[WestG] [AKT] Der LWL verleiht seinen Annette-von-Droste-Huelshoff-Preis 2012 an die Erzaehlerin und Theaterautorin Judith Kuckart

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Jul 10 11:01:15 CEST 2012


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 06.07.2012, 14:23


AKTUELL

Der LWL verleiht seinen Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis 2012 
an die Erzählerin und Theaterautorin Judith Kuckart

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) verleiht seinen 
mit 12.800 Euro dotierten "Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis" 
in diesem Jahr an die in Schwelm (Ennepe-Ruhr-Kreis) geborene 
Judith Kuckart. Unter dem Vorsitz von LWL-Direktor Dr. Wolfgang 
Kirsch hat eine neunköpfige Jury diesen "Westfälischen 
Literaturpreis" der Erzählerin und Theaterautorin zuerkannt. 
Der LWL verleiht seinen Literaturpreis seit 1953 alle zwei 
Jahre im Wechsel mit dem "Konrad-von-Soest-Preis" (Kunst) und 
dem "Hans-Werner-Henze-Preis" (Musik).

Mit ihrem ersten Roman "Wahl der Waffen" wurde Kuckart als 
Schriftstellerin bekannt. Es folgten "Die schöne Frau", "Der 
Bibliothekar", "Lenas Liebe" und die Erzählungen "Die 
Autorenwitwe". 2006 erschien "Kaiserstraße" und 2008 der Roman 
"Die Verdächtige". Daneben schrieb Judith Kuckart Theaterstücke 
und Hörspiele. Für ihre Arbeiten wurde sie mit zahlreichen 
Stipendien und Auszeichnungen geehrt, die vom Villa 
Massimo-Stipendium über den Margarete-Schrader-Preis (Werkjahr 
der Stadt Zürich) bis hin zum Calwer Hermann-Hesse Stipendium 
und dem Literaturpreis Ruhr reichen.

"Der Autorin gelingt es auf beeindruckende Weise, Körper und 
Körperlichkeit in den literarischen Raum zu übertragen und 
lebendig werden zu lassen: Kuckart inszeniert ihre 
literarischen Welten. Durch einen häufig szenischen Schreibstil 
und eine pointierte Sinnlichkeit in ihren Texten evoziert sie 
Bilder im Kopf des Lesers. Sie beschreibt das Große im Kleinen 
und umgekehrt", heißt es in der Begründung der Jury. Dabei sei 
es nicht ihr Anspruch, Antworten zu geben, vielmehr fordere sie 
den Leser heraus, selbst Fragen zu stellen. Inhaltlich verstehe 
sie es, historisch und politisch gewichtige Themen durch fein 
gezeichnete Figurenkonstellationen auf außergewöhnliche und 
beeindruckende Weise für den Leser konkret und erfahrbar werden 
zu lassen. "Judith Kuckarts innovativer und originärer 
Schreibstil hat die zeitgenössische Literatur mit 
ungewöhnlichen und unverzichtbaren Impulsen bereichert", so die 
Jury weiter.

Kuckart wurde 1957 in Schwelm geboren. Sie studierte Literatur- 
und Theaterwissenschaften in Köln und Berlin. Nach einer 
Ausbildung zur Tänzerin u.a. an der Folkwang-Schule in Essen 
gründete sie 1984 in Berlin mit vier weiteren 
Ensemblemitgliedern das Tanztheater "Skoronel", das sie von 
1986 bis 1998 zusammen mit dem Dramaturgen und Regisseur Jörg 
Aufenanger leitete. Seit 1998 arbeitet Kuckart als freie 
Regisseurin und Autorin in Berlin und Zürich.

Die Preisverleihung findet Ende des Jahres im Museum für 
Westfälische Literatur im Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde 
(Kreis Warendorf) statt.


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