[WestG] [AKT] Vortrag: Moellers/Pohl, Die Deportation der Juden aus dem Vest Recklinghausen vor 70 Jahren, Dorsten, 28.02.2013
Pascal Pawlitta
Pascal.Pawlitta at lwl.org
Mo Feb 25 09:42:36 CET 2013
Von: "Forum Geschichtskultur" <geschichtskultur at hclist.de>
Datum: 25.02.2013, 08:31
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "geschichtskultur ruhr"
AKTUELL
Vortrag
Spurensuche in Riga. Die Deportation der Juden aus dem Vest Recklinghausen vor 70 Jahren
Referenten: Georg Möllers und Jürgen Pohl (Recklinghausen)
Die systematische Deportation von Juden aus Deutschland in den Osten begann bereits im Herbst 1941. Im Januar/Februar 1942 wurden die im Vest Recklinghausen noch verbliebenen Juden, die unter unmenschlichen Bedingungen in sogenannten Judenhäusern auf engstem Raum zusammenleben mussten, ins Rigaer Ghetto deportiert. Viele waren beteiligt: Gestapo, Polizei, Arbeitsamt, Finanzamt, Wohnungsamt, Sparkassen und Banken, die Reichsbahn, Nutznießer der Wohnungen und des Eigentums der jüdischen Bürger. Weit weg von der westfälischen Heimat verlieren sich die Spuren fast aller ehemaligen jüdischen Nachbarn nach Zwangsarbeit, Erschöpfungstod, Erschießungen und Deportation in Arbeits- und Vernichtungslager.
Georg Möllers war Lehrer für Geschichte und Deutsch sowie Fachleiter und ist seit 2005 Bildungsdezernent der Stadt Recklinghausen. Jürgen Pohl forscht seit langem zur Lokal- und Regionalgeschichte und ist Leiter der Volkshochschule Recklinghausen. Beide veröffentlichten soeben das Buch mit dem Titel "Abgemeldet nach ‚unbekannt‘ 1942. Die Deportation der Juden aus dem Vest Recklinghausen nach Riga". Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Recklinghausen ist Herausgeberin dieses umfassend recherchierten Werkes.
"Nach unbekannt" lautete die bürokratische Formel in den Abmeldeunterlagen der Kommunen, als Menschen jüdischer Herkunft aus Recklinghausen und anderen Städten des Vestes im Januar 1942 deportiert wurden. Unbekannt war auch den Verschleppten das Ziel, als sie den Deportationszug bestiegen, der Dortmund am 27. Januar in Richtung Riga verließ. Unbekannt sollte nach dem Willen der Täter ihr Schicksal auch über ihren Tod hinaus bleiben. Der brutale nationalsozialistische Vernichtungswillen zielte auf die Vernichtung jeder Erinnerung an die Existenz jüdischen Lebens. Buch und Virtrag erinnern an die betroffenen Familien und gibt den Opfern ein Gesicht
INFORMATION
Jüdisches Museum Westfalen in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Dorsten
Veranstaltungsort:
Jüdisches Museum Westfalen
Julius-Ambrunn-Str. 1
Dorsten-Innenstadt
46282 Dorsten
Tel. 02362-45279
URL: www.jmw-dorsten.de
Datum: 28.02.2013
Zeit: 19:30 Uhr
Eintritt: 5 €
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte