[WestG] [AUS] Ausstellung Zwangsarbeit verlaengert, Zeche Zollern, bis 14.12.2012

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Sep 3 11:31:28 CEST 2012


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 31.08.2012, 11:51


AUSSTELLUNG

Ausstellung Zwangsarbeit verlängert
Besucher von Präsentation im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern 
beeindruckt

"Eine Ausstellung, die man gesehen haben muss", "ein 
erschütternder Blick in die Vergangenheit", "Schicksale, die 
einem wirklich nahe gehen", "das ganze Ausmaß dieser Geschichte 
war mir nicht bewusst" - so kommentieren Besucher die 
Ausstellung "Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter 
und der Krieg" im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern. Die 
durchweg positive Resonanz ist ein wesentlicher Grund dafür, 
dass der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die Stadt 
Dortmund die Schau jetzt um zwei Wochen bis zum 14. Oktober 
2012 verlängert haben.

Die internationale Wanderausstellung der Stiftung Gedenkstätten 
Buchenwald und Mittelbau-Dora, initiiert und gefördert von der 
Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ), gibt 
einen umfassenden Einblick in die Geschichte eines der 
zentralen NS-Verbrechen. Insgesamt 20 Millionen Männer, Frauen 
und Kinder wurden während des Zweiten Weltkriegs als 
Fremdarbeiter, Kriegsgefangene oder KZ-Häftlinge zur Arbeit in 
Deutschland und den besetzten Gebieten gezwungen. Viele 
biografische Beispiele und der besondere Blick auf die 
Beziehung von Deutschen und Zwangsarbeitern machen das Thema in 
der Ausstellung besonders anschaulich.

Nächste Station der Ausstellung, die unter Schirmherrschaft von 
Bundespräsident Joachim Gauck steht, ist Anfang 2013 Warschau.

Kommende Begleitveranstaltungen in Dortmund:

Do, 6.9. 16-18 Uhr 
Exkursion zur Gedenkhalle Oberhausen unter Leitung von 
Dr. Stefan Mühlhofer 

Die 1962 als erste westdeutsche NS-Gedenkstätte eröffnete 
Oberhausener Gedenkhalle beherbergt seit Dezember 2010 eine 
neue Dauerausstellung, die sich als einem Schwerpunkt der 
Zwangsarbeit im Nationalsozialismus widmet. Im Anschluss an die 
Führung besteht Gelegenheit zu eigenständiger Erkundung und zum 
Gespräch mit dem Leiter Clemens Heinrichs.
Kosten: 12 Euro, Anmeldung bis 2.9., Tel. 0231 6961-211

Fr, 7.9. 10.30 Uhr
Schüler treffen Zeitzeugen. Zwangsarbeiter aus der Ukraine, die 
während des Zweiten Weltkriegs in Dortmund zur Arbeit genötigt 
wurden, stehen als Zeitzeugen für Schulklassen zur Verfügung. 
Ein Dolmetscher übersetzt Fragen und Antworten. Anmeldung 
erforderlich bis 1.9., Tel. 0231 6961-211. Eintritt und 
Teilnahme sind frei!

So, 9.9.10-18 Uhr
Tag des Offenen Denkmals: Holz. Drei Sommer und drei Winter in 
einer Holzbaracke. Das Alltagsleben von Zwangsarbeitern auf der 
Zeche Zollern

Im Mittelpunkt der diesjährigen Führungen steht das ehemalige 
Kriegsgefangenenlager auf der Zeche Zollern II/IV. Es handelte 
sich um zwei in Massenproduktion hergestellte Holzbaracken, die 
seit 1942 am Rand der Schachtanlage v.a. für russische und 
ukrainische Kriegsgefangene errichtet worden waren. Die Führung 
präsentiert neue Forschungen über Belegung, Arbeitsrhythmus und 
Alltagsleben.

Do, 13.9. 19 Uhr
Zwangsarbeit - ein historisches Problem, Vortrag von Ulrich 
Herbert, Universität Freiburg

In dem Vortrag wird zum einen auf die weit in das 20. 
Jahrhundert reichende Geschichte des Sklaverei Bezug genommen, 
zum anderen auf die massenhafte Verwendung von Zwangsarbeitern 
im Ersten Weltkrieg, auf die fortwährende Existenz von 
Zwangsarbeit in den Kolonien und auf den Einsatz von Millionen 
von Zwangsarbeitern beim Aufbau des Sozialismus in der 
Sowjetunion.

Do, 27.9. 19 Uhr
Podiumsdiskussion. Menschenhandel und Zwangsarbeit in der 
heutigen Zeit. Erscheinungsformen, Opfer und Täter, Rechtslage, 
Gegenstrategien, Ort: Gedenkstätte Steinwache

Menschenhandel und schwere Formen der Arbeitsausbeutung sind 
auch heute in Deutschland Realität. Insbesondere Migranten 
werden in verschiedenen Branchen wie zum Beispiel in der Pflege,
 im Haushalt, der Landwirtschaft, auf dem Bau oder in der 
Prostitution unter Einschränkung ihrer Selbstbestimmung 
wirt-schaftlich massiv ausgebeutet und in ihren Rechten 
verletzt. Die Podiumsdiskussion geht diesen modernen Formen von 
Zwangsarbeit nach und diskutiert Gegenstrategien. Es sprechen 
u.a. Heike Rabe, Projektkoordinatorin "Zwangsarbeit heute - 
Betroffene von Menschenhandel stärken" beim Deutschen Institut 
für Menschenrechte Andrea Hitzke, stellvertretende Leiterin der 
Dortmunder Mitternachtsmission e.V.

Sa, 29.9. 16-23 Uhr
Dortmunder Museumsnacht, u.a. mit Führungen durch die 
Ausstellung, Klezmer-Musik und Filmen

Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg

Internationale Wanderausstellung der Stiftung Gedenkstätten 
Buchenwald und Mittelbau-Dora, initiiert und gefördert von der 
Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft (EVZ)
18. März bis 14. Oktober 2012


INFO

Kontakt:
Tel.: 0231 6961-111
E-Mail: zeche-zollern at lwl.org 

Weitere Infos:
URL: http://www.ausstellung-zwangsarbeit.lwl.org 
URL: http://www.ausstellung-zwangsarbeit.org


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