[WestG] [AUS] Bier als Durstloescher und Heilmittel, Vreden, 05.05.-09.09.2012

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Mai 7 11:02:05 CEST 2012


Von: "Kreis Borken" <info at presse-service.de>
Datum: 04.05.2012, 11:26


AUSSTELLUNG

Bier als Durstlöscher und Heilmittel
Neue Ausstellung "Hopfen und Malz" im Hamaland-Museum in Vreden 
öffnet am Samstag, 5. Mai / Bis zum 9. September dreht sich 
alles ums Bier

Um "Hopfen und Malz" dreht sich die neue Sonderausstellung, die 
ab Samstag, 5. Mai, im Hamaland-Museum in Vreden zu sehen ist. 
Bis zum 9. September eröffnet sie vielfältige Einblicke in die 
Geschichte des Getränks. "Bier als Durstlöscher und Heilmittel",
lautet der Untertitel. Zur Eröffnung am Samstag um 18.30 Uhr 
sind alle Interessierten eingeladen. Und natürlich gibt es dann 
auch ein kühles Pils.

Nach der Begrüßung durch Museumsleiterin Dr. Annette Menke wird 
ein Fachmann ins Thema einführen. Jürgen Witt aus Düsseldorf 
ist Geschäftsführer des Verbandes Rheinisch-Westfälischer 
Brauereien. Der Männerchor Vreden unter der Leitung von 
Kurt-Ludwig Forg gestaltet den Eröffnungsabend musikalisch.

"In Zeiten, als das Trinkwasser aus dem Gemeinschaftsbrunnen 
geholt wurde, war das vergorene Getränk ein ganz normales 
Lebensmittel", erklärt Dr. Annette Menke, die mit ihrem Team 
die Ausstellung konzipiert hat. "Das Bier, hergestellt aus 
Wasser, Malz, Hefe und allerlei Geschmack und Haltbarkeit 
verleihenden Gewürzen, löschte jedermanns Durst. Und am Morgen 
diente es zur Herstellung von Suppen und Breispeisen."

Die Ausstellung blättert die Geschichte des Bieres auf und 
skizziert den Wandel vom Lebens- zum Genussmittel. Sein Magazin 
geöffnet hat für die Schau im Hamaland-Museum unter anderem die 
Firma Rolinck aus Steinfurt. Zum Themenkreis "Hopfen als 
Heilmittel" hat das Deutsche Hopfenmuseum in Wolnzach einige 
Exponate beigesteuert. Bereits Hildegard von Bingen lobte das 
Bier unter anderem als entzündungshemmend. Seine Inhaltsstoffe 
wirken antimikrobiell, antithrombotisch und gefäßschützend.

Wann genau das Bier erfunden wurde, bleibt im Dunkel der 
Geschichte verborgen. Bereits im Epos von Gilgamesch wird es 
genannt und der Codex Hammurabi kennt sogar Strafen für 
Bierpanscher. Sowohl die Sumerer als auch die Ägypter 
verwendeten den Hopfen beim Brauen ihres Bieres. In beiden 
Fällen war es aber wohl die Wildform der Pflanze. Der erste 
nachweisliche Hopfenanbau erfolgte 736 nach Christus bei 
Geisenfeld in der Hallertau.

Im weit nördlich davon gelegenen Münsterland nutzte man noch 
Jahrhunderte später unter anderem den wild in den Wallhecken 
wachsenden Hopfen, um das "Hofbräu" herzustellen. Zweimal im 
Jahr wurde auf den meisten Höfen eine gehörige Menge Bier 
gebraut. "Das Sommer- oder Erntebier löschte den Durst nach 
staubiger Feldarbeit und das Winterbier verschönte manche 
Feier", erläutert Dr. Annette Menke. Beide Varianten dienten 
zusätzlich zur Zubereitung von Speisen. Das deutsche 
Reinheitsgebot von 1516, ausgehend von Bayern, beschränkte 
schließlich die Zutatenliste auf Wasser, Hopfen und Malz. 
Seinen endgültigen Siegeszug trat das Bier dann im 19. 
Jahrhundert mit den gesellschaftlichen Umwälzungen, der 
Entschlüsselung des Gärprozesses und der Erfindung von 
Kühlanlagen an.


INFO

Das Hamaland-Museum/Kreismuseum Borken plant rund um die 
Ausstellung einige Aktionen. Details werden rechtzeitig bekannt 
gegeben. Das Hamaland-Museum am Butenwall 4 in Vreden ist 
dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt 
kostet für Erwachsene zwei Euro, Schüler und Studenten zahlen 
einen Euro, Familien vier Euro. Weitere Informationen gibt es 
im Internet unter www.hamaland-museum.de sowie telefonisch 
unter 02564/39180. Führungen sind auf Anfrage möglich.


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