[WestG] [AKT] Workshop-Premiere holt Nachwuchs-Archaeologen und Experten in die LWL-Stadtarchaeologie nach Paderborn

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Jul 31 10:40:07 CEST 2012


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 31.07.2012, 09:24


AKTUELL

Workshop-Premiere holt Nachwuchs-Archäologen und Experten in 
die LWL-Stadtarchäologie nach Paderborn

Archäologisch geforscht wird in Paderborn viel. Die 
LWL-Stadtarchäologie um ihren Leiter Dr. Sven Spiong hat 
unzählige Kapitel der Stadtgeschichte neu aufgeschlagen oder 
ergänzt. Erstmals öffnet sich das historische Gebäude der 
Stadtarchäologie jetzt auch der theoretischen Wissenschaft: 
Junge Nachwuchswissenschaftler haben für die Premiere am 
Busdorfwall gesorgt und einen halbtägigen Workshop zum Thema 
"Archäologie und Recht" auf die Beine gestellt, am Montag 
(30.07.) waren 25 Nachwuchsarchäologen und Experten zu Gast bei 
den Paderborner LWL-Archäologen.

Die Göttinger Doktoranden Christoph Kühne und Birthe Lehnberg 
wollten mit ihrer Initiative Praxis und Wissenschaft näher 
zusammenrücken: "Uns geht es darum, sowohl einen Einblick in 
das Gesetzgebungsverfahren zu bekommen, als auch die 
rechtlichen Grundlagen unseres zukünftigen Berufs besser 
verstehen zu lernen." Deshalb haben sie insbesondere andere 
junge Nachwuchsforscher und zukünftige Bodendenkmalpfleger aus 
Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen nach Paderborn 
eingeladen. Schließlich konnten sie namhafte Experten als 
Referenten für das komplexe Thema gewinnen. Vertreter des 
Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) sowie des 
NRW-Ministeriums für Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung waren 
eingeladen, um Licht in die komplizierte Rechtsfragen und 
Neuerungen des NRW-Denkmalschutzgesetzes zu bringen und mit den 
jungen Forschern zu diskutieren.

Das Thema ist auch deshalb wichtig, weil ein Urteil des 
Oberverwaltungsgerichts Münster aktuell für eine Novellierung 
des geltenden Denkmalschutzgesetzes sorgt. Die rechtlichen 
Aspekte der Archäologie sind wiederum an den Universitäten noch 
nicht Inhalt des Fächerkanons. Umso wertvoller waren die 
Informationen, die Rechtsanwalt Dario Arconada aus Hannover 
anhand von aktuell einschlägigen Urteilen, Entscheidungsgründen 
der Richter und der juristischen Auswirkungen aus seiner Sicht 
vermittelte. Arconada verglich die aktuellen Gesetze der Länder 
- in Deutschland ist Denkmalschutz Ländersache - und stellte 
einen eigenen Vorschlag mit verschiedenen Lösungsansätzen zur 
Verbesserung in der Runde zur Diskussion.

Dr. Thomas Otten aus dem Düsseldorfer Bauministerium als 
oberste Denkmalschutzbehörde des Landes berichtete schließlich 
aus erster Hand über Konsequenzen und die praktische Umsetzung 
notwendiger Reformen am Gesetzestext. Otten ist an der 
Neufassung des Denkmalschutzgesetzes unmittelbar beteiligt. 
Auch der LWL-Chefarchäologe Prof. Dr. Michael Rind sowie die 
Außenstellenleiter der LWL-Archäologie - Prof. Dr. Michael 
Baales aus Olpe, Dr. Christoph Grünewald aus Münster und Dr. 
Daniel Bérenger aus Bielefeld - berichteten über die bisherige 
Praxis in ihren Zuständigkeitsbereichen und über die 
gegenwärtigen, durch die Gesetzesnovellierung hervorgerufenen 
Schwierigkeiten.

Dass in einer Neufassung auch Chancen für eine Rechts- und 
Planungssicherheit liegen, kommentierte Dr. Stefan Teuber von 
der Stadtarchäologie Einbeck. Die niedersächsischen Kollegen, 
die einem ähnlichen Gesetzestext unterlagen, sahen sich bereits 
im vergangenen Jahr gezwungen, für eine Novellierung ihres 
ebenfalls 30 Jahre alten Gesetzes zu sorgen.


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