[WestG] [AKT] Newsletter der Villa ten Hompel Februar 2013

Pascal Pawlitta Pascal.Pawlitta at lwl.org
Do Feb 28 09:43:44 CET 2013


Von: "Villa ten Hompel" <noreplyvth at stadt-muenster.de>
Datum: 27.02.2013 13:28
 
 
AKTUELL
 
Ausstellung
 
EXLIBRIS Prof. Dr. Gertrude Schneider
Eröffnungsveranstaltung Mittwoch, 27. Februar 2013, 19.00
 
Veranstaltungs- u. Ausstellungsort:
Universitäts- und Landesbibliothek Münster
Krummer Timpen 3
Münster
 
"Meine Bücher sollen weiter sprechen, wenn die letzten Zeugen schweigen."
 
Mit diesem Gedanken nahm die Shoah-Überlebende und Historikerin Prof. Dr. Gertrude Schneider 65 Jahre nach ihrer Befreiung Abschied von ihren Büchern. Als Bestandteil ihrer Erinnerung und Identität verstanden, bieten ihre Bücher einen ungewöhnlichen Zugang zu einem Schicksal im "Dritten Reich", individueller Auseinandersetzung und Fragen der Erinnerungskultur. Zudem drängt sich die Frage auf, wie zukünftig der NS-Zeit gedacht werden soll, wenn keine Zeitzeugen mehr leben. Diese Befunde und der Wunsch von Gertrude Schneider führten dazu, mit Hilfe der Bücher ihrer Biographie und Erinnerungsarbeit nachzuspüren und einen Bogen zu aktuellen Diskussionen über Erinnerungskultur zu schlagen.
 
Ihre Bücher sind Ausgangspunkt für zwei Interviews, die mit Gertrude Schneider geführt wurden. Zusammen mit den Büchern und einigen Dokumenten bilden sie die Grundlage dieser Ausstellung.
 
Die Ausstellung kann vom 28.02. bis 16.03.2013 mittwochs von 9-13 Uhr, donnerstags und freitags von 14-18 Uhr und samstags von 12-16 Uhr besucht werden.
 
Eintritt frei
 
 
Mittwochsgespräch am 6. März mit Dr. Dr. Massimiliano Livi

Am 6. März (Mittwoch) um 19 Uhr referiert Dr. Dr. Massimiliano Livi im Rahmen der akademischen Mittwochsgespräche zum Thema "Führerinnen im Nationalsozialismus: Der Weg der Frauen in die Volksgemeinschaft. Weibliche Politisierung und Programmatik in der NSDAP" in der Villa ten Hompel.
 
Trotz seiner Ablehnung des weiblichen Politisierungsprozesses, der mit dem Ersten Weltkrieg begann, delegierte Hitler noch vor der nationalsozialistischen Machterringung 1933 die Führung der "Frauenarbeit" in weibliche Hände. In wenigen Jahren bildeten die NS-Frauenschaft und das Deutsche Frauenwerk eine der vielen Machtzentren der NSDAP, dessen Führung sich als weibliche politische Elite etablieren konnte. Der Vortrag rekonstruiert den Prozess der Entstehung und Strukturierung dieser weiblichen Führung innerhalb des nationalsozialistischen Machtapparates.
 
Dr. Dr. phil. Massimiliano Livi ist Soziologe und Historiker und arbeitet am Exzellenzcluster "Religion und Politik" an der WWU Münster. Forschungsschwerpunkte sind die Politische Geschichte und Kulturgeschichte Italiens des 20. Jahrhunderts  und Geschlechter-, Kultur- und Sozialgeschichte Europas im 20. Jahrhundert. Livi wurde an der Università di Firenze und an der WWU Münster promoviert.
 
 
Yad Vashem Lectures 6. März mit Deborah Hartmann
Arbeit mit neuen Unterrichtsmaterialien aus Yad Vashem
Multiplikatorenfortbildung für LehrerInnen und Interessierte
 
Deborah Hartmann wird am 6. März in der Zeit von 10.30 Uhr bis 16.00 Uhr die deutschsprachige Seite der Plattform Yad Vashem ausführlich vorstellen. Sie ist Repräsentantin der deutschen Abteilung der International Scjhool for Holocaust Studies - Yad Vashem.
 
Anmeldung über tenhomp at stadt-muenster.de
 
 
"Diese Arbeit muss gesichert werden"
 
Münstersche Bundestagsabgeordnete unterstützen mobim
 
Auf Einladung von Christoph Strässer (SPD) trafen sich die Bundestagsabgeordneten aus Münster am Donnerstag, 14. Februar 2013, im Geschichtsort um mit Michael Sturm und Heiko Klare über die Zukunft der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus zu sprechen. Die fünf Beratungsteams in NRW, von denen eines ihren Sitz in der Villa ten Hompel hat, waren Anfang des Jahres in die Öffentlichkeit getreten um auf das drohende Aus der Arbeit durch das Auslaufen eines Bundesförderprogramms aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit Ruprecht Polenz (CDU) und Maria Klein-Schmeink (Grüne) sowie dem Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) unterstützen die Abgeordneten die Arbeit und setzen sich beim Bundesfamilienministerium für eine Weiterförderung ein. Polenz unterstrich dabei: "Auch das Land ist für die Zukunft in der Pflicht. Ich wünsche mir, dass diese Arbeit noch ausgeweitet wird!".
 
 
Rückblick: Dr. Stefanie Westermann

Verschwiegenes Leid- Der Umgang mit den NS-Zwangssterilisationen in der Bundesrepublik Deutschland
 
In einen spannenden Dialog mit dem Publikum am 6. Februar trat Dr. Stefanie Westermann bei ihrem Vortrag in der Villa ten Hompel. Verschwiegenes Leid - Der Umgang mit den NS-Zwangssterilisationen in der Bundesrepublik Deutschland war der Titel, der gerade mit der Nachkriegsgeschichte der Opfer die Zuhörerinnen und Zuhörer berühren konnte. An die 4000 der fast 400 000 Zwangssterilisierten versuchten die rassistische Beurteilung ihrer Persönlichkeit rückgängig zu machen und gerieten dabei wieder in die Mühle der alten NS-Gutachter.
 
 
"Nicht durch formale Schranken gehemmt" ist nun über die Seiten der Bundeszentrale beziehbar.

Villa-Mitarbeiter Thomas Köhler ist zusammen mit Wolf Kaiser und Elke Gryglewski Autor eines neuen didaktischen Arbeitsbuches zur Geschichte der Polizei im Nationalsozialismus
 
Thomas Köhler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geschichtsort Villa ten Hompel, hat als Autor zusammen mit Wolf Kaiser und Elke Gryglewski von der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin ein didaktisches Unterrichts- und Arbeitsbuch zur Geschichte der deutschen Polizei im Nationalsozialismus erarbeitet und geschrieben.
 
Das multimediale Buch, das in Form einer Blattsammlung und einer beiliegenden DVD angelegt ist, wird von der Bundeszentrale für politische Bildung zusammen mit der Deutschen Hochschule der Polizei herausgegeben. Die Veröffentlichung ist der abschließende Baustein des Projekts "Die Polizei im NS-Staat", das die Innenministerkonferenz des Bundes und der Länder 2008 initiiert hatte. So war bei der temporären Ausstellung "Ordnung und Vernichtung. Die deutsche Polizei im NS-Staat" im Deutschen Historischen Museum in Berlin, die über 50.000 Besucher zählte, der Geschichtsort Villa ten Hompel Kooperationspartner. Einer der Kuratoren der Ausstellung war der langjährige Villa-Mitarbeiter Martin Hoelzl zusammen mit Florian Dierl, Mariana Hausleitner und Andreas Mix.
 
Das Buch kostet 7 Euro und ist bei der Bundeszentrale für politische Bildung bestellbar:
http://www.muenster.de/stadt/villa-ten-hompel/publikation-koehler2013.html
 
 
Symposium zum Umgang mit DDR-Zeitzeugen in Potsdam: "Opfer intensiver würdigen"

Mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für mehr Anerkennung von Opfern des Kalten Krieges und der deutsch-deutschen Teilung bis 1989/90 hat Stefan Querl eine Historiker-Konferenz in Potsdam beschlossen. "Opfer, Täter, Jedermann? DDR-Zeitzeugen im Spannungsfeld von Aufarbeitung, Historisierung und Geschichtsvermittlung", lautete der Titel des zweitägigen Symposiums. Für das wissenschaftliche Schlusswort und ein Tagungsfazit aus Sicht der Bildungspraxis vertrat Stefan Querl aus dem Team am Geschichtsort Villa ten Hompel einen kurzfristig erkrankten Referenten. Querl forderte die 140 Anwesenden auf, "das Zuhören zur wichtigsten Technologie" neben der eigentlichen Quellenkritik und Aufarbeitungsinitiative zu erheben, "so schwer es uns vermeintlichen Experten auch manchmal fällt." Es sei wenig angebracht und zudem eine oberflächliche Sicht, SED-Unrecht zum Beispiel mit dem Nationalsozialismus zu vergleichen. Vielmehr müsse das Spezifische und Ideologische der DDR als "Diktatur der Grenzen", des Aushorchens, Lügens, Einsperrens, Zersetzens, Ausbürgerns herausgearbeitet werden. Gerade deshalb biete man in Münster in der Kooperation von Katholisch-Sozialer Akademie Franz Hitze Haus und Villa ten Hompel seit 2006 Gedenkstättenfahrten an, um etwa Stasi-Verfolgte und ehemalige Inhaftierte zu würdigen und intensiv zu Wort kommen zu lassen.
 
Mehr zur Tagung auf www.zeitpfeil.org
 
Mehr zu den Gedenkstättenfahrten in der Kooperation auf http://www.muenster.de/stadt/villa-ten-hompel/angebote_gedenkstaettenfahrten.html
 
 
Öffnungszeiten während der Osterferien

Die Ausstellung ist während der Osterferien zu den offiziellen Öffnungszeiten, die Sie unsere Homepage entnehmen können (www.muenster.de/stadt/villa-ten-hompel), zu besichtigen. Ausnahme Karfreitag 29.3., an diesem Tag ist die Ausstellung nicht geöffnet.
 
 
INFORMATION
 
Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster
 
E-Mail: tenhomp at stadt-muenster.de
URL: http://www.muenster.de/stadt/villa-ten-hompel


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