[WestG] [AKT] Von Heeresbaeckerei und Getreidelager zur Speicherstadt Coerde, Muenster, 25.07.2013

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Fr Jul 19 11:15:28 CEST 2013


Von: "Stadt Muenster" <info at presse-service.de>
Datum: 19.07.2013, 11:01


AKTUELL

Von Heeresbäckerei und Getreidelager zur Speicherstadt Coerde
Themenabend am Donnerstag, 25. Juli, im Stadtarchiv / Historikerin bezieht aktuelle Aspekte der Konversion und des Denkmalschutzes ein

Die Speicherstadt Münster präsentiert sich heute als modernes Dienstleistungs- und Kommunikationszentrum mit zahlreichen Archiven, Büros und Unternehmen. Ursprünglich hatten die großen Gebäude im Norden der Stadt eine ganz andere Funktion: 1938 / 39 errichtete die  Wehrmacht an dieser Stelle ein Heeresverpflegungshauptamt für die Versorgung der Soldaten mit Brot. Auch das Futter für die  Pferde, die im Krieg eingesetzt waren, wurde dort gelagert. Die Geschichte der Speicherstadt in Coerde stellt die Historikerin und Buchautorin Angelika Oelgeklaus beim nächsten Themenabend im Stadtarchiv, An den Speichern 8, vor. Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag, 25. Juli, um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Das Heeresverpflegungshauptamt lag strategisch günstig zwischen zwei wichtigen Bahnlinien und bestand aus neun Speichergebäuden, einer Heeresbäckerei sowie zahlreichen Verwaltungs- und Betriebsgebäuden. Am Vorabend des Zweiten Weltkrieges wurden in diesen reichszentral geplanten und zeitgleich errichteten sogenannten Reichstypenspeichern Getreide und Mehl gelagert sowie das Kommissbrot zur Versorgung der Soldaten gebacken.

In der großen Not nach Kriegsende versuchten viele Menschen, ein paar Nahrungsmittel aus dem Proviant-Amt, wie es in der Bevölkerung genannt wurde, zu plündern. Angelika Oelgeklaus hat zahlreiche Interviews geführt mit Menschen, die in den Speichern arbeiteten und in der näheren Umgebung lebten. Viele erinnern sich noch heute sehr genau an die einzelnen Zeitabschnitte der Speicherstadt.

Die Referentin nimmt auch die Nutzung der Gebäude nach dem Krieg durch das britische Militär in den Blick. In die nicht zerstörten Gebäude zogen 1945 die Soldaten der britischen Besatzungsmacht ein. Bis November 1994 wurden die Winterbourne Barracks von der britischen Garnison in Münster als Versorgungsstützpunkt und Depot für die in und um Münster stationierten Einheiten genutzt.

1998 erwarb die Westfälisch-Lippische Vermögensverwaltungsgesellschaft (WLV) das Gelände vom Bundesvermögensamt. Die seit dieser Zeit durch die WLV erfolgte zivile Umnutzung der ehemals militärisch genutzten Liegenschaft (Konversion) ist seit 2011 weitgehend abgeschlossen. Der Vortrag bettet die Entwicklung des Areals in aktuelle Fragestellungen der Konversion und des Denkmalschutzes ein.




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