[WestG] [AKT] Gedaechtnis der Universitaet Muenster feiert 100-jaehriges Bestehen

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Sep 6 11:13:22 CEST 2012


Von: "Pressestelle der WWU Münster" <pressestelle at uni-muenster.de>
Datum: 06.09.2012, 09:15


AKTUELL

Gedächtnis der Universität feiert 100-jähriges Bestehen
Universitätsarchiv startete 1912 am Domplatz/ Umfangreiche 
historische Sammlung

Mit einem Festakt hat die Westfälische Wilhelms-Universität 
Münster (WWU) das 100-jährige Bestehen des Universitätsarchivs 
gefeiert. Einer Einrichtung, die nach Überzeugung von Rektorin 
Prof. Dr. Ursula Nelles eine "intensive und wertvolle Arbeit" 
leistet. Nicht zuletzt dank des Engagements der 
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei das Archiv längst mehr als 
nur eine Ablagestelle für Dokumente. "Das Archiv ist das 
institutionelle Gedächtnis der Universität", betonte sie.

Zudem ein "Gedächtsnisort" und ein "Mittel der 
Selbstbeobachtung", wie der Historiker Prof. Dr. Hans-Ulrich 
Thamer in seiner Festrede ergänzte. Die Zeiten, in den man 
Archive als Sammelstellen für verstaubte Akten belächelt habe, 
seien längst vorbei. Die Arbeit der Archivare genieße 
heutzutage eine große gesellschaftliche Akzeptanz. "Aus 
Arsenalen der Juristen wurden Archive der Historiker", 
unterstrich Hans-Ulrich Thamer, der von 1983 bis 2011 Neuere 
und Neueste Geschichte an der Universität Münster lehrte. Seit 
seiner Emeritierung im Jahr 2011 ist Hans-Ulrich Thamer als 
Seniorprofessor an der WWU tätig.

Der Historiker ist davon überzeugt, dass die Bedeutung von 
Museen und Archiven sogar zunehmen werde. Grund sei der 
schnelle gesellschaftliche Wandel, die "Gegenwarts-Schrumpfung",
 wie es der Philosoph Hermann Lübbe formuliert habe. "Der 
Mensch möchte mehr denn je wissen, wo er herkommt", betonte 
Hans-Ulrich Thamer. Er zitierte Hermann Lübbe ein weiteres Mal: 
Jeder Mensch brauche "Herkunfts-Sicherheit". Das gelte 
gleichsam für Institutionen wie beispielsweise Universitäten.

Die Entscheidung der Universität Münster, ein Archiv aufzubauen,
 war im Januar 1912 gefallen - eine seinerzeit äußerst 
ungewöhnliche Initiative. Die Initiative dazu hatte der 
Professor für mittlere und neuere Geschichte der Universität, 
Aloys Meister ergiffen, der im akademischen Jahr 1911/12 zudem 
als Rektor fungierte. Das Archiv befand sich zunächst im 
Kellergeschoss des damaligen Universitätsgebäudes am Domplatz. 
Während des Zweiten Weltkriegs drängte der damalige Direktor 
des Archivs, Prof. Johannes Bauermann, darauf, alle Akten und 
Urkunden in Bergwerke und Klöster auszulagern, um sie vor 
möglichen Zerstörungen zu schützen - eine buchstäblich rettende 
Entscheidung.

Das Archiv unter Leitung von Dr. Susanne Happ zog 1996 auf den 
Leonardo-Campus. Derzeit befinden sich 5000 laufende Regalmeter 
Archivalien in den Regalen und Schränken.


INFO

Link:
URL: http://www.uni-muenster.de/Archiv/ 

Das Universitätsarchiv Münster


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