[WestG] [LIT] Zeitschrift Forum Geschichtskultur Ruhr 1/2014: Erinnerung an den Ersten Weltkrieg

Pawlitta, Pascal Pascal.Pawlitta at lwl.org
Mi Apr 16 12:15:40 CEST 2014


Von: "Geschichtskultur Ruhr" <geschichtskultur-bounces at hclist.de>
Datum: 16.04.2014, 08:12
Übernahme aus der Liste "Geschichtskultur Ruhr"


LITERATUR

Zeitschrift Forum Geschichtskultur Ruhr 1/2014: Erinnerung an den Ersten Weltkrieg

Deutsches Bergbau-Museum Bochum, Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher e.V.,
Regionalverband Ruhr/ Route Industriekultur, Ruhr Museum, Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur (Hg.):
Forum Geschichtskultur Ruhr, Heft 1/2014
Essen: Klartext Verlag 2014, 148 S.
ISSN 1436-7661, 7,50 EUR

1914-2014 - Erinnerung an den Ersten Weltkrieg

Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg wurde in Deutschland seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts überlagert von der nationalsozialistischen Vergangenheit und den Auseinandersetzungen um einen angemessenen Umgang mit ihr. Für die zeitgenössische politische Kultur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren der verlorene Weltkrieg und die in Deutschland als überaus hart empfundenen Bedingungen des "Friedensdiktats" von Versailles die zentralen Bezugspunkte der politischen Ausrichtung zur Weimarer Republik, in der über die damit verbundenen Konflikte und Kämpfe keine tragfähigen demokratischen Strukturen zu entstehen vermochten.

Das aktuelle FORUM-Heft erinnert den Ersten Weltkrieg, der, wie Herfried Münkler zeigt, in Europa Strukturen politischen Handelns bis in unsere Gegenwart prägt. Warum die angesichts der tiefgreifenden gesellschaftlichen Fragmentierungen der Weimarer Republik vielfach beschworene "Gemeinschaft", die man elementar in dem Kameradschaftserlebnis an der Front erfahren zu haben glaubte, politische Illusion blieb, zeigen der Umgang mit Kriegsschuld und -niederlage am Beispiel der Dolchstoßlegende (Ulrich Heinemann) sowie auch das Scheitern der im Krieg begründeten sozialen Arbeitsgemeinschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Hans-Christoph Seidel).

Beredtes Zeugnis von dem Fortwirken des Ersten Weltkrieges im zeitgenössischen Erfahrungshorizont geben die Kriegsinvaliden, die von tiefgreifenden privaten und gesellschaftlichen Verletztheiten im alltäglichen Straßenbild erzählten (Sabine Kienitz). Die Grundidee der wichtigsten Ausstellung zum Ersten Weltkrieg in Nordrhein-Westfalen, die vom 30. April bis zum 26. Oktober gemeinsam vom LVR-Industriemuseum und Ruhr Museum auf Zollverein in Essen unter dem Titel "1914 - Mitten in Europa" gezeigt werden wird, stellen Heinrich Theodor Grütter und Walter Hauser vor. Der Erste Weltkrieg markiere als widersprüchliche Zeitenwende unter dem Leitmotiv von "Avantgarde und Aggression" stehend die Janusköpfigkeit einer gewalttätigen Moderne.
Die knappe Dokumentation der Beiträge des vom Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher im letzten September veranstalteten Geschichtskonvents zeigt die facettenreichen Formen und Inhalte der Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg im Ruhrgebiet im Laufe dieses Jahres auf.

Ergänzt wird die aktuelle Ausgabe mit zahlreichen Ausstellungs- und Veranstaltungsankündigungen, Rezensionen, Annotationen, einer ausführlichen Ruhrgebietsbibliografie und einer Zeitschriftenrundschau - alles mit Bezug zu der lebendigen Geschichtskultur des Ruhrgebietes.

Den Inhalt des Heftes können Sie unter www.geschichtskultur-ruhr.de einsehen.


Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte