[WestG] [AKT] Zeugnisse westfaelischer Foto-Kunst - LWL-Museum fuer Kunst und Kultur erwirbt Album von Renger-Patzsch

Pascal Pawlitta Pascal.Pawlitta at lwl.org
Do Jul 11 12:20:32 CEST 2013


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum. 11.07.13 12:02


AKTUELL

Zeugnisse westfälischer Foto-Kunst - LWL-Museum für Kunst und Kultur erwirbt Album von Renger-Patzsch

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur hat mit  Unterstützung des Landes NRW ein Album mit 34 Fotografien von Albert Renger-Patzsch angekauft. Der Fotograf Renger-Patzsch (1897-1966) gehört zu den wichtigsten Vertretern der Neuen Sachlichkeit. Seine fotografischen Qualitäten liegen in der Nüchternheit gegenüber dem Motiv und im kunstvollen Bildaufbau.

Die Aufnahmen, die um 1951 entstanden, zeigen Motive aus Westfalen: den Möhnesee mit Staudamm, charakteristische Wiesen, Felder und Waldlandschaften. "Albert Renger-Patzsch beschäftigte sich bereits in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit der sachlichen Fotografie von Pflanzen, Menschen, Landschaften und Architektur. Seine Arbeit sind bedeutende Zeugnisse westfälischer Fotografie-Kunst", erklärt Dr. Wolfgang Kirsch, Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL). 

Auf einem Bild erstreckt sich im Vordergrund die Möhnetalsperre, die dieses Jahr ihr 100jähriges Bestehen feiert. Der kunstvoll komponierte Bildaufbau lässt einen weiten Blick in die Tiefe der gestaffelten Landschaft zu. Neben Panorama-Ansichten zeigt Renger-Patzsch gern Motive im Ausschnitt und betont so Oberflächenbeschaffenheit und Struktur. Damit bezieht er - ganz modern - den Betrachter aktiv in die Bilderfassung ein. 

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur erweitert mit dem Ankauf des Albums "Rund um den Möhnesee" seine fotografische Sammlung. Renger-Patzsch kann als Vorläufer der objektbezogenen Fotografie von Bernd und Hilla Becher verstanden werden, die bereits mit einem Konvolut im Landesmuseum vertreten sind. Dieser Strang konzeptioneller Fotografie setzt sich mit den Arbeiten von Thomas Ruff, einem Schüler Bernd Bechers, bis in die Gegenwart fort. "So entstand auch die Entscheidung, die Bilder von Renger-Patzsch als internationale Fotokunst aus Westfalen in die Sammlung aufzunehmen. Zu dem neuen Profil unseres Hauses gehört auch, dass wir verstärkt Fotografie des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart sammeln", begründet Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold den Ankauf. 

"Ich freue mich, dass die Bezirksregierung Münster mit der Landesförderung in Höhe von 60.000 Euro dazu beitragen konnte, dass Werke dieses bedeutenden Fotografen künftig im neuen LWL-Museum in Münster zu sehen sein werden. Renger-Patzsch hat nicht nur die Grundlage der modernen Fotografie geschaffen, sondern in seinem Werk auch seine besondere Verbundenheit zu Westfalen und zum Ruhrgebiet dokumentiert", sagte Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke.

Gezeigt werden die Fotografien Renger-Patzschs erstmals in der Neupräsentation der Sammlung des Museums zur Neueröffnung 2014. Wegen der hohen Lichtempfindlichkeit werden die Motive etwa alle drei Monate ausgetauscht. Spannend ist zudem der Dialog der Fotografien mit den gemalten Landschaften Westfalens, die im selben Raum ausgestellt werden. Landschaftsmalerei und Fotografie stehen sich als Kunst gegenüber und erzählen gleichermaßen vom Übergang in die Moderne. 




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