[WestG] [AUS] Besucherrekord im Museum Haus Hoevener in Brilon: Ausstellung zum Bombenangriff am 10. Januar 1945 und zum Kriegsende verlaengert

Pawlitta, Pascal Pascal.Pawlitta at lwl.org
Di Feb 24 09:39:09 CET 2015


Von: "Museum Haus Hövener - Stadtmuseum Brilon" <museum at haus-hövener.de>
Datum: 22.02.2015, 21:54 
 
 
AUSSTELLUNG
 
Besucherrekord im Museum Haus Hövener in Brilon: Museum Haus Hövener in Brilon verlängert die Ausstellung zum Bombenangriff am 10. Januar 1945 und zum Kriegsende bis zum 29. März

Am 10. Januar 1945 wurden rd. 300 Bomben über Brilon abgeworfen. 37 Menschen, darunter 13 Kinder fanden den Tod. Dazu gibt es im Museum Haus Hövener seit dem 10. Januar eine eindrucksvolle Sonderausstellung, die vom Briloner Heimatbund - Semper Idem unter Federführung von Helmut Mengeringhausen und Winfried Dickel zusammengestellt wurde. Die Ausstellung lockte so viele Interessierte an, dass es im Januar zu den Vergleichsmonaten der vorangegangenen Jahre einen Besucherrekord gab. Das Besondere der Ausstellung ist, dass den Opfern mit Collagen in der Größe von 70 cm X 90 cm mit Fotos, Totenzetteln und den Familiengeschichten ein Gesicht gegeben wird. Darüber hinaus beleuchtet die Ausstellung das Kriegsende in Brilon und den Dörfern. Das ist Briloner Stadtgeschichte, die berührt. "Bilder vom Krieg mit allem Elend sehen wir täglich im Fernsehen oder lesen davon in den Zeitungen", hier lernen wir, dass der Frieden vor unserer Haustür beginnen muss", sagen Schülerinnen und Schüler. Bei Führungen durch die Ausstellung gehen die Begleiter auf die Adressaten ein. So werden bei Bedarf beeindruckende Kurzgeschichten von Wolfgang Borchert, er nannte sich selber Dichter der verlorenen Generation, oder Lyrik und Prosa anderer Schriftsteller vorgetragen.

Zwei besondere Dokumente der Ausstellung stammen von Johannes Schladoth und von Maria Peters. Der Schüler Johannes Schladoth musste als Schüler der Klasse 7 unglaubliche Dinge schreiben, die ihm von dem Lehrer in den Füllhalter und damit in den Kopf diktiert wurden. Er gehörte zu der verführten Generation. Mit 21 Jahren musste er sein Leben in Polen lassen. Ein besonderes Dokument ist ein Brief von Maria Peters geb. Hövener. Sie schrieb einen Tag nach dem Bombenangriff auf Brilon einen Brief an ihren Schwager Hans (Dr. Müller) in Bochum. Darin heißt es u.a. "Mutter ist nun im Himmel, wo sie es viel besser hat als auf der Erde bei uns, die wir noch nicht wissen, was uns noch alles erwartet. Mia, Fritz und Gertrud werden untröstlich sein um ihre Mutter. Was es heißt, keinen Vater mehr zu haben, das weiß ich ja nun auch. Aber was es heißt, auch keine Mutter mehr zu haben, das wird man erst wissen, wenn die eigene Mutter nicht mehr da ist". Etwas später im Brief heißt es: "Wenn nicht die meisten Bomben nicht außerhalb der Stadt gefallen wären, so stünde von Brilon fast nichts mehr. Ganz zum Schluss schreibt sie: "Mutters Beerdigung erst nach 13.1., weil die Särge nicht eher fertig".

Die Ausstellung wird wegen des besonderen Interesses bis zum 29. März verlängert. An dem Tag rückten die Amerikaner mit ihren Panzern in Brilon ein. Stadtoberinspektor Johannes Martini übergab die Stadt kampflos, ein Glück für Brilon.
 
Für Schulklassen oder andere Gruppen sind ab 25. Februar von dienstags bis sonntags noch einige Termine frei. Den Eintritt für Schulklassen übernimmt der Briloner Heimatbund - Semper Idem e.V.


INFO
 
Kontakt:
Winfried Dickel
Museum Haus Hövener - Stadtmuseum Brilon
Am Markt 14
59929 Brilon
 
Tel.: 02961 - 9639901
E-Mail: museum at haus-hoevener.de


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