[WestG] [AKT] Essaypreis WerkstattGeschichte: "Was ist kritische Geschichtsschreibung heute?"
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Mär 21 10:44:30 CET 2012
Von: "Forum Geschichtskultur" <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 20.03.2012, 08:56
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "geschichtskultur ruhr"
AKTUELL
Essaypreis WerkstattGeschichte
"Was ist kritische Geschichtsschreibung heute?"
Einsendeschluss: 30. Juni 2012
Gutes Schreiben hat es schwer in Zeiten, in denen der Zwang zum
raschen Publizieren Voraussetzung für die Karriere ist. Oft ist
die Form, also ein dem Gegenstand und der Fragestellung
adäquater sprachlicher Ausdruck, kein maßgebliches Kriterium.
Dem wollen wir etwas entgegensetzen! Die Zeitschrift
WerkstattGeschichte hat sich stets als ein Forum verstanden,
das für Experimente offen ist. Sie will ein Ort sein, an dem
über Geschichte ebenso reflektiert wird wie über historisches
Forschen und Schreiben. Gerade die unbegrenzte Verfügbarkeit
von Informationen im Internet macht das Schreiben als deren
gedankliche wie sprachliche Verknüpfung auf dem Weg zum
historischen Wissen wichtiger denn je.
Der Essay als eine Form intellektueller und stilistischer
Zuspitzung, als Möglichkeit von Gedankenexperimenten, wird zwar
nach wie vor geschätzt, findet aber kaum noch Eingang in
wissenschaftliche Zeitschriften. WerkstattGeschichte lädt ein,
mit einem eigenen Essay konventionelle Perspektiven zu
durchbrechen und neue Formen der Darstellung zu erproben. Wir
schreiben einen Essaypreis WerkstattGeschichte aus, der zum
Historiker/innen-Tag 2012 erstmals verliehen wird. Die
diesjährige Frage lautet: "Was ist kritische
Geschichtsschreibung heute?"
Was meint kritische Geschichtsschreibung heute im Vergleich zu
vorangegangenen Jahrhunderten? Zeichnet sich ernst zu nehmende
Geschichtsschreibung nicht ohnehin dadurch aus, dass sie
"kritisch" ist? Welche kognitiven, ästhetischen, politischen
Kategorien, Leitbilder und Selbstansprüche heutiger Autorinnen
und Autoren, Geschichte zu schreiben? Wie wörtlich ist die
Herausforderung des "Schreibens" noch zu nehmen, wenn
Geschichte über Bilder und multimedial repräsentiert und
interpretiert wird? wie haben alte und neue Medien die
Auffassung von kritischer Geschichtsschreibung verändert?
Hinter unserer Preisfrage verbirgt sich nicht zuletzt
selbstkritische Neugier - und vor allem der Wunsch, eine durch
pointierte Beiträge ausgelöste Debatte zu initiieren, in der
das Verborgene dies- und jenseits der Akademie zu Sprache kommt.
Eingeladen sind ausdrücklich alle, die sich mit Geschichte in
darstellerischer und analytischer Absicht beschäftigen. Der
(unveröffentlichte) Essay soll 12-15 Seiten umfassen (nicht
länger als 27.000 Zeichen incl. Leerzeichen), auf deutsch
abgefasst sein und bis zum 30. Juni 2012 an den Klartext-Verlag,
Stichwort Essaypreis, info at werkstatt-geschichte.de , gesandt
werden.
Eine Jury, bestehend aus Franziska Augstein, Axel Doßmann,
Annett Gröschner, Dietlind Hüchtker, Monica Juneja, Silke
Törpsch, Michael Wildt, wird die (anonymisierten) Texte
begutachten und den/die Gewinner/in benennen.
Der/Die Preisträger/in erhält ein Preisgeld von 500 Euro. Der
Essay wird auf dem Historiker/innen-Tag 2012 präsentiert und in
WerkstattGeschichte Heft 3/2012 veröffentlicht. Die Jury behält
sich vor, weitere Essays zur Veröffentlichung vorzuschlagen.
INFO
Einsendungen per E-Mail an den Klartext-Verlag:
info at werkstatt-geschichte.de
Ansprechpartnerin: Silke Törpsch: toerpsch at gmx.de
Einsendeschluss: 30. Juni 2012
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte