[WestG] [AKT] Vortrag: Davydov, Das sowjetische Ehrenmal in Stukenbrock, Paderborn, 05.11.2013

Pawlitta, Pascal Pascal.Pawlitta at lwl.org
Mi Okt 30 09:20:20 CET 2013


Von: "Altertumsverein Paderborn" <altertumsverein at aol.de>
Datum: 28.10.2013, 19:07


AKTUELL

Das sowjetische Ehrenmal in Stukenbrock - Vortrag beim Altertumsverein Paderborn

Der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Paderborn lädt herzlich zu einem weiteren Vortrag im Wintersemester ein.

"Das sowjetische Ehrenmal in Stukenbrock. Baugeschichte, architekturhistorische Einordnung und Bedeutung," heißt ein Vortrag von Dr. Dimitrij Davydov, (Münster). Der Vortrag findet am Dienstag, 5. November 2013, um 19.30 Uhr in der Theologischen Fakultät statt (Kamp 6, Hörsaal 2).


Zum Vortrag: 

In der Schlussphase des Zweiten Weltkrieges und unmittelbar nach Kriegsende sind im damaligen Reichsgebiet - hauptsächlich in der sowjetischen Besatzungszone, aber auch in Westdeutschland - zahlreiche Denkmale zu Ehren der gefallenen Sowjetsoldaten und zur Erinnerung an die in der Gefangenschaft umgekommenen sowjetischen Bürger, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, errichtet worden. Je nach Entstehungszusammenhang und Urheberschaft waren mit diesen Ehrenmalen unterschiedliche ideologische Botschaften verbunden, angefangen mit der Trauerbekundung gegenüber den Kriegsopfern, über die Glorifizierung der Sowjetunion und der Roten Armee bis hin zur Verurteilung der Gräueltaten des gescheiterten NS-Regimes und der damit verknüpften Mahnung an die nachfolgenden Generationen. 
 
Unter den in Westfalen überlieferten Sowjetdenkmälern nimmt das Ehrenmal auf dem sowjetischen Militärfriedhof in Stukenbrock, das von den Überlebenden des Gefangenenlagers Stalag 326 VI K zu Ehren ihrer umgekommenen und getöteten Kameraden im Frühjahr und Sommer 1945 errichtet wurde, aufgrund seiner Größe und des vergleichsweise guten Überlieferungszustandes eine besondere Stellung ein. Bei der in den letzten Jahren entbrannten Kontroverse um die Möglichkeit einer Rückführung des sowjetischen Obelisken in Stukenbrock in seinen Ursprungszustand - namentlich einer Demontage des an der Spitze des Obelisken in den 1950er Jahren angebrachten orthodoxen Kreuzes zu Gunsten der an dieser Stelle ursprünglich vorhandenen roten Fahne - standen die negativen Konnotationen der sowjetischen Staatssymbole einerseits und der mutmaßliche bzw. ausdrückliche Wille der Erbauer des Obelisken andererseits deutlich im Vordergrund, nicht jedoch die denkmalwissenschaftliche Dimension des Vorgangs. Die Frage nach dem denkmalfachlich richtigen Umgang mit dem Stukenbrocker Ehrenmal gibt Anlass, dessen kunst- und kulturhistorischen Entstehungszusammenhang stärker in Blick zu nehmen. 


INFO

Weitere Informationen zum ehrenamtlichen Kulturprogramm des Altertumsvereins finden Sie im Internet unter:
www.altertumsverein-paderborn.org


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