[WestG] [AKT] Glueckliche Momente im Museum - Museumsbesuch fuer Menschen mit Demenz mit positivem Fazit nach einem Jahr
Pattberg, Julia
Julia.Pattberg at lwl.org
Mi Jul 8 11:50:21 CEST 2015
Von: "Stefanie Gowik" <S.Gowik at wilnsdorf.de>
Datum: 08.07.2015, 10:32
AKTUELL
Glückliche Momente im Museum - Museumsbesuch für Menschen mit Demenz mit positivem Fazit nach einem Jahr
Seit einem Jahr hat das Museum Wilnsdorf ein spezielles Angebot für Menschen mit Demenz im Programm. Das Konzept "Museums-Momente" möchte Betroffenen und ihren Begleitpersonen einen glücklichen und erlebnisreichen Nachmittag gestalten. Unter dem Motto "miteinander staunen und erleben" geht dieser besondere Museumsbesuch auf zwei Charakteristika der Demenzerkrankung ein: Betroffene erinnern sich noch lange Zeit an ihre Kindheit und Jugend; auch wenn ihnen die Gegenwart bereits entgleitet, ist die Vergangenheit für sie noch greifbar. Und sie freuen sich über jede Aktivität, die ihnen noch möglichst selbstständig gelingt.
Die "Museums-Momente" sind ein Pilotprojekt des Demenz-Servicezentrums Region Südwestfalen. "Das Bedürfnis nach Kultur und gesellschaftlicher Teilhabe geht nicht automatisch mit einer Demenz verloren", weiß Charlotte Boes, Mitarbeiterin des Servicezentrums. "Ganz im Gegenteil: Kunst, Kultur und Musik können Schlüssel zur emotionalen Welt von Menschen mit Demenz sein", fügt Boes hinzu, "sie benötigen jedoch eine besondere Form der Ansprache". Genau das schafft das Museum Wilnsdorf.
Der Museumsbesuch beginnt mit einer gemütlichen Kaffeerunde, und auf dem Tisch finden sich bereits viele Gegenstände aus der volkskundlichen Ausstellung. Dort wird das Leben und Arbeiten in den Dörfern des südlichen Siegerlandes zu Beginn des 20. Jahrhunderts gezeigt. "Viele Menschen mit Demenz kennen die Ausstellungsstücke aus eigener Erfahrung oder Erzählungen", sagt Museumsleiterin Dr. Corinna Nauck. Die Gegenstände können wie Schlüssel wirken, die das Tor zur Vergangenheit öffnen. Und so wirkt es auch bei der Besuchergruppe, die gerade "Museums-Momente" erlebt. Die Menschen tauen auf, nehmen alles in die Hand, erinnern sich an Szenen aus ihrer Vergangenheit und kommen so ins Gespräch mit ihren Begleitpersonen und miteinander. Lieder werden gesungen, Fotos angeschaut. Sogar eine kleine Erinnerung an den Museumsbesuch wird gebastelt.
Das Angebot stößt auf große Resonanz. Im vergangenen Jahr kamen zwölf Gruppen zu Besuch, in diesem Jahr sind es bereits zur Jahreshälfte neun. Überwiegend nutzen die Kooperationspartner das Programm: lokale Pflegeeinrichtungen und -dienstleister wie das Haus Höhwäldchen, das Haus an der Weiß, die Tagespflege Eremitage oder der Pflegekreis Wilnsdorf. Aber auch Privatpersonen kommen gern zu Besuch, u.a. auf Anregung der Wilnsdorfer Senioren-Service-Stelle, die für die Museums-Momente wirbt. "Dieser Nachmittag macht den Besuchern nicht nur große Freude", weiß Jutta Schmidt aus vielen positiven Rückmeldungen. "Angebote wie diese, Menschen mit Demenz an Kultur- und Freizeitveranstaltungen teilhaben zu lassen, sind ein wichtiger Schritt, die Krankheit aus ihrer Tabuzone zu führen", betont sie. Wilnsdorfs Bürgermeisterin Christa Schuppler stimmt ihr zu: "Mit meiner Schirmherrschaft möchte ich auch ein Zeichen setzen, dass sich unsere Gesellschaft stärker mit dem Thema Demenz beschäftigen sollte".
Eine Botschaft, der sich das Demenz-Servicezentrum nur anschließen kann. Nach der gelungenen Testphase im Museum Wilnsdorf sollen die Museums-Momente nun auch in anderen Häusern erlebbar gemacht werden. "Wir sind bereits im Gespräch mit verschiedenen Museen in unserer Region", verrät Birgitt Braun. Ziel sei es, noch in diesem Jahr einen neuen Veranstaltungsort ins Boot zu holen.
Die "Museums-Momente" können in Wilnsdorf immer am ersten Dienstagnachmittag im Monat erlebt werden, alternative Termine sind möglich. Wichtig ist die frühe Anmeldung, telefonisch unter 02739/802-211 oder per E-Mail an museum at wilnsdorf.de. Die "Museums-Momente" dauern ca. 2,5 Stunden, der Eintritt kostet für Gruppen (bis zu 6 Menschen mit Demenz und je eine Begleitperson) 50 Euro, Einzelpersonen (inkl. Begleitperson) zahlen 8,50 Euro.
mutprojekt von Edgar Reitz mit dem programmatischen Titel "Heimat". Dabei geht es meist um Prozesse des Sich-Loslösens von oder der Vertreibung aus einem lokalen oder regionalen Zusammenhang und die Suche nach einer neuen Heimat oder neuen Heimaten. Diese Art von Kino ist von den Inhalten, der Dramaturgie, der Bewegungsrichtung her immer eine Suchbewegung, die die unterschiedlichsten filmischen Formen annehmen kann, von der Abenteuerreise bis zu Fluchtbewegungen und zur politisch erzwungenen Migration. Die im Rahmen des Vortrags vorge¬führten Filmbeispiele zeigen filmische Konstruktionen von Heimat im Spannungsfeld solcher Such- und Verlusterfahrungen, die auf emotionale und auch sentimentale Wirkungen setzen, ohne dabei in folkloristischen Kitsch zu verfallen.
Ernst Schreckenberg war nach dem Studium der Geschichte und Germanistik seit Mitte der siebziger Jahre Leiter des Kommunalen Kinos Dortmund und Programmbereichsleiter für Politik und Medien an der dortigen Volkshochschule. In den achtziger Jahren Filmreferent des Deutschen Volkshochschulverbandes, Festivalkommission der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, mehrmals Auswahlkommission und Jury des Adolf-Grimme-Preises. In den neun¬ziger Jahren nebenberuflicher Lehrauftrag für Filmdramaturgie an der Ruhr-Universität Bochum, danach Ausbildung von Mediendesignern in Dortmund. Seitdem als Arbeitsschwerpunkt: Lehrerfortbildung in Sachen Film. Zahlreiche Veröffentlichungen zu filmkundlichen und filmhistorischen Themen in Fachzeitschriften und Sammelbänden.
INFO
Stefanie Gowik
Gemeinde Wilnsdorf
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57234 Wilnsdorf
Tel.: +49 2739 802 145
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E-Mail: S.Gowik at wilnsdorf.de
URL: http://www.wilnsdorf.de
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