[WestG] [LIT] Bernhardt, Kirsten: Armenhaeuser. Die Stiftungen des muensterlaendischen Adels (16.-20. Jahrhundert)
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Jan 9 11:02:01 CET 2012
Von: "Peter Höher" <peter.hoeher at lwl.org>
Datum: 03.01.2012, 09:23
LITERATUR
Kirsten Bernhardt: Armenhäuser. Die Stiftungen des
münsterländischen Adels (16.-20. Jahrhundert). (=Beiträge zur
Volkskultur in Nordwestdeutschland 119).) Waxmann Verlag,
Münster 2012, 454 S., 88 Abb., 6 Tab., ISBN 978-3-8309-2576-7,
34,90 €.
Die Armenversorgung in den ländlichen Kirchspielen des
Münsterlandes konnte sich von der zweiten Hälfte des 16.
Jahrhunderts bis ins 20. Jahrhundert zum Teil auf
Armenhausstiftungen stützen, die vom landsässigen Adel
errichtet wurden und ihm während der gesamten Zeit ihrer
Existenz unterstanden. Die Studie, die sich primär als
volkskundlicher Beitrag zur Armutsforschung sowie als Beitrag
zur westfälischen Landesgeschichte versteht, untersucht die
Struktur und Entwicklung zwanzig derartiger Stiftungen von der
Gründung der Armenhäuser bis zu ihrer Auflösung. Neben den
Adeligen, die mit den Stiftungen durchaus auch Eigeninteressen
verfolgten, stehen dabei vor allem die Lebensverhältnisse der
unterstützten Pfründnerinnen und Pfründner im Mittelpunkt:
Welchen Aufnahmebedingungen mussten sie genügen, welche
Pflichten hatten sie zu erfüllen? Und vor allem: wie wohnten
und wirtschafteten sie in den Armenhäusern, wie bestritten sie
ihren Lebensunterhalt? Wie gestaltete sich ihr soziales Umfeld?
Welche Veränderungen ergaben sich im Verlauf des
Untersuchungszeitraums?
Die gesellschaftliche Relevanz der untersuchten
Armenhausstiftungen, die über ihre Funktionen in der
Armenversorgung deutlich hinausging, ist für die frühe Neuzeit
als sehr hoch einzuschätzen. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts
schwand sie jedoch deutlich, und es kam schließlich zur
Auflösung der Armenhäuser. Dies war jedoch nur der Endpunkt
einer langen, wechselvollen Geschichte, die anhand von
überlieferten Urkunden, Hausordnungen, Nachlassinventaren,
Rechnungen und Schriftwechseln sowie Karten, Plänen und Fotos
rekonstruiert werden konnte.
INFO
Kontakt:
Dr. Peter Höher
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