[WestG] [AKT] Lehrer lernen fuer "Erziehung nach Auschwitz"

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Jun 6 11:26:13 CEST 2012


Von: "Pressestelle BR Münster" <Pressestelle at bezreg-muenster.nrw.de>
Datum: 06.06.2012, 10:32


AKTUELL

Lehrer lernen für "Erziehung nach Auschwitz"

Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller begrüßte jetzt rund 
30 nordrhein-westfälische Lehrer in Haltern am See. Die 
Pädagogen kommen aus verschiedenen Schulformen der 
Sekundarstufen I und II. Die zweitägige Lehrerfortbildung hat 
das Ziel, sich mit der Thematik des Holocausts auseinander zu 
setzen, Unterrichtsinhalte zu erarbeiten und sich auf ein 
14-tägiges Basisseminar in Israel vorzubereiten. Gleichzeitig 
wurde eine Internet-Plattform für die Teilnehmer an bisherigen 
Seminaren freigeschaltet.

"Das Thema Holocaust ist Teil unserer Geschichte", sagte die 
Regierungsvizepräsidentin. "Es ist Aufgabe der Gesellschaft und 
insbesondere die der Schulen, Wissen über das 
nationalsozialistische Deutschland zu vertiefen und das 
Erinnern zu fördern. Das Projekt "Erziehung nach Ausschwitz" 
wird jungen Menschen Werte vermitteln, die nie an Aktualität 
verlieren."

Im Jahr 1998 ist zum 50. Jahrestag der Gründung des Staates 
Israel das Projekt "Erziehung nach Auschwitz" vom 
Schulministerium des Landes Nordrhein-Westfalen angestoßen 
worden. Die Konzeption und Federführung der Veranstaltungsreihe 
wurde der Bezirksregierung Münster übertragen. Ein wichtiger 
Baustein dieser Weiterbildung ist ein zweiwöchiges Seminar in 
Israel. Zwischenzeitlich organisierte die Bezirksregierung dort 
16 Workshops mit insgesamt mehr als 370 Pädagogen.

Die Teilnehmer erarbeiten in Jerusalem mit 
Partnerorganisationen wie der International School for 
Holocaust Studies, Yad Vashem und GhettoFightersHouse und 
Lohamei Haghetaot gemeinsam neue Projekte und geben Impulse für 
den Unterricht an deutschen Schulen. Daraus entwickeln sich 
Schulpartnerschaften mit Studientagen in Yad Vashem oder 
anderen deutschen Gedenkstätten, Ausstellungen, Zeitzeugen- und 
Forschungsprojekte, internationale Konferenzen, Gedenktage an 
Schulen sowie in den Kommunen und die Teilnahme an Aktionen wie 
"Stolpersteine" und "Keine leichten Pakte".

Wegen des guten Verlaufs der Lehrerfortbildung und der starken 
Nachfrage, vereinbarte die Landesregierung mit den israelischen 
Partnern, Vertiefungsseminare anzubieten. Gleichzeitig wurde 
festgelegt, die Kooperation auszubauen und ein Netzwerk für den 
Austausch und die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien und 
-projekten einzurichten. Eine Gruppe von ehemaligen 
Seminarteilnehmern unter der Leitung von Theo Schwedmann und 
Sabine Konevic aus dem Dezernat für Lehrerfortbildung bei der 
Bezirksregierung Münster, hat den Internetauftritt erarbeitet. 
Das Netzwerk bietet die Möglichkeit, sich aktuell mit Fragen 
zur Holocaustpädagogik auszutauschen. Die Plattform wird helfen,
 schnell und überregional intensiv arbeiten zu können, den 
Unterricht an Schulen weiter zu entwickeln und die Erinnerung 
an die Vergangenheit zu stärken.


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