[WestG] [AKT] Newsletter der Villa ten Hompel
Pascal Pawlitta
Pascal.Pawlitta at lwl.org
Mi Apr 24 10:21:52 CEST 2013
Von: "Villa ten Hompel" <noreplyvth at stadt-muenster.de>
Datum: 20.04.2013, 15:16
AKTUELL
Newsletter der Villa ten Hompel
"SPORT IM KALTEN KRIEG"
Am 8. April fand die gut besuchte Vortragsveranstaltung mit Prof. Dr. Michael Krüger statt. Der Vortrag stützte sich auf Ergebnisse eines Forschungsprojekts zur Geschichte des Dopings in Deutschland von 1950 bis in die Gegenwart, das der Deutsche Olympischen Sportbund (DOSB) und der Sportausschuss des Deutschen Bundestages anregten und das Bundesinstitut für
Sportwissenschaft finanzierte. Die Bundesrepublik ist das erste Land, das seine eigene Dopinggeschichte untersuchen lässt. Das Projekt wurde von 2009 bis 2012 von einer Forschergruppe der WWU Münster unter Leitung von Prof. Dr. Michael Krüger und Prof. Dr. Henk Erik Meier durchgeführt.
"NSU - RECHTSRADIKALER TERROR - UND DER STAAT?"
"NSU - Rechtsradikaler Terror - Und der Staat?" lautete der Titel des "Roten Salons" zu dem die SPD Münster am 12. April 2013 in die Villa ten Hompel einlud. Wenige Tage vor dem ursprünglich auf den 17. April terminierten (jedoch mittlerweile verschobenen) Prozessbeginn gegen Beate Zschäpe und vier weitere mutmaßliche Unterstützer des "Nationalsozialistischen Untergrunds" am Oberlandesgericht München stieß die Veranstaltung auf immenses Interesse. Rund 100 ZuhörerInnen folgten im Seminarraum der Villa ten Hompel dem Vortrag des SPD Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy, der seit Januar 2012 den NSU-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags leitet. In seinen Ausführungen widmete er sich vor allem der
Frage, weshalb das extrem rechte Terrornetzwerk, das 10 Morde, zwei Sprengstoffanschläge und eine Reihe von Banküberfällen verübte, den Sicherheitsbehörden über einen Zeitraum von 13 Jahren hinweg verborgen bleiben konnte. Edathy sprach in diesem Zusammenhang von einem "multidimensionalen Versagen", kritisierte aber besonders die "Vorurteilsbehaftung" mit der die ermittelnden Behörden den migrantischen Opfern des NSU vielfach begegnet seien. Diese Erkenntnis wiederum mache deutlich, dass die Auseinandersetzung mit Rassismus als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen werden müsse. Auch Edathys Fraktionskollege Christoph Strässer, Landesministerin Svenja Schulze und der Landtagsabgeordnete Thomas Marquardt warnten ebenso wie einige TeilnehmerInnen aus dem Publikum in ihren Diskussionsbeiträgen davor, Rechtsextremismus lediglich als isoliertes Phänomen zu betrachten. Vielmehr gelte es diskriminierende, ressentimentgeladene und menschenfeindliche Haltungen in der "Mitte der Gesellschaft" in den Blick zu nehmen. Von zentraler Bedeutung sei es daher, zivilgesellschaftliches Engagement, aber auch die Arbeit von Informations- und Beratungseinrichtungen gegen Rassismus und Rechtsextremismus zu fördern und wertzuschätzen.
REGIONALTREFFEN "SCHULE OHNE RASSISMUS"
Regionaltreffen "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" im Regierungsbezirk Münster am 12. April 2013 im Geschichtsort Villa ten Hompel Bereits zum vierten Mal fand das jährliche Regionaltreffen des Schulnetzwerks "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" in der Villa ten Hompel statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Landeskoordinatorin Julia Kilian gemeinsam mit mobim. Rund 70 SchülerInnen und LehrerInnen aus dem gesamten Regierungsbezirk tauschten sich einen Nachmittag lang sowohl in Workshops als auch in großer Runde über ihre Projekte gegen Rassismus und Diskriminierung aus. Als ein Problem wurde benannt, dass das Engagement oftmals nur von wenigen Aktiven getragen wird. Im Mittelpunkt stand daher die Frage, welche Möglichkeiten es gibt, das Netzwerk unter SchülerInnen und LehrerInnen bekannter zu machen. Hierzu sammelten die TeilnehmerInnen zahlreiche Ideen. Deutlich wurde, dass es schon etliche gute Erfahrungen an den unterschiedlichen Schulen gibt. Viele SchülerInnen berichteten von Plakataktionen, selbstgestalteten T-Shirts oder Buttons, aber auch von Schulfesten und Fußballturnieren mit denen sie auf "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" aufmerksam machen. Eine große Bedeutung kommt nicht zuletzt der Vernetzung und dem Erfahrungsaustausch mit den Schulen zu, die sich in dem Netzwerk engagieren. Somit wird es auch im kommenden Jahr wieder ein Regionaltreffen von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" in der Villa ten Hompel geben.
"DIESE ARBEIT MUSS GESICHERT WERDEN"
Münstersche Bundestagsabgeordnete unterstützen mobim Auf Einladung von Christoph Strässer (SPD) trafen sich die Bundestagsabgeordneten aus Münster am Donnerstag, 14. Februar 2013, im Geschichtsort um mit Michael Sturm und Heiko Klare über die Zukunft der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus zu sprechen. Die fünf Beratungsteams in NRW, von denen eines ihren Sitz in der Villa ten Hompel hat, waren Anfang des Jahres in die Öffentlichkeit getreten um auf das drohende Aus der Arbeit durch das Auslaufen eines Bundesförderprogramms aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit Ruprecht Polenz (CDU) und Maria Klein-Schmeink (Grüne) sowie dem Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) unterstützen die Abgeordneten die Arbeit und setzen sich beim Bundesfamilienministerium für eine Weiterförderung ein. Polenz unterstrich dabei: "Auch das Land ist für die Zukunft in der Pflicht. Ich wünsche mir, dass diese Arbeit noch ausgeweitet wird!". (hk)
"ZEITZEUGEN POSITIV-KRITISCH WÜRDIGEN"
Stefan Querl bei der internationaler Fortbildung des Maximilien-Kolbe-Werks. Am KZ-Gedenkort Auschwitz trug unser Kollege Stefan Querl in einem eigenen Geschichtsworkshop vor. Er plädierte für einen positiv-kritischen Umgang mit Aussagen von Zeitzeugen, vor allem für Zuhören als die "wirklich wichtigste" Technologie der Geschichtswissenaft und Gedenkkultur. mehr darüber:http://www.muenster.de/stadt/villa-ten-hompel/index.html
AUSSTELLUNG EXLIBRIS - GETRUDE SCHNEIDER
Nach der gelungenen Eröffnungsveranstaltung der Ausstellung "EXLIBRIS - Spuren des Wissens und der Erinnerung der Historikerin und Shoah-Überlebenden Prof. Dr. Gertrude Schneider" konnte sie noch bis zum 16. März in der Galerie der Universitäts- und Landesbibliothek besucht werden. Die Rückmeldungen der zahlreichen Besucher auf die Ausstellung waren durchweg positiv.
Seither ist die Ausstellung eingelagert und steht zur Ausleihe bereit. Sie richtet sich neben NS-Gedenkstätten und Universitätsbibliotheken auch an jüdische Gemeinden oder Vereine, die eine Nähe zur Thematik haben, aber auch an weiterführende Schulen als Ergänzung zum herkömmlichen Unterricht. Informationen zur Ausstellung gibt es über die Villa ten Hompel oder bei Daniel Gollmann, dem Kurator der Ausstellung, unter 0176-62400076. mehr darüber:http://miami.uni-muenster.de/servlets/DerivateServlet/Derivate 6806/WN_NR49_WO9_RMS6_27_02_2013_Ihre_Buecher_sprechen.pdf
ZURÜCK VON DER RECHERCHEREISE IN LONDON
Im März waren Dr. Bettina Blum und Sabrina Schütze für zehn Tage in London, um in den National Archives, dem Imperial War Museum und in den Beständen der Metropolitan Police zu recherchieren. Die Reise erbrachte eine große Zahl von Kopien diverser Archivalien. Diese umfassen Themenbereiche wie Entnazifizierung, Wiedergutmachung, den Umgang mit Kriegsverbrechern, die Situation in Kriegsgefangenenlagern, Stimmungs-berichte über die deutsche Bevölkerung und Fragen nach dem "Geist" der Polizei im Nachkriegsdeutschland. Zudem erlauben sie Rückschlüsse auf die Perspektive der Briten zu dieser Zeit, vor allem in Münster und Westfalen. Die nun beginnende Auswertung der umfangreichen Dokumente soll ein wichtiger Baustein für den Bereich der Nachkriegsgeschichte innerhalb der Neukonzeption der Dauerausstellung sein.
SYMPOSIUM ZUM UMGANG MIT DDR-ZEITZEUGEN IN POTSDAM
Mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für mehr Anerkennung von Opfern des Kalten Krieges und der deutsch-deutschen Teilung bis 1989/90 hat Stefan Querl eine Historiker-Konferenz in Potsdam beschlossen. "Opfer, Täter, Jedermann? DDR-Zeitzeugen im Spannungsfeld von Aufarbeitung, Historisierung und Geschichtsvermittlung", lautete der Titel des zweitägigen Symposiums. Für das wissenschaftliche Schlusswort und ein Tagungsfazit aus Sicht der Bildungspraxis vertrat Stefan Querl aus dem Team am Geschichtsort Villa ten Hompel einen kurzfristig erkrankten Referenten. Querl forderte die 140 Anwesenden auf, "das Zuhören zur wichtigsten Technologie" neben der eigentlichen Quellenkritik und Aufarbeitungsinitiative zu erheben, "so schwer es uns vermeintlichen Experten auch manchmal fällt." Es sei wenig angebracht und zudem eine oberflächliche Sicht, SED-Unrecht zum Beispiel mit dem Nationalsozialismus zu vergleichen. Vielmehr müsse das Spezifische und Ideologische der DDR als "Diktatur der Grenzen", des Aushorchens, Lügens, Einsperrens, Zersetzens, Ausbürgerns herausgearbeitet werden. Gerade deshalb biete man in Münster in der Kooperation von Katholisch-Sozialer Akademie Franz Hitze Haus und Villa ten Hompel seit 2006 Gedenkstättenfahrten an, um etwa Stasi-Verfolgte und ehemalige Inhaftierte zu würdigen und intensiv zu Wort kommen zu lassen.
Mehr zur Tagung auf www.zeitpfeil.org (Link: http://www.stadt-muenster.de/index.php?RDCT=613edc0177a5067848ea)
Mehr zu den Gedenkstättenfahrten in der Kooperation auf
http://www.stadt-muenster.de/index.php?id=1804&rid=t_82&mid=259&aC=999ba24b&jumpurl=-4
(Link: http://www.stadt-muenster.de/index.php?id=1804&rid=t_82&mid=259&aC=999ba24b&jumpurl=-5)
THEATER IN DER VILLA "KREIDEKREUZ"
Brechts Kreidekreuz mit Carsten Bender (expedition Theater) Peter Eberst und Silvia Jedrusiak am Mittwoch, dem 8. Mai um 19.00 Uhr. Mitarbeiter der Villa ten Hompel stehen bereit, zu den fünf Szenen jeweils sprechende Bezüge zu den Dauerausstellungen des Hauses " >Im Auftrag
THEATER IN DER VILLA "TISCHGESPRÄCHE"
Tischgespräche mit Andreas Breiing am Mittwoch, 24.4. bereits ausgebucht! Die nächste Veranstaltung findet am 25. September statt.
mehr darüber:
http://www.stadt-muenster.de/index.php?id=1804&rid=t_82&mid=259&aC=999ba24b&jumpurl=-6
"ANTIKAPITALISMUS VON RECHTS?"
Wirtschafts- und sozialpolitische Positionen der NPD: Lesung im Geschichtsort Villa ten Hompel Donnerstag, 25. 04.2013, 19 Uhr Seit vielen Jahren marschieren NPD und Neonazi-Kameradschaften anlässlich des 1. Mai auf, den sie als "Tag der nationalen Arbeit” bezeichnen. In diesem Jahr wird die NPD u.a. in Frankfurt am Main unter dem Motto "Raus aus dem Euro" demonstrieren, die neu gegründete Neonazi-Partei ‚Die Rechte’ plant einen Aufmarsch in Dortmund. Die "soziale Frage”, glaubt ein "Vordenker” der extrem rechten NPD, sei das "politische Schlachtfeld”, auf dem sich die "Zukunft der nationalen Opposition und damit des deutschen Volkes" entscheide. In Zeiten der wirtschaftlichen Krise hoffen sie die Verunsicherung der Bevölkerung für sich zu nutzen. Folglich hat die Wirtschafts- und Sozialpolitik in der Agitation der NPD an Bedeutung gewonnen. Unter dem Motto "Sozial geht nur national” verspricht die Partei, Wohlfahrtsleistungen an "völkische” Zugehörigkeit zu binden und so den "Deutschen” im Verteilungskampf um die knapper werdenden Ressourcen des Sozialstaates einen Vorteil zu verschaffen. Die NPD möchte sich nicht nur als "Anwalt der kleinen Leute” profilieren, sondern auch als "Systemalternative” wahrgenommen werden. Sie verspricht die Errichtung einer "Volksgemeinschaft”, in der die ökonomischen Gegensätze aufgehoben sein sollen. Haben die Neonazis also einen "Antikapitalismus von rechts” entwickelt? Der Referent wird dieser Frage anhand der Ergebnisse seiner umfangreichen Untersuchung der Parteizeitung "Deutsche Stimme” nachgehen. Mit Hendrik Puls, Soziologe und Autor des Buches "Antikapitalismus von rechts? Wirtschafts- und sozialpolitische Positionen der NPD" (Edition Assemblage, Münster 2012) In Kooperation mit der Mobilen Beratung im Regierungsbezirk Münster - Gegen Rechtsextremismus, für Demokratie (mobim)
RADTOUR ZU DEN ORTEN DER NS-VERGANGENZEIT
Am 5. Mai findet die Fahrradtour zu den Orten der NS-Vergangenheit in Münster statt. Peter Wolter (ADFC) und Peter Schilling (Stolpersteine) führen Sie zu Orten der Erinnerung.
Treffpunkt: Markcafe´am Domplatz um 10.00 Uhr (Ende ca. 18.00 Uhr) Streckenlänge: ca. 20 km Zum Abschluss der Radtour erwartet Sie eine Führung durch die Villa ten
Hompel. Kostenlose Radtour, Sie findet bei jedem Wetter statt.
EUROP. MUSEUMSTAG AM 12. MAI 2013
Rund um die Villa ten Hompel
Zum Internationalen Museumstag am 12. Mai lädt der Geschichtsort Villa ten Hompel um 14:30 Uhr zu einer Führung mit dem Historiker Timm Richter durch die Dauerstellungen des Hauses sowie zu einem Rundgang durch die unmittelbare Nachbarschaft des Erpho- und Mauritzviertels ein. Neben der Villa ten Hompel als Sitz des Befehlshabers der Ordnungspolizei im Wehrkreis VI befanden sich in diesem ehemals großbürgerlichen Viertel in Randlage ungewöhnliche viele Dienststellen von Partei und Staat in den Jahren 1933 bis 1945. Aber auch Orte der Verfolgung lassen sich ausfindig machen, wie etwa die Leitstelle der Gestapo oder der Getrudenhof, Sammelstelle der münsterländischen Juden vor ihrer Deportation. Die Führung dauert ca. zwei Stunden (Rundgang ca. 3 km), Treffpunkt ist die Villa ten Hompel, die Teilnahme ist kostenlos. Wir freuen uns Ihnen diese außergewöhnliche Führung mit Timm Richter erstmalig anbieten zu können.
THEATER UND KULTUR "VERSCHOLLEN IN RIGA"
Am Dienstag, 14. Mai findet um 18.00 Uhr im Cinema (Warendorferstr.) Uraufführung und Gespräch über den neuen Dokumentarfilm von Jürgen Hobrecht "Verschollen in Riga" 'Die Deportation ins Reichsjudenghetto' statt. Das Grußwort wird Dr. Heuer sprechen.
Wir würden uns freuen, Sie bei der einen oder anderen Veranstaltung begrüßen zu dürfen. Den nächsten Newsletter erhalten Sie Mitte Mai.
INFO
Aktuelle Informationen aus der Villa ten Hompel finden Sie auch auf unserer
Homepage unter http://www.stadt-muenster.de/index.php?id=1804&rid=t_82&mid=259&aC=999ba24b&jumpurl=-7
(Link: http://www.stadt-muenster.de/index.php?RDCT=ccfb30fa02d4e6a6a545)
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Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster
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