[WestG] [DISK] Grundstein zu historischer Globalgeschichte sozialer Bewegungen gelegt

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Sep 13 10:40:45 CEST 2012


Von: "Thea Struchtemeier" <hgr at rub.de> 
Datum: 12.09.2012, 15:41 


DISKUSSION

IM GLOBALEN BLICKPUNKT 
Grundstein zu historischer Globalgeschichte sozialer Bewegungen 
gelegt

Bewegungsforscher trafen sich zu internationaler Tagung im Haus 
der Geschichte des Ruhrgebiets in Bochum

Soziale Bewegungen haben eine lange Vorgeschichte und reichen 
weit in die frühe Zeit der Industrialisierung. Als Arbeiter- 
und Frauenorganisationen, Gewerkschaften oder 
Nichtregierungsorganisationen (NGO) üben sie weltweit großen 
Einfluss auf Politik und Regierungen aus, wie jüngste Beispiele 
in Lateinamerika oder den arabischen Staaten zeigten. Soziale 
Bewegungen regulieren soziale Konflikte wie Ungleichheit, 
Korruption, Verarmung oder Missachtung von Menschen-, Bürger- 
oder Tierrechten.

Die politische Bedeutung sozialer Bewegungen findet zunehmend 
historisches Interesse. Auf der Tagung "The History of Social 
Movements - A Global Perspective" des Instituts für soziale 
Bewegungen an der Ruhr-Universität Bochum trafen sich vom 6.-8. 
September 2012 zahlreiche renommierte Historikerinnen und 
Historiker aus Nordamerika, Westeuropa und Australien im Haus 
der Geschichte des Ruhrgebiets in Bochum. Die internationale 
Konferenz hatte sich zum Ziel gesetzt, die vielen verschiedenen 
Bewegungen im globalen Zusammenhang zu sehen und ihre lokalen 
Einflüsse herauszuarbeiten. Ebenso wurden transnationale 
Verflechtungen von sozialen Bewegungen und ihre Rolle, national 
zu agieren wie attac oder die occupy-Bewegung, thematisiert.

Die Tagung wurde aus Mitteln der deutschen 
Forschungsgemeinschaft, Hans Böckler- und Rosa Luxemburg 
Stiftung gefördert.

NATIONALE UND THEMATISCHE PERSPEKTIVEN
Die dreitägige Bewegungskonferenz setzte sich zwei 
Schwerpunkte: Im ersten Länder-Schwerpunkt wurde der Stand der 
Bewegungsforschung in Australien (Sean Scalmer, Universität 
Melbourne), Nordamerika (Felicia Kornbluh, Universität Vermont)
, Indien (Rochona Majundar, Universität Chicago), Afrika 
(Andreas Eckert, Humboldt-Universität Berlin), Europa (Marcel 
van der Linden, Internationales sozialhistorisches Institut, 
Amsterdam) und Lateinamerika (Susan Eckstein, Universität 
Boston) wiedergegeben.

Der zweite Tagungsteil richtete sich auf inhaltliche Themen 
bzw. Ausrichtungen sozialer Bewegungen wie Frieden (Holger 
Nehring, Universität Sheffield), Ökologie (Frank Uekötter, 
Universität München), Feminismus (Seonjoo Park, Universität 
Inha, Inchon), Anarchismus (Fabian Lemmes, Ruhr-Universität 
Bochum), Religion (Pascal Eitler, Max-Planck-Institut, Berlin), 
1968 (Gerd Rainer Horn, Universität Warwick), Arbeiter (Stefan 
Berger, Ruhr-Universität Bochum) sowie Faschismus (Kevin 
Passmore, Universität Cardiff).

Dieter Rucht (Wissenschaftszentrum Berlin) stellte soziale 
Bewegungen aus soziologischer Sicht dar.

AUSBLICK
Zusammenfassend bezeichnete der Historiker Jürgen Kocka 
(Humboldt-Universiät, Berlin) die Französische Revolution als 
erste transnationale Erfahrung sozialer Bewegung, die über den 
Rhein nach Deutschland und andere Länder strömte. Stefan Berger 
(Direktor ISB, RUB) zog das Resümee, die Einzelforschung zu 
sozialen Bewegungen anzuregen, um sie dann zu einer 
Globalgeschichte sozialer Bewegungen zusammen zu führen.

Die Ergebnisse der Tagung werden in einer neuen Reihe des ISB 
mit Themen zu sozialen Bewegungen veröffentlicht werden.


INFO

Kontakt:
Thea Struchtemeier
Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, Presse
URL:
http://www.isb.ruhr-uni-bochum.de/mam/content/presse/mitteilungen/pm8_sozbeweg.pdf


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