[WestG] [AUS] "Geschichte - Gewalt - Gewissen" - Neue Dauerausstellung in der Villa ten Hompel, Muenster

Pawlitta, Pascal Pascal.Pawlitta at lwl.org
Mi Mär 25 09:17:24 CET 2015


Von: "Stadt Münster" <info at presse-service.de>
Datum: 24.03.2015, 13:06


AUSSTELLUNG

"Geschichte - Gewalt - Gewissen" -  Neue Dauerausstellung in der Villa ten Hompel

Die "Villa ten Hompel" - ehemals Fabrikantenvilla in Münster, dann Sitz der Ordnungspolizei im Nationalsozialismus und im Nachkriegsdeutschland Ort der Entnazifizierung und Wiedergutmachung - ist seit 1999 ein Geschichtsort der Stadt Münster. Die bisherigen Ausstellungen und Forschungen zu Polizeiverbrechen im Nationalsozialismus und zur bürokratischen Wiedergutmachung für NS-Verfolgte haben internationale Resonanz erzeugt.

Am 29. März wird in der "Villa" eine neue Dauerausstellung "Geschichte - Gewalt - Gewissen" eröffnet. Sie thematisiert die  enorme Beteiligung der uniformierten Polizei am Zweiten Weltkrieg und am Holocaust, die Ambivalenz von Friedenssehnsucht und Durchhaltewillen zum Ende des Krieges und den Umgang mit dem Nationalsozialismus in der Bundesrepublik.

"Gerade die präsentierten persönlichen Erlebnisse der Opfer des Nationalsozialismus vor und nach 1945 berühren mich sehr. Der Besuch der Ausstellung führt erneut vor Augen, wie hart die Menschen nach dem Krieg für das Wiedererlagen eines annehmbaren Lebensumfeldes kämpfen mussten. Dies vermitteln die  informativen ,Touch-Tische' Hörstationen und die ,Villa-App' gerade auch jüngeren Besuchern", beschreibt Oberbürgermeister Markus Lewe seine ersten Eindrücke.

"Die Ausstellung zeigt viele neue Objekte und Dokumente. Der Erfolg des Geschichtsortes beim Publikum hat dies möglich gemacht: Viele Besucher haben persönliche Geschichten und Objekte zur Verfügung gestellt", erklärt der Leiter des Geschichtsortes Villa ten Hompel Christoph Spieker. "Besonders gefreut hat uns, dass auch Menschen, die diese Phase der Vergangenheit hinter sich lassen wollten, sich durch unsere Arbeit animieren ließen, Geschichten und Objekte in die Villa ten Hompel zu tragen."

Die neue Dauerausstellung "Geschichte - Gewalt - Gewissen" in der Villa ten Hompel am Kaiser-Wilhelm-Ring öffnet am Sonntagnachmittag um 15 Uhr für die Besucher. Schon am Vormittag um 11 Uhr findet im Rathaus ein Festakt zur Eröffnung statt. Dort wird es auch ein Podiumsgespräch des Historikers Prof. Dr. Patrick Wagner mit dem Generalstaatsanwalt a.D. des Staates Israel,  Gabriel Bach, und der Leiterin der deutschsprachigen Abteilung der International School for Holocaust Studies in Yad Vashem, Dr. Noa Mkayton, geben. Christoph Spieker beschreibt die  "Gedenkkultur zu Beginn des 21. Jahrhunderts", zu der auch die Arbeit in der Villa ten Hompel zählt.


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