[WestG] [AKT] Vortrag: Sunderbrink, Revolutionaere Neuordnung auf Zeit. Gelebte Verfassungskultur im Koenigreich Westphalen: Das Beispiel Minden-Ravensberg, Herford, 05.03.2015
Pawlitta, Pascal
Pascal.Pawlitta at lwl.org
Mi Mär 4 10:31:43 CET 2015
Von: "Christoph Laue" <C.Laue at Kreis-Herford.de>
Datum: 02.03.2015, 13:29
AKTUELL
Verein für Herforder Geschichte e.V. (in Kooperation mit der VHS Herford) lädt herzlich ein zum Vortrag von
Dr. Bärbel Sunderbrink (Bielefeld))
"Revolutionäre Neuordnung auf Zeit. Gelebte Verfassungskultur im Königreich Westphalen: Das Beispiel Minden-Ravensberg"
Mit Einführung durch Prof. Dr. Wolfgang Kruse und Buchvorstellung durch das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Münster
Am Donnerstag, 5. März 2015, 19:00 Uhr,
Daniel-Pöppelmann-Haus, Herford (Eintritt frei)
In diesem Jahr feiert das preußische Westfalen seine Entstehung vor 200 Jahren. Die Vorgeschichte ist jedoch vielfach unbekannt. Dabei wurden gerade in den Jahren vor den Befreiungskriegen die Wege in die Moderne gewiesen. Deutschland lag von 1806 bis 1813 im Machtbereich des französischen Imperiums. So auch Minden-Ravensberg, das zum Königreich Westphalen gehörte. Nur wenige Jahre existierte das von Jérôme Bonaparte, dem jüngsten Bruder Napoleons, von Kassel aus regierte Königreich. Der kurzlebige Staat zeichnete sich durch revolutionäre Neuerungen aus. Er war der erste Verfassungsstaat auf deutschem Boden und garantierte erstmals Grundrechte wie die Religionsfreiheit und die Gleichheit vor dem Gesetz.
Die Historikerin Bärbel Sunderbrink hat die Geschichte des Königreichs Westphalen für die Region Minden-Ravensberg untersucht. In Herford wird nun ihr Buch "Revolutionäre Neuordnung auf Zeit. Gelebte Verfassungskultur im Königreich Westphalen: Das Beispiel Minden-Ravensberg" der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese Arbeit wurde bereits mit mehreren historischen Preisen ausgezeichnet.
Das Buch schließt in Bezug auf die Erfahrungswelt und die Bewusstseinslagen der Bevölkerung im Königreich Westphalen eine Lücke. Am Beispiel der preußischen Provinz Minden-Ravensberg werden die gesellschaftlichen Orientierungen und Handlungsweisen der Bewohner mit den von außen an sie herangetragenen revolutionären Neuordnung dargestellt. Dabei spielt auch Herford eine Rolle. Hier nutzte das Wirtschaftsbürgertum die neuen Chancen, so dass sich mit der Baumwollspinnerei Schrewe der erste industrielle Großbetrieb der Region etablieren konnte. Gegen die Beharrungstendenzen der alten Eliten wurden die rechtliche Gleichstellung der Juden durchgesetzt und die Unterstützung Bedürftiger neu geregelt. Mit dem Durchzug der Quadriga, die Napoleon nach Paris geschafft hatte und die 1814 nach Berlin zurückgeführt wurde, fand die französisch-westphälische Zeit ihr symbolisches Ende.
Dr. Bärbel Sunderbrink, Leiterin des Stadtarchivs Detmold, hat an der FernUniversität in Hagen promoviert. Die gebürtige Bad Oeynhauserin ist Autorin zahlreicher Veröffentlichungen zur Region OWL. Zuletzt berichtete sie anlässlich des "Herforder Frauenauftakts" über das Wirken der SPD-Politikerin und "Mutter des Grundgesetzes" Frieda Nadig.
Prof. Dr. Wolfgang Kruse, kommissarischer Leiter des Lehrgebietes Neuere Deutsche und Europäische Geschichte am Historischen Institut der FernUniversität in Hagen, wird in das Thema einführen. Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Münster, hat die Arbeit in seiner Reihe "Forschungen zur Regionalgeschichte" veröffentlicht.
INFO
Kontakt:
Dr. Bärbel Sunderbrink
0160 97381243
baerbel.sunderbrink at t-online.de
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