[WestG] [AKT] Newsletter Villa ten Hompel Oktober 2013
Pawlitta, Pascal
Pascal.Pawlitta at lwl.org
Do Okt 17 08:37:39 CEST 2013
Von: "Villa ten Hompel" <noreplyvth at stadt-muenster.de>
Datum: 15.10.2013, 11:06
AKTUELL
Newsletter Villa ten Hompel Oktober 2013
Ausblick
"Junge Wissenschaft" S. Schütze und M. Knorr 16.10.2013, 19.00 Uhr Sabrina Schütze hält einen Vortrag zum Thema: "Projizieren und Verehren" - Der Bremer Großkaufmann Ludwig Roselius als Wegbereiter des SS-Ahnenerbes?
Im Mittelpunkt des Vortrags wird der Bremer Großkaufmann Ludwig Roselius stehen, der als Mäzen zahlreiche kulturelle Projekte förderte. Besonders die Böttcherstraße, die er in den 1920er und 1930er Jahren neu gestalten ließ, ist auch heute noch eine der beliebtesten Touristenattraktionen Bremens. Sie wurde in ihrer Gestaltung zum Träger völkisch-nationalistischen Gedankenguts. In den Jahren 1933 und 1934 war sie außerdem Schauplatz der sogenannten "Nordischen Thinge". Diese lockten zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Politik und Kunst in die Stadt. Im Zentrum des von Ludwig Roselius initiierten "Ersten Nordischen Thinges" stand der niederländische Privatgelehrte und spätere Mitbegründer des SS-Ahnenerbes, Herman Wirth. Die Herausstellung Wirths und der Aufbau anderer kultureller Institutionen werfen die Frage auf, inwieweit Ludwig Roselius die Ziele des SS-Ahnenerbes unterstützte.
Sabrina Schütze hat in Bremen Geschichte und Kunstwissenschaft studiert und war im Forschungs- und Ausstellungsprojekt "Graben für Germanien - Archäologie in Bremen unter dem Hakenkreuz" als studentische Hilfskraft tätig. Seit Oktober 2012 ist sie als wissenschaftliche Volontärin an der Neukonzeption der Dauerausstellung des Geschichtsorts Villa ten Hompel beteiligt.
Den 2. Vortrag hält: Maleen Knorr "Oranje boven!"
Der Nationalfeiertag in den Niederlanden Der niederländische Nationalfeiertag Koninginnedag ist einzigartig in der europäischen Feiertagslandschaft. Im Jahr 1886 von einem liberalen Zeitungsredakteur erfunden, um die niederländische Gesellschaft zu versöhnen, erreichte er unter Königin Beatrix (Reg. 1980-2013) seinen populären Höhepunkt. Die Königin reiste alljährlich am 30. April durch das Land, um gemeinsam mit der Bevölkerung zu feiern; parallel dazu fanden in den meisten Städten und Gemeinden Festprogramme statt. In ihrem Vortrag begibt sich die Referentin Maleen Knorr auf die Spuren des ältesten Nationalfeiertags der Niederlande und versucht zu ergründen, welche Bedeutung der Koninginnedag in der heutigen Zeit für den Erhalt und das Selbstbild der niederländischen Nation hat.
Maleen Knorr (1985) studierte von 2005 bis 2011 Volkskunde/ Europäische Ethnologie, Neuere und neueste Geschichte sowie Niederlande-Studien an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und an der Vrije Universiteit Amsterdam. Nach ihrem Studium absolvierte Sie ein wissenschaftliches Volontariat im Museumsamt des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe und konzipierte die Wanderausstellung "Campingkult(ur). Sehnsucht nach Freiheit, Licht und Luft." Seit Sommer diesen Jahre ist Sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Emsländische Landschaft e.V. für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim tätig.
Podiumsdiskussion "Dialoge zum Frieden" 17.10.2013, 20.00 Uhr, Rathaus-Festsaal Schmerzhafte Verständigung - Bestandsaufnahme und Zukunftsentwürfe europäischer Konfliktgebiete
Auf dem Podium:
- Prof. Dr. Moshe Zimmermann - zum Konflikt Israel/Palästina
- Prof. Dr. Wolfgang Höpken - zu den Konflikten auf dem Balkan
- Prof. Dr. Ludger Mees - zum spanisch-baskischen Konflikt
- Prof. Dr. André Krischer - zum Konflikt um Nordirland
- Dr. Martina Fischer - zu Perspektiven der Friedensforschung
Am konkreten Beispiel unterschiedlicher Konfliktregionen Europas - Balkan, Nahost, Baskenland und Nordirland - und aus unterschiedlichen Perspektiven soll der Frage nachgegangen werden: Wie, unter welchen Umständen und bis zu welchem Grade ist es gelungen, zwischen den Konfliktparteien eine Verständigung zu erreichen? Können internationale Friedensmissionen und Vermittlungsbemühungen helfen? Herrscht nach einer Einigung wirklich Frieden? Wie kann ein solcher Frieden überhaupt aussehen - nach der Erfahrung von Krieg, Gewalt und Repression? Die politischen Voraussetzungen von Verständigung sind ebenso Thema wie die sozialen Folgen für die Menschen und ihren Umgang mit der Vergangenheit. Auch Perspektiven für den Aufbau von Staat und Zivilgesellschaft werden erörtert.
Moderation: Gisela Steinhauer (WDR)
Eintritt frei
mehr dazu:http://www.muenster.de/stadt/tourismus/dialoge-zum-frieden2013.html
Mittwochsgespräch 6.11.2013 mit Dr. Christoph Hamann, 19.00 Uhr
Mittwochsgespräch zum Rahmenthema "Inszenierung von Fremdbildern" mit Dr. Christoph Hamann (Ludwigsfelde) Visualisierte Asymmetrien. Schlüsselbilder des Kalten Krieges in der deutschen Geschichtskultur Die Bilder aus der Vergangenheit prägen unser Bild von der Vergangenheit. Dies gilt insbesondere für die häufig publizierten ikonischen Schlüsselbilder der Zeitgeschichte; sie wurden und werden zu Bildern im Kopf. Der Vortrag befasst sich mit der Visualisierung des Kalten Krieges und deren dominanten Bildmotiven aus Berlin.
Vorgestellt und analysiert werden zentrale ikonographische Topoi der deutschen Teilung, die anschlussfähig sind an das deutsche Bildgedächtnis. Dabei wird die These vertreten, dass diese Bilder als politisches Mittel eingesetzt wurden, um der politischen Ohnmacht zur Zeit des Mauerbaus in Berlin (West) zumindest publizistisch entgegenzutreten. Abschließend werden zentrale Bildmotive zum Fall der Berliner Mauer 1989 auf ihre politischen Botschaften hin befragt sowie ihre geschichtskulturelle Rezeption vorgestellt.
Dr. Christoph Hamann, 1955 in Nürnberg, Studium Geschichte, Germanistik, Politik und Soziologie in Erlangen und Berlin; Schuldienst bis 2002, seitdem Referent im Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg; Promotion zu einem Thema der Visual History; Lehraufträge an der TU Berlin; zahlreiche Veröffentlichungen zur Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik.
Eintritt frei
Letzte Aufführung: Theater in der Villa 27.11.2013 "Kreidekreuz"
Wir möchten Sie heute schon auf die letzte öffentliche Veranstaltung "Das Kreidekreuz" - Szenische Lesung nach Bertholt Brecht am 27.11. /19.00 Uhr hinweisen. Seit dem Jahr 2005 führen die Schauspieler unter der Regie von Alban Renz die für den Geschichtsort Villa ten Hompel konzipierte Szenische Lesung "Das Kreidekreuz" auf. Nehmen Sie die Gelegenheit war am 27.11.2013! Die Aufführung kann dann nur noch als Gruppe gebucht werden, nach Terminvereinbarung mit uns und den Schauspielern.
Hinweise zur Aufführung
Die historische Aufklärung, die in der Triade "Erinnern - Forschen - Lernen" im Geschichtsort Villa ten Hompel seit einigen Jahren betrieben wird, erfährt in Brechts Lehrstücken eine wirkungsvolle Ergänzung.
Wie der Historiker greift Bertolt Brecht (1898-1956) zeitgenössisches, authentisches Quellenmaterial auf, nicht zuletzt in Form von Zeitungsausschnitten, Zeitzeugenberichten oder Materialien der Auslandsleitungen von KPD und SPD, und führt es in gelungener Verdichtung zu einem bewussten philosophischen Diskurs über den Zivilisationsbruch seiner Zeit. - Auch Brechts theoretische Arbeiten zur damals neuartigen "epischen Form des Theaters" sind Produkt seiner Emigrationszeit; die Schrift "Vergnügungstheater oder Lehrtheater" beispielsweisewurde im Jahr 1938 publiziert.
Titel der einzelnen Szenen:
"Der Spitzel", "Der Verrat", "Die jüdische Frau", "Zwei Bäcker" und "Das Kreidekreuz".
Schauspieler
Es spielen: Carsten Bender, Peter Eberst, Silvia Jedrusiak, Regie: Alban Renz Mitarbeiter der Villa ten Hompel stehen bereit, zu den fünf Szenen jeweils sprechende Bezüge zu den Dauerausstellungen des Hauses " >Im Auftrag<Polizei, Verwaltung und Verantwortung" sowie "Wiedergutmachung als Auftrag" herzustellen und an ausgewählten Exponaten zu belegen.
Insofern mag die szenische Führung von "expedition Theater" in den Räumen der Villa gar den Charakter einer Musilschen Parallelaktion annehmen!
Um Anmeldung wird gebeten unter: 0251/492-7101
Eintritt: 10,- Euro, erm. 8,- Euro
Rückblick
Stefan Querl und Zdzislaw Badio (r)
Gesten der Versöhnung am Gedenkort Auschwitz Villa ten Hompel wirkt am Programm zum 40-jährigen Bestehen des Kolbe-Werkes mit Zeichen der Versöhnung und des Austausches für die Zukunft am KZ-Gedenkort Auschwitz: Das Maximilian-Kolbe-Werk lud jetzt aus Anlass seines 40-jährigen Bestehens Überlebende aus Konzentrationslagern, Ghettos und Gefängnissen zu einer internationalen Begegnung ins polnische Oswiecim ein - darunter den Sprecher der polnischen Vertrauensleute, Zdzislaw Badio (r.) aus Lublin. Allein in seiner Region rund um die Partnerstadt von Münster wohnen über 100 Seniorinnen und Senioren mit schweren Hafterfahrungen, Verfolgungstraumata, mit Sprech- und Pflegebedürftigkeit, die von der Hilfsorganisation akute Unterstützung benötigen, wie Zdzislaw Badio Stefan Querl (l.) aus dem Team des Geschichtsortes Villa ten Hompel der Stadt Münster erläuterte.
Querl wurde Mitte Juni als evangelischer Vertreter einer deutschen NS-Erinnerungsstätte neu in die 22-köpfige leitende Mitgliederversammlung des katholischen Kolbe-Werkes berufen. Er erwies mit weiteren Ehrenamtlichen den hoch betagten Gästen die Referenz bei ihrem stillen Gang über das Gelände des früheren Lagers sowie zur Folter- und Haftzelle des Franziskaners Maximilian Kolbe, der am 14. August 1941 durch eine Phenol-Spritze in Auschwitz ermordet worden war.
Nach einem gemeinsamen Gottesdienst für Christen und Juden würdigte Rüdiger Freiherr von Fritsch, der deutsche Botschafter in der Republik Polen, das Kolbe-Werk angesichts seiner Friedensbemühungen und der Fortschritte für mehr Verständigung, die gerade im polnisch-deutsch-deutschen Verhältnis vor Ende des Kalten Krieges 1989/90 in Europa alles andere als selbstverständlich und leicht gewesen seien. Die Festansprache im "Zentrum für Dialog und Gebet" hielt der Präsident des Werkes, der Bundestagsabgeordnete Peter Weiß, Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Erzbischof Dr. Robert Zollitsch wird als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz am 20. Oktober in Freiburg/Breisgau mit einem Hochamt gratulieren; dort hat das Hilfswerk seinen Hauptsitz.
Staatssekr. a. D. Misselwitz im Geschichtsort
Das Erbe des 9.10.1989 Am Jahrestag der Leipziger Montagsdemonstration, dem 9.10, stand mit dem Staatssekretär a.D. Hans Misselwitz ein Zeitzeuge aus der ersten Reihe in der Villa ten Hompel Rede und Antwort. Unter dem Titel "Das Erbe der friedlichen Revolution - Erfahrungen und Perspektiven".
Mit dem Veranstalter Michael Tillmann vom West-Ost-Forum war er der Ansicht, dass sich an diesem Tag eine Zeitenwende vollzogen hat. In seinen detailreichen Ausführungen betonte Hans Misselwitz, dass "deutsche Frage" eine "Friedensfrage" war. Unter dem Dach eines vereinigten Europa war die Vereinigung der beiden deutschen Staaten möglich, dieses Junktim wurde durch die amerikanische Verhandlungsführung im Zeitfenster Ende 1989 und Anfang 1990 zugunsten einer schnelleren Integration der deutschen Staaten in die Nato aufgehoben. Ein Vorgehen, dass zwar die Vereinigung Deutschlands ermöglichte, allerdings auch um den Preis einer Isolierung der Sowjetunion nach Gorbatschow, mit schwerwiegenden Folgeproblemen auf dem Balkan.
Deutsch-niederländischer Projekttag
Deutsch-niederländischer Projekttag in der Villa ten Hompel Gemeinsam haben 26 Schüler mit ihren beiden Lehrern Bert Booltink und Koert Eggink vom Het Assink Lyceum aus Haaksbergen und 20 Schüler der Europa-AG des Alexander-Hegius-Gymnasiums Ahaus unter der Leitung von Dr. Patrick Spell an einem Projekttag in der Villa ten Hompel teilgenommen.
Bei diesem deutsch-niederländischen Projekttag ging es um die "Widerstände gegen den Nationalsozialismus im Alltagsleben in der deutsch-niederländischen Grenzregion des Westmünsterlandes". Nach Informationen durch Matthias Ester, Anne Avenarius und Peter Römer und intensiven Diskussionen untereinander suchten die Teilnehmer in einem Forum einen potentiellen Namensgeber einer virtuellen gemeinsamen Schule, der in der NS-Zeit Widerstand geleistet hatte. Mit knapper Mehrheit wurde Ome Jan Wikkerink (1896-1982) der Gründer einer Untergrundorganisation aus dem niederländischen Aalten ausgesucht.
Wanderausstellung noch bis 18.10.13 in Stadtlohn "Widerstände gegen den Nationalsozialismus im Münsterland" Am 2. Oktober 2013 wurde im Stadtlohner Rathaus die Widerstände-Ausstellung eröffnet.
Bürgermeister Helmut Könning begrüßte im vollbesetzten Sitzungszimmer neben interessierten Bürgern auch die Angehörigen der Familie Terhechte. Über Anton Terhechte, einen engagierten katholischen Sturmschar-Angehörigen, wird in der Ausstellung berichtet. In seiner Einführung konnte Christoph Spieker einen Interviewmitschnitt aus dem Jahr 1981 vorführen, in dem die Zerstörung der Stürmerkästen am 1. Mai 1937 geschildert wird. Ein Ausschnitt aus der Dokumentation der Shoah-Fondation zeigte den Besuchern Zeitzeugenbericht Max Heinz Meyers, der 1941 als Kind mit seiner Familie und weiteren Juden aus Stadtlohn vertrieben worden war. Er hob in seiner Zeugenaussage die Hilfe der Stadtlohnerin Elisabeth Tombrink hervor, die der Familie Meyers angeboten hatte, sie zu verstecken.
Mit diesem Hinweis wollte Spieker in seiner Einleitung deutlich machen, dass es zwar keinen "Befreiungskrieg" gegeben hatte, wie es Sophie Scholl in ihrem Flugblatt forderte, sondern kleinere Aktionen der Hilfe und des Nicht-Mitmachens. Auch Stadtarchivar Ulrich Söbbing hatte mit dem Arbeitskreis Stolpersteine die Ausstellung um weitere Einzelbeispiele erweitert. Diese zu dokumentieren bleibt weiter eine Aufgabe der historischen Forschung. Die Ausstellung ist mit den Erweiterungen noch bis zum 18.10.2013 im Rathaus der Stadt Stadtlohn zu besichtigen.
Ankündigung Öffnungszeiten während der Herbstferien
Die beiden Dauerausstellungen sind zu den bekannten Öffnungszeiten zu besichtigen.
INFO
Stadt Münster, Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster
E-Mail: tenhomp at stadt-muenster.de
URL: http://www.muenster.de/stadt/villa-ten-hompel
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