[WestG] [AUS] Heimatkunde. Westfaelische Juden und ihre Nachbarn - Eine neue Wechselausstellung im Juedischen Museum Westfalen
Pawlitta, Pascal
Pascal.Pawlitta at lwl.org
Mo Nov 24 08:28:07 CET 2014
Von: "Norbert Reichling" <info at jmw-dorsten.de>
Datum: 20.11.2014, 15:29
AUSSTELLUNG
Heimatkunde. Westfälische Juden und ihre Nachbarn - Eine neue Wechselausstellung im Jüdischen Museum Westfalen
Drei Jahre arbeitete ein Team des Jüdischen Museums Westfalen an dem Projekt "Heimatkunde. Westfälische Juden und ihre Nachbarn". Nachdem bereits ein Lesebuch und ein Hörbuch vorgestellt werden konnten, wurde nun am 16. November die Ausstellung eröffnet.
Das Projekt widmet sich ausgewählten Erfahrungen des Zusammenlebens von Juden und Nichtjuden in Westfalen. Das Jüdische Museum knüpft an verbreitete Vermutungen an, dass Juden ein besonderes Verhältnis zu ihrer Heimat haben, und zeigt an geschichtlichen Spuren aus dem 19. und 20. Jahrhundert, wie es zu dieser Wahrnehmung kam. Dabei werden Bedingungen der Sesshaftwerdung und des Erwerbs von Bürgerrechten sichtbar gemacht, ebenso wie die verschiedenen jüdischen Wege der Integration.
Ab wann kann von Bürgerrechten und gesicherter Sesshaftigkeit der Juden in Westfalen gesprochen werden, wie konnte sie erreicht resp. erkämpft werden? Welchen Gebrauch machten jüdische Bürger, Kaufleute, Intellektuelle von ihren Mitgestaltungsrechten in Städten und Regionen Westfalens? Welche Entwicklungen führten zur Aberkennung dieser Rechtspositionen? Wie reagierten westfälische Juden auf den Rückfall der 1930er Jahre sowie das Exil und wie blicken Juden heute auf die Heimat Westfalen?
Jüdisches Engagement in Städten und Gemeinden, die jüdische Beteiligung an der Herausbildung regionaler Identitäten und Kulturzeugnisse werden an Beispielen vorgestellt - es geht um Schlachter, Kaufleute, Dichter, Soldaten, Wandergesellen, Sammler, Flüchtlinge, Rennfahrer, Schützenkönige, um Geleitbriefe, Erinnerungsstücke und vieles mehr. So wird die nachbarschaftliche Nähe als Chance und Gefährdung der jüdischen Minderheit ebenso in den Blick gerückt wie der Umgang mit Heimatverlust und mehrfacher Heimat.
Elf jüdische Menschen, die in Westfalen geboren wurden bzw. heute hier leben, äußern sich in kurzen Interviews zum Thema Heimat. Der Dorstener Fotograf Axel Baumgärtel schuf von ihnen eindrucksvolle Fotoporträts, die die Videoinstallation ergänzen.
Die Ausstellung konnte realisiert werden dank einiger größerer Sponsoren (LWL-Kulturstiftung Westfalen-Lippe, Münster, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, Bethe-Stiftung, Bergisch-Gladbach, Sparkasse Vest Recklinghausen und Evonik Industries, Essen) sowie vieler ungenannter Spender aus dem Trägerverein und Freundeskreis des Museums.
Das Projektteam bestand aus Dr. Iris Nölle-Hornkamp (Projektleitung), Thomas Ridder M.A. (wissenschaftliche Mitarbeit), Elisabeth Cosanne-Schulte-Huxel (wissenschaftliche Mitarbeit) und Dr. Norbert Reichling (Konzept und Beratung). Für das Design konnte Tobias Katz mit seinem Team von katzkaiser (Köln/Darmstadt) gewonnen werden. Eine begleitende Internetseite (www.heimatkunde-jmw.de) wurde gestaltet (jnd gesponsort) von 31M Agentur für Kommunikation GmbH, Essen.
Die Ausstellung ist vom 16. November bis zum 16. Mai 2015 zu sehen.
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