[WestG] [AKT] Villa ten Hompel: Foerdergelder fuer Neukonzeption der Dauerausstellung
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Jul 2 11:39:49 CEST 2012
Von: "Stadt Münster" <info at presse-service.de>
Datum: 28.06.2012, 11:05
AKTUELL
Villa ten Hompel: Fördergelder für Neukonzeption der
Dauerausstellung
Geschichtsort wirbt erfolgreich Drittmittel ein / Neue
Ausstellung ab 2015
Großer Erfolg für die Villa ten Hompel in Münster: Der
Geschichtsort erhält im Rahmen der Gedenkstättenförderung in
den nächsten drei Jahren insgesamt gut 1,2 Millionen Euro. Ein
Jahr lang hat das Team um Villa-Chef Christoph Spieker
erfolgreich Anträge zur Drittmittelförderung ausgearbeitet und
erhält nun Gelder vom Bundesbeauftragten der Bundesregierung
für Kultur und Medien, der Landeszentrale für politische
Bildung des Landes NRW, der Sparkasse Münsterland Ost sowie dem
Förderverein des Geschichtsorts für die Neukonzeption der
Dauerausstellung.
"Durch die Fördergelder für die Villa ten Hompel unterstreicht
Münster erneut seine Bedeutung als Stadt der Wissenschaft",
hebt Dr. Andrea Hanke als Beigeordnete für Bildung, Kultur,
Familie, Jugend und Sport der Stadt Münster hervor.
Mit den 1,2 Millionen Euro Drittmitteln, von denen der Bund die
Hälfte beisteuert, wird in der Villa ten Hompel eine komplett
neue Dauerausstellung konzipiert und ausgearbeitet. Die
Eröffnung erfolgt voraussichtlich im März 2015. Schon die erste
Ausstellung zur Geschichte der uniformierten Polizei im
Nationalsozialismus hatte deutschlandweit für positive
Schlagzeilen gesorgt. Zudem wurde die Ausstellung 2005 auf
europäischer Museumsebene ausgezeichnet.
Die Villa ten Hompel gilt als ein bundesweit einzigartiger Ort
der Geschichtsvermittlung. Die ehemalige Fabrikantenvilla ist
ein authentischer Ort der wechselvollen deutschen Geschichte im
20. Jahrhundert. In der Weimarer Republik erbaut, war das
Gebäude im Nationalsozialismus ein Täterort, an dem der
Befehlshaber der Ordnungspolizei mit seinen Offizieren
verbrecherische Befehle des Polizei- und SS-Apparates plante
und organisierte. Kurz nach Kriegsende wurde die Villa ten
Hompel durch den Einzug der britischen Besatzungsmacht ein Ort
der Entnazifizierung. Von 1954 bis 1968 schließlich richtete
die Bezirksregierung Münster dort das Dezernat für
Wiedergutmachung für Verfolgte des NS-Staates ein.
Der Geschichtsort ist seit seiner Gründung 1999 zu einem
wichtigen Ort deutscher und europäischer Erinnerungs- und
Geschichtskultur geworden, an dem nicht nur Wissen über den
Nationalsozialismus und seine dynamische Nachgeschichte in der
Bundesrepublik vermittelt wird, sondern an dem auch Polizisten,
Soldaten, Verwaltungsangestellte und Schüler- und
Studentengruppen in Seminaren durch die aktive
Auseinandersetzung mit Geschichte für demokratisch legitimierte
gegenwartsbezogene Handlungsoptionen sensibilisiert werden.
Für die wissenschaftliche und pädagogische Begleitung der neuen
Dauerausstellung konnte das Team der Villa ten Hompel zudem die
Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Israel als internationalen
Kooperationspartner gewinnen. Zwischen den Institutionen in
Münster und Jerusalem gibt es seit mehreren Jahren eine enge
Zusammenarbeit, die nun weiter intensiviert wird.
INFO
Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster
Tel.: 02 51/4 92-71 01
Fax: 02 51/4 92-79 18
E-Mail: tenhomp(at)stadt-muenster.de
URL: www.muenster.de/stadt/villa-ten-hompel
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