[WestG] [AKT] Von Stiftern und Schaetzen: Vortraege namhafter Wissenschaftler ergaenzen die Ausstellung "Goldene Pracht"

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Jan 24 11:29:20 CET 2012


Von: "Religion und Politik" <religionundpolitik at uni-muenster.de>
Datum: 20.01.2012, 11:09


AKTUELL

Von Stiftern und Schätzen
Vorträge namhafter Wissenschaftler ergänzen die Ausstellung 
"Goldene Pracht"

In die Welt der mittelalterlichen Schatzkunst führt eine 
Vortragsreihe zur Ausstellung „Goldene Pracht“ in Münster. 
Namhafte Wissenschaftler aus Deutschland und der Schweiz 
beleuchten ab Mittwoch, 25. Januar, Themen rund um Gold, Silber 
und Edelsteine. "Die Reihe bietet einen Vorgeschmack auf die 
umfassende Schau, die ab 26. Februar herausragende Werke der 
Goldschmiedekunst in der Domkammer und im LWL-Landesmuseum 
zeigt", sagt der Leiter des Ausstellungsprojektes, Dr. Olaf 
Siart. Die Kuratoren und Forscher vertiefen Leitthemen der 
Ausstellung wie Schatz und Schrein, Prachtentfaltung und 
Reliquienkult, Stiftungswesen und den Mythos Gold.

Die Vorträge sind ab dem 25. Januar mittwochs ab 19 Uhr in 
Münster in Hörsaal F1 und F5, Domplatz 20-22, zu hören. Der 
Eintritt ist frei. Zum Auftakt spricht der Historiker Prof. Dr. 
Gerd Althoff vom Exzellenzcluster "Religion und Politik" der 
Uni Münster am 25. Januar unter dem Titel "Stiftung und 
Memoria" über das mittelalterliche Stiftungswesen. "Als 
Gegenleistung für wertvolle irdische Gaben wie Kunstwerke, 
Kreuze und Kelche erhofften sich die Menschen des Mittelalters, 
dass Gott ihre Fegefeuer-Zeit verkürze", erläutert der 
Mediävist. "Die Sorge um das eigene Seelenheil war ein 
wichtiger Bestandteil mittelalterlicher Frömmigkeit. Sie 
drückte sich im Stiftungswesen aus."

Die Ausstellung "Goldene Pracht" ist ein Kooperationsprojekt 
des Bistums Münster, des LWL-Landesmuseums für Kunst und 
Kulturgeschichte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) 
und des Exzellenzclusters "Religion und Politik" der 
Universität Münster. Sie präsentiert vom 26. Februar bis 28. 
Mai 2012 auf 1.500 Quadratmetern 300 herausragende Werke der 
Goldschmiedekunst des 10. bis 16. Jahrhunderts. Die Kuratoren 
konnten 220 Leihgaben von internationalem Rang zusammentragen. 
Diesen werden zahlreiche Exponate aus dem Domschatz und 
LWL-Landesmuseum gegenübergestellt. Zu den Vorträgen laden die 
Museen und der Exzellenzcluster gemeinsam mit dem Verein für 
Geschichte und Altertumskunde Westfalens ein. Die Reihe ist 
interdisziplinär angelegt und vereint kunsthistorische, 
historische und theologische Perspektiven.

Weitere Vorträge

Der zweite Vortrag der Reihe „Stifterbilder in der 
Goldschmiedekunst“ von LWL-Kuratorin Dr. Petra Marx beleuchtet 
am 1. Februar die Selbstdarstellung von Stiftern auf den von 
ihnen gestifteten Werken. Marx: "Gläubige Geistliche und Laien 
stifteten prachtvolle Kreuze, Kelche und Reliquienschreine, um 
sich der Fürsprache der Heiligen zu vergewissern." Mit den 
Stifterbildern fügten sie sich oft selbst in die Kunstwerke 
ein. "Bedeutsam war dabei das rechte Verhältnis zwischen einer 
demütigen Haltung vor Gott und den Heiligen und der Sicherung 
des eigenen Ansehens."

Mit dem Vortrag "Liturgie. Gebrauch, Funktion und 
Prozessionswesen" setzt Bistums-Kurator Holger Kempkens die 
Reihe am 8. Februar fort. "Von der Messfeier über die 
Heiligenverehrung bis zum Mitführen bei Prozessionen - der 
Großteil der bis heute erhaltenen Goldschmiedearbeiten des 
Mittelalters wurde zur sakralen Nutzung geschaffen und in 
vielfältiger Form in die Liturgie eingebunden", sagt der 
Kurator. Es folgen weitere Beiträge von Historikern, 
Kunsthistorikern, Philologen und Theologen.

Der Kirchenhistoriker Prof. Dr. Arnold Angenendt vom 
Exzellenzcluster beschäftigt sich am 29. Februar unter dem 
Titel „Schatz und Schrein“ mit kostbaren Reliquiaren, die den 
religiösen Schatz der Kirche, die Reliquien, bargen. Unter der 
Überschrift "Mythos Gold" gibt der Mineraloge Prof. Dr. 
Hans-Gert Bachmann, Mitglied des Deutschen Archäologischen 
Instituts, am 7. März einen Einblick in die 6000-jährige 
Kulturgeschichte des Edelmetalls.

Zur Geschichte hoch- und spätmittelalterlicher Schätze spricht 
der Historiker Dr. Lucas Burkhart von der Universität Basel am 
14. März in seinem Vortrag "Reliquiare, Herrschaftszeichen, 
Kostbarkeiten". Über Reliquien als "Gewänder der Heiligen auf 
Erden" äußert sich die Kunsthistorikerin Dr. Gia Toussaint von 
der Universität Hamburg am 21. März im Vortrag 
"Prachtentfaltung und Reliquienkult". Die Philologin Prof. Dr. 
Christel Meier-Staubach vom Exzellenzcluster behandelt am 28. 
März unter dem Titel "Schönheit, Wert, Bedeutung" die 
Materialität und Symbolik von Gold und Edelsteinen im 
Mittelalter. Die Reihe wird während der Ausstellungs-Laufzeit 
fortgesetzt.

 
Programm der Vortragsreihe:

25.01.2012 Prof. Dr. Gerd Althoff (Münster): Memoria und 
Stiftswesen (Fürstenberghaus, Hörsaal F1)

01.02.2012 Dr. Petra Marx (Münster): Stifterbilder in der 
Goldschmiedekunst. Zu Stiftungsanlässen, Stifterwissen und 
Quellenlage (Fürstenberghaus, Hörsaal F5)

08.02.2012 Holger Kempkens M.A. (Münster): Liturgie. Gebrauch, 
Funktion und Prozessionswesen (Fürstenberghaus, Hörsaal F5)

29.02.2012 Prof. Dr. Dr. hc. Arnold Angenendt (Münster): Schatz 
und Schrein. Reliquien öffnen den Himmel (Fürstenberghaus, 
Hörsaal F1)

07.03.2012 Prof. Dr. Hans-Gert Bachmann (Hanau): Mythos Gold. 
Eine 6000-jährige Kulturgeschichte (Fürstenberghaus, Hörsaal F5)

14.03.2012 PD Dr. Lucas Burkhart (Basel): Reliquiare, 
Herrschaftszeichen, Kostbarkeiten. Zur Geschichte hoch- und 
spätmittelalterlicher Schätze (Fürstenberghaus, Hörsaal F5)

21.03.2012 PD Dr. Gia Toussaint (Hamburg): Prachtentfaltung und 
Reliquienkult (Fürstenberghaus, Hörsaal F5)

28.03.2012 Prof. Dr. Christel Meier-Staubach (Münster): 
Schönheit - Wert - Bedeutung. Zu Materialität und Symbolik von 
Gold und Edelsteinen im Mittelalter (Fürstenberghaus, Hörsaal F5)


INFO

Weitere Informationen unter:
URL: www.goldene-pracht.de


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