[WestG] [AUS] Bilder im Kopf: LWL-Industriemuseum zeigt Ikonen der Zeitgeschichte, Hattingen, 11.09.2012-03.03.2013
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Sep 11 11:42:05 CEST 2012
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 06.09.2012, 15:55
AUSSTELLUNG
Bilder im Kopf
LWL-Industriemuseum zeigt Ikonen der Zeitgeschichte in Hattingen
Flugzeuge rasen in die New Yorker Twin Towers. Auf Ground Zero
ragen Stahlgerippe in den von Rauchschwaden verhangenen Himmel
von Manhattan. Der 11. September 2001 provoziert Erinnerungen,
erzeugt "Bilder im Kopf". Tatsächlich setzt sich unser
Geschichtsbild aus solchen Bildern der Geschichte zusammen. Sie
prägen das kollektive Bewusstsein. Zum 60. Geburtstag der
Bundesrepublik Deutschland war die Stiftung Haus der Geschichte
der Bundesrepublik Deutschland auf die Suche nach solch
prägenden Bildern gegangen. Mit Unterstützung der
Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) entstand daraus die
Wanderausstellung "Bilder im Kopf. Ikonen der Zeitgeschichte".
Ab Dienstag, 11. September, zeigt der Landschaftsverband
Westfalen-Lippe (LWL) diese Ausstellung in seinem Hattinger
Industriemuseum (bis 3. März 2013).
Die Schau präsentiert Schlaglichter der Deutschen Geschichte,
die aus der Bilderflut des 20. und 21. Jahrhunderts
herausragen. "Der Sprung in die Freiheit" des
DDR-Bereitschaftspolizisten Conrad Schumann (1961) gehört
genauso dazu wie der Kniefall von Willy Brandt in Warschau
(1970). Zu sehen sind insgesamt elf Schlüsselbilder, dazu
Zeitungen, Filmausschnitte und Tondokumente.
Dass diese Ausstellung nach Bonn, Berlin, Leipzig, München und
Hannover nun in Hattingen zu sehen ist, macht
LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale glücklich.
"Hier geht es um die spannende Frage, welche Schlüsselbilder
unsere Vorstellungen von den Ereignissen der letzten sechs
Jahrzehnte formen und damit auch das Geschichtsbild künftiger
Generationen prägen werden", sagte Rüschoff-Thale am Donnerstag
(6.9.) in Hattingen. Als das Angebot zur Übernahme der
Ausstellung kam, zeigte sich auch Landrat Dr. Arnim Brux
begeistert und unterstützte das Vorhaben. Brux empfiehlt: "Die
Chance zum Besuch der Ausstellung sollten die Menschen in der
Region nutzen. Das gilt für alle Generationen. Ein spannendes
Projekt, das viele Diskussionen anregen wird." Die Hattinger
Kulturdezernentin Beate Schiffer ergänzt: "Ich werde allen
Schulformen und Bildungseinrichtungen empfehlen, an diesem
Diskurs teilzunehmen. So frage ich mich etwa, ob die Geschichte
der großen Bilder abgeschlossen ist, oder ob es auch künftig
noch Ikonen geben wird, die es schaffen, aus der medialen
Bilderflut herauszuragen."
Was aber macht ein Bild zur Ikone? "Formal ist der Moment, in
dem der Auslöser gedrückt wird, ebenso entscheidend wie der
gewählte Bildausschnitt oder die Bildkomposition. Wichtig ist
aber vor allem der öffentliche Umgang mit dem fertigen Bild,
seine Verbreitung und der Zusammenhang, in den es gestellt
wird. Wer die Macht über die Bilder hat, hat die Macht über die
Köpfe", erklärt Ulrich Op de Hipt vom Bonner Haus der
Geschichte. Die Ausstellung fragt nach der besonderen Kraft der
Bilder: Woran misst sich die Qualität des Bildes? Weshalb
werden bestimmte Bilder stärker erinnert als andere? So geht es
in der Schau nicht zuletzt um die Analyse und damit die
Dekonstruktion prägender Geschichts-Bilder.
"Ich bin vor allem gespannt, wie junge Menschen auf diese Art
von Aufarbeitung der Geschichte reagieren", so
LWL-Museumsleiter Robert Laube. Für sie seien große Teile der
jüngeren Vergangenheit erzählte und in jedem Fall vermittelte
Geschichte. Beim Verstehen helfen die interaktiven Angebote der
Ausstellung. Ton-, Bild- und Filmdokumente können abgerufen
werden, Rechner laden zur Recherche, im "Pressebüro" können die
Gäste selbst eine Zeitung gestalten - und überraschende
Einsichten zur Interaktion von Text und Bild gewinnen.
Umfangreiches Begleitprogramm
Zu Einsichten dieser Art verhilft auch das vielseitige
Rahmenprogramm mit Vorträgen, Filmen, Exkursion und speziellen
Angeboten für Schulklassen und andere Besuchergruppen. So wird
in der Clint Eastwood-Nacht die Schlacht um Iwo Jima 1945 aus
US-amerikanischer und eben auch japanischer Sicht
nachgezeichnet. In der Film-Dokumentation "War Photographer"
begleitet der Besucher einen Kriegsfotografen. Gruppen können
Führungen buchen oder an den offenen Sonntagsführungen (jeweils
15 Uhr, Museumseintritt plus 2 Euro) teilnehmen. Schulklassen
gehen den Bildern im Programm "Zeitzeichen" auf den Grund.
"Geschichte mit Sahne" lädt vornehmlich die ältere Generation
zu Führung, Kaffee und Kuchen ein. Und für die "Zeitgeschichte
unterwegs" packen Mitarbeiter des LWL-Industriemuseums den
Museumskoffer mit Erinnerungen und besuchen Menschen mit
Mobilitätseinschränkungen in ihrer Einrichtung.
Die Präsentation in der Henrichshütte wird unterstützt von der
Sparkasse Hattingen.
FILME , Beginn 19 Uhr
21.09.2012 "Bilder machen Politik"
12.10.2012 "Medien und Manipulation"
28.12.2012 "Der Blick durch die Linse"
(Beginn 18 Uhr wegen Überlänge)
04.01.2013 "Bild und Kult"
23.02.2013 "Clint Eastwood plays Iwo Jima"
VORTRÄGE, Beginn 19.30 Uhr
23.11.2012 "Wie werden aus Bildern Ikonen?",
mit Dr. Hans-Georg Golz, bpb
21.12.2012 "Das Bild in den Medien",
mit Udo Kreikenbohm, WAZ
15.02.2013 "Die Macht der Bilder",
mit Ausstellungskurator Dr. Jürgen Reiche,
Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
EXKURSION, 10-18 Uhr
06.10.2012 Haus der Geschichte, Bonn
Max. Teilnehmerzahl: 20 Personen, Kosten: 15 Euro,
Anmeldung bis zum 28.09. unter Tel. 02324-9247-140
INFO
Ein umfassender Katalog zur Ausstellung ist im
Museums-Shop erhältlich.
Bilder im Kopf - Ikonen der Zeitgeschichte
11.9.2012 bis 3.3.2013
LWL-Industriemuseum
Heinrichshütte Hattingen
Werksstraße 31-33
45527 Hattingen
Geöffnet:
Di - So 10 - 18 Uhr, Fr 10 - 21.30 Uhr
URL: http://www.lwl-industriemuseum.de
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte