigen Unternehmen in der Region nur leicht, um 0,8 Prozent, zurückgegangen, während die Zahl der insolventen Verbraucher mit 5,4 Prozent deutlich stärker sank. Mit Blick auf die westfälischen Städte und Landkreise zeigt die Entwicklung deutliche Unterschiede. So verzeichnete Bottrop von Januar bis Juni 2015 ein Plus von knapp 69 Prozent bei den Unternehmensinsolvenzen. Auch Gel-senkirchen (+32 Prozent) und Münster (+13,7 Prozent) hatten einen überdurchschnittlichen Anstieg. Besonders positiv war die Entwicklung in Ostwestfalen. So gingen in Bielefeld die Unternehmensinsolvenzen um mehr als 23 Prozent zurück. In Paderborn betrug das Minus knapp 22 Prozent. NRW-weit wurden im ersten Halbjahr 2015 insgesamt 4,4 Prozent weniger neu eröffnete Insolvenzverfahren gezählt, davon 3,8 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen und 6,5 Prozent weniger Verbraucherinsolvenzen.


Kunst: Lioba Schmidt erhält August-Macke-Förderpreis

Lioba Schmidt aus Siedlinghausen ist mit dem August-Macke-Förderpreis ausgezeichnet worden. Während der Preisverleihung im Mescheder Kreis-haus des Hochsauerlandkreises würdigte Prof. Carl-Peter Buschkühle als Vorsitzender von Jury und August-Macke-Kuratorium das Schaffen der 21-Jährigen als "einen souveränen und eigenständigen Umgang mit der Malerei, eine Suche nach einem eigenen Weg". Lioba Schmidt sei auch deshalb aus 18 Bewerbungen ausgewählt worden, "weil ihr Pinsel-Ductus lebendig, manchmal brutal, aber auch manchmal einen poetischen Eindruck hinterlässt: Sie schafft aus der Bewegung heraus etwas Figuratives, bleibt also nicht starr, sondern schafft einen erlebnishaft starken Impuls." Wer sich selbst davon überzeugen möchte, kann dies im kommenden Frühjahr tun, wenn Werke von Lioba Schmidt im Haus Hövener in Brilon gezeigt werden. Der mit 5.000 Euro dotierte August-Macke-Förderpreis wird alle drei Jahre an Künstlerinnen und Künstler vergeben, die jünger als 27 Jahre und entweder in Südwestfalen geboren sind, dort leben oder arbeiten.


Technik: Land fördert Technologienetzwerk "it´s OWL" 

Das Land NRW fördert das ostwestfälische Technologienetzwerk "Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe" (it´s OWL) mit 930.000 Euro. Mit dem Geld sollen kleine und mittlere Unternehmen auf ihrem Weg zur Industrie 4.0 unterstützt werden. "it´s OWL" gilt bundesweit als eine der größten Initiativen, bei denen es um die selbstständige Kommunikation zwischen Maschinen geht.


Wirtschaftskraft: Münster und Gütersloh weit vorne

Münster hat die höchste Arbeitsplatzdichte in Westfalen. 713 Erwerbstätige je 1.000 Einwohner gab es laut Statistischem Landesamt im Jahr 2012. Auf den nächsten Plätzen folgen Bielefeld (579) und der Kreis Gütersloh (571). Damit einher geht ein hohes Bruttoinlandsprodukt. So liegt der Kreis Gütersloh mit einer Produktivität von 72.460 Euro je Erwerbstätigem in Westfalen an der Spitze, gefolgt von Münster (72.130) und Gelsenkirchen (68.618). Im NRW-Durchschnitt liegt die Arbeitsplatzdichte bei 498 und das Bruttoinlandsprodukt bei 65.964 Euro.


Stadtentwicklung: Viele Kommunen hoch verschuldet

Die westfälischen Städte und Landkreise waren Ende 2014 mit insgesamt 24,8 Milliarden Euro verschuldet, 360 Millionen Euro mehr als im Vor-jahr. Pro Einwohner entspricht das einer Verschuldung von rund 2.900 Euro. Landesweit liegt der Wert bei 3.524 Euro. Nicht berücksichtigt sind dabei die Verbindlichkeiten der Kommunalverbände. Die Haushaltslage der nordrhein-westfälischen Städte hat sich 2014 laut Bertelsmann-Stiftung "dramatisch verschlechtert". Von allen Städten und Landkreisen kam einzig der Kreis Gütersloh im vergangenen Jahr ohne Kassenkredite aus. Besonders kritisch ist die Finanzsituation in Dortmund, Hagen, Gelsenkirchen und Bochum. Keine dieser Städte konnte zwischen 2012 und 2014 die Belastung durch Kassenkredite, die als letzte Möglichkeit zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit gelten, spürbar senken.


Fischzucht: Betriebe produzieren knapp eine Million Kilogramm Speisefisch

Westfälische Fischzüchter haben im vergangenen Jahr fast eine Million Kilogramm Speisefisch erzeugt, überwiegend Regenbogenforellen. Damit haben die 187 Aquakulturbetriebe ihre Produktion gegenüber 2013 um 6,7 Prozent erhöht. Die landesweit meisten Fischzüchter gibt es im Kreis Olpe. Die dort ansässigen 25 Betriebe erzeugten im vergangenen Jahr mehr als ein Viertel der gesamten in NRW produzierten Fischmenge.


Landwirtschaft: Ein Drittel der Fläche ist Ackerland

Die Ackerflächen Westfalens sind 2015 um 2,1 Prozent auf 708.660 Hektar geschrumpft. Das ist etwa ein Drittel der Gesamtfläche Westfalens. Die Landwirte bauen vor allem Weizen, Roggen und Hafer (370.991 Hektar) sowie Mais (93.137 Hektar) an. Laut Statistischem Landesamt wurden die Entscheidungen der Bauern, welche Feldfrüchte in diesem Jahr angebaut wurden, durch Vorgaben der EU-Agrarreform beeinflusst.


Termine

12. Oktober 2015:	Premiere des Balletts "Giselle" von David Dawson in der Neuen Philharmonie Westfalen. Eine Koproduktion mit dem Aalto Ballett Essen. www.neue-philharmonie-westfalen.de

24. Oktober 2015:	Messe "create & connect" mit Workshop- und Konzertprogramm in der Jovel Music Hall in Münster. www.create-music.info/create-and-connect




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