[WestG] [AKT] Vortrag: Voloj-Dessauer, Familiengeschichte der Dessauers im 19./20. Jh., Warendorf, 06.11.2012

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Mi Okt 31 11:21:56 CET 2012



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Von: Ester, Matthias M.  matthias.m.ester at t-online.de 
Datum: 31.10.2012, 10:56 

AKT

2. Warendorfer Zeitzeugengespräch 
zum Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938: 
 
Margarita Voloj-Dessauer 
 
Moderation: Matthias M. Ester 
 
Ein weiter Bogen wird gespannt: von der Mitte des 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, von Westfalen bis nach Czernowitz und Kolumbien. In der Familiengeschichte der Dessauers spiegelt sich das gesamte 20. Jahrhundert. 
 
Die Familie Dessauer stammt aus Warendorf, wo sie seit der Mitte des 19. Jahrhunderts lebte, bevor sie 1910 nach Bielefeld verzog. Ihr Großvater Julius Dessauer sah sich infolge der antisemitischen Politik des Nationalsozialismus gezwungen, mit seiner Familie Deutschland zu verlassen. Sie floh Ende 1937 nach Kolumbien, wo der Sohn Kurt heiratete und die Enkeltochter Margarita 1950 geboren wurde. Die Familie kehrte in den 1950er Jahren nach Deutschland zurück, nach Münster. 
 
Von den sieben Geschwistern des Julius Dessauer, die alle in Warendorf geboren wurden, überlebte neben Julius nur eine Schwester. Allein drei Geschwister wurden 1941/42 deportiert und in den Ghettos und Vernichtungslagern des Ostens ermordet. 
 
Margarita Voloj-Dessauer wuchs in einer Familie auf, in der die meisten Verwandten ihres Vaters und ihrer Mutter, die in Czernowitz geboren wurde, nur noch auf Fotos und in der Erinnerung existieren. Ihre Jugend erlebte sie in Münster, sie engagierte sich in der Jugendgruppe der Jüdischen Gemeinde, die Paul Spiegel aus Warendorf, der 2006 verstorbene Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, leitete. 
 
Frau Voloj-Dessauer wird im Gespräch über ihre Familiengeschichte und über ihre Erfahrungen in Deutschland als Mitglied der "second generation", der Nachgeborenen der in der Shoah Verfolgten und Ermordeten, berichten. Sie engagiert sich u.a. in der Jüdischen Gemeinde Münster, die nach 1989 einen starken Wandel erfuhr, und im christlich-jüdischen Dialog. 
 


INFO

Veranstaltungsdaten: 
Zeitzeugengespräch
Datum: 6. November 2012, 20.00 Uhr
Volkshochschule Warendorf
Freckenhorster Straße 43
48231 Warendorf
Tel.: 02581-9384-0
Fax: 02581-938426
E-Mail: post at vhs-warendorf.de 
URL: www.vhs-warendorf.de 

 Kontakt:
Matthias M. Ester M.A.
Geschichts-Kontor Münster
Hoher Hainweg 29b
48153 Münster
Tel.: 0251-799686
Fax: 0251-9226473
E-Mail: matthias.m.ester at t-online.de



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