[WestG] [AKT] Juedische Erfahrungen im Ersten Weltkrieg: "Suess und ehrenvoll" - Lesung mit Avi Primor, Dorsten, 25.06.2014

Pawlitta, Pascal Pascal.Pawlitta at lwl.org
Mo Jun 23 11:31:32 CEST 2014


Von: "Geschichtskultur Ruhr" <geschichtskultur-bounces at hclist.de>
Datum: 20.06.2014, 17:59
Übernahme aus der Liste "Geschichtskultur Ruhr"


AKTUELL

Jüdische Erfahrungen im Ersten Weltkrieg: Avi Primor liest aus seinem Roman "Süß und ehrenvoll"

Eine jüdische Annäherung an das Thema "Erster Weltkrieg", dessen Wirkungen 2014 vielfach diskutiert werden: Zum ersten Mal zogen Juden gegen Juden in den Krieg; sie erhofften sich damals, dass der Heldenmut fürs Vaterland, dass der Einsatz des eigenen Lebens sie in den Augen ihres jeweiligen Staates endlich zu vollwertigen Bürgern machen werde.

Frankfurt am Main, 1914. Der Bürgersohn Ludwig Kronheim kann nach Kriegsausbruch kaum seine Einberufung zum Militärdienst erwarten. Als sein Gestellungsbefehl endlich eintrifft, überwiegen Neugier und Ungeduld über die Trennung von seiner geliebten Karoline. Als deutscher Soldat jüdischen Glaubens will er sich für sein Vaterland auszeichnen. Mit Freude und Abenteuerlust geht er in seine erste Schlacht.
Bordeaux, ebenfalls 1914. Der Bäckersohn Louis Naquet wird im Frühsommer 1913 zum dreijährigen Wehrdienst eingezogen. Aufgrund der deutschen Kriegserklärung findet er sich bald an der Front wieder. Hier hofft er darauf, seine Ehrenpflicht gegenüber seiner Heimat Frankreich zu erfüllen: das Vaterland zu verteidigen, das ihn als gleichberechtigten Bürger behandele. Und so kommt es bald zu seinem Einsatz an der Front.

Ihr Aufeinandertreffen kann nur tödlich enden. "Süß und ehrenvoll" war es eben nicht "für das Vaterland zu sterben". Die Bemühen um Anpassung und Heldentum für ihr jeweiliges Vaterland im Ersten Weltkrieg stellten sich im Kriegsalltag als Illusionen heraus.

Mit "Süß und ehrenvoll" hat Avraham "Avi" Primor, der ehemalige Botschafter Israels in Brüssel, Bonn und Berlin, erstmals einen Roman geschrieben. Im Zentrum des Buches stehen ein deutscher und ein französischer Soldat, beide jüdischen Glaubens, die für ihr Vaterland in den Krieg ziehen. Mit der Beschreibung der Erlebnisse der beiden jungen Männer führt Avi Primor die Leser zurück in die Zeit der "Ur-Katastrophe des 20. Jahrhunderts", wie der Erste Weltkrieg auch genannt wird. Für den Roman wertete Avi Primor zahlreiche Materialien aus, die Juden mit sich genommen hatten, als sie in den 1930er-Jahren nach Palästina einwanderten, u.a. Feldpostbriefe jüdischer Soldaten. 

Primor, geb. 1935, ist Politikwissenschaftler, Diplomat und Publizist, heute Vorsitzender der Israelischen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Veröffentlichungen u.a. "... mit Ausnahme Deutschlands". Als Botschafter Israels in Bonn (1997); Europa, Israel und der Nahe Osten (1999); Mit dem Islam gegen den Terror (2008);  An allem sind die Juden und Radfahrer schuld. Deutsch-jüdische Missverständnisse (2010).


INFO

In Kooperation mit dem Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte NRW und mit Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung NRW

Wann: Mittwoch, 25. Juni 2014, 19.30 Uhr

Wo:  Jüdisches Museum Westfalen, Julius-Ambrunn-Str. 1, 46282 Dorsten-Zentrum (5 min. vom Bahnhof)

Gebühr: 8 EUR für alle

Vorverkauf im Jüdischen Museum Westfalen während  der Öffnungszeiten


Jüdisches Museum Westfalen
Postfach 100 622
46256 Dorsten

Julius-Ambrunn-Str. 1 
46282 Dorsten

URL: www.jmw-dorsten.de


Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte