[WestG] [AUS] Preisgekroente Dalheimer Schau ueber Klosterkultur wieder geoeffnet, Lichtenau-Dalheim, ab 03.03.2012

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Feb 24 10:33:31 CET 2012


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 23.02.2012, 16:56


AUSSTELLUNG

Einblick ins Kloster
Preisgekrönte Dalheimer Schau über Klosterkultur ab 3. März 
wieder geöffnet - Eintritt zur Eröffnung frei

Rund 1.700 Jahre Klosterkultur auf 3.000 Quadratmetern 
Ausstellungsfläche: Erstmals nach der Auszeichnung mit dem 
renommierten Design-Preis "red dot" ist die Dauerausstellung 
der Stiftung Kloster Dalheim im LWL-Landesmuseum für 
Klosterkultur ab Samstag, 3. März, wieder in vollem Umfang zu 
sehen. Nach dem Rückbau der Sonderausstellung "Macht des 
Wortes" wird - zusätzlich zu der Präsentation rund um die 
mittelalterliche Klausur des ehemaligen 
Augustiner-Chorherrenstifts Dalheim (Kreis Paderborn) - auch 
die Schau in den Obergeschossen wieder geöffnet.

Unter dem Titel "Eingetreten! 1.700 Jahre Klosterkultur" 
präsentiert das Museum in dem ehemaligen 
Augustiner-Chorherrenstift Dalheim (Kreis Paderborn) insgesamt 
rund 200 Exponate aus zehn Jahrhunderten - und auch einige neue 
Stücke kommen 2012 dazu. Der Eintritt am Eröffnungswochenende 
ist frei.

Authentischer Ort zur Vermittlung
"Als ehemaliges Kloster bietet das Museum ideale 
Voraussetzungen für einen authentischen Ort zur Vermittlung von 
Klosterkultur, und das spiegelt sich auch in der 
Dauerausstellung wider", sagte die Kulturdezernentin des 
Landschaftsverbandes Westfalen-Liuppe (LWL) und 
Vorstandsvorsitzende der Stiftung Kloster Dalheim, Dr. Barbara 
Rüschoff-Thale am Donnerstag (23.2.). So nutze die Schau zum 
einen die historischen Räume, um ein Erleben klösterlicher 
Kultur zu ermöglichen, biete in den Obergeschossen aber auch 
den nötigen Raum, um die historischen und kulturellen 
Hintergründe des Phänomens Kloster zu beleuchten.

Klosterkultur vom Keller bis unter das Dach
Mit der Wiedereröffnung präsentiert das bundesweit einzigartige 
Landesmuseum für Klosterkultur auf allen Ebenen in elf Räumen - 
vom Keller bis unter das Dach - eine umfassende Schau über das, 
was klösterliches Leben gestern und heute, in Dalheim und 
Europa bedeutet. Rund um die mittelalterliche Klosterkirche und 
den Kreuzgang machen moderne Installationen erfahrbar, wie in 
einem mittelalterlichen Kloster gelebt, gebetet und gearbeitet 
wurde. "Die Besucher sollen hier die besondere Atmosphäre des 
Klosters Dalheim spüren", erläutert Museumsleiterin Dr. Julia 
Hallenkamp-Lumpe. In der Schreibstube erfahren Besucher zum 
Beispiel, wie aufwändige Handschriften entstanden, und im 
klösterlichen Speisesaal probieren sie, wie die Ordensleute 
getreu ihrer Regeln bei den Mahlzeiten das rechte Maß bewahren 
sollten - aber auch, welche Ausnahmen von den Regeln sie fanden.

Neue Exponate
2012 neu hinzugekommen sind drei Exponate aus der Sammlung des 
Benediktinerstifts St. Paul im Lavanttal/Kärnten, die zur 
prächtigen Ausstattung der barocken Klöster gehören: ein Kelch 
aus der Werkstatt des Augsburger Goldschmiedemeisters Elias 
Jäger (17. Jahrhundert), eine mit Edelsteinen geschmückte 
Hostienmonstranz (18. Jahrhundert) und ein komplettes 
liturgisches Festgewand vom seidenen Schuh bis zur 
Kopfbedeckung aus dem Augustiner-Chorherrenstift Spital am 
Pyhrn (18. Jahrhundert).

Ganzheitliche Präsentation
Die ganzheitliche Präsentation prägt auch die preisgekrönte 
Gestaltung. Sie präsentiert sich klar und zurückhaltend - ganz 
so wie die durch Stille und Verzicht gekennzeichnete 
klösterliche Lebensweise. "Hinter den Klostermauern wird 
Reduktion zum Prinzip", erläutert Tobias von Wolffersdorff vom 
Büro "Thöner von Wolffersdorff" (Augsburg), verantwortlich für 
die Gestaltung der Dauerausstellung. Bewusst verzichteten die 
Gestalter deshalb auf voluminöse Einbauten. Klang- und 
Filmsequenzen wurden bewusst sparsam eingesetzt, nur wenige 
ausgewählte Materialien verwendet.

Kloster für Kinder
Mit einem neuen Angebot der Dalheimer KlosterSchule begeben 
sich Kinder von sechs bis zehn Jahren in der Dauerausstellung 
rund um die Klausur des ehemaligen Klosters eigenständig auf 
die Spuren der ersten Mönche in Dalheim. Ausgestattet mit einer 
mittelalterlichen Reisetasche erkunden sie in der Rolle eines 
Novizen, eines Klosterneulings, den Alltag in einem 
mittelalterlichen Kloster.

Unterstützt werden die angehenden Mönche vom Novizen Adalbert, 
der ihnen in einem Begleitheft die neue Umgebung erklärt. Vom 
Kreuzgang über die Kirche bis zum klösterlichen Speisesaal, der 
Klosterschreibstube und dem Vorratskeller: Überall gibt es 
etwas zu probieren, zu schnuppern, zu malen oder kleine Rätsel 
zu lösen.

Die Tasche kann gegen ein Pfand an der Museumskasse ausgeliehen 
werden und enthält alles, was die kleinen Zeitreisenden für 
ihre Entdeckertour brauchen. Das Begleitheft dürfen die Kinder 
mit nach Hause nehmen.

Hintergrund
Die historischen und kulturellen Hintergründe des Phänomens 
Kloster liefert die Schau in den neu errichteten 
Ausstellungssälen des Süd- und Ostflügels. Von den spätantiken 
Wüstenvätern und der Entstehung des ersten Ordens über die 
Reformen des Mönchtums, die Auflösung vieler Klöster und ihren 
Neubeginn im 19. Jahrhundert zeigt sie bis in die Gegenwart die 
Entwicklungen einer Kultur, zu der mehr gehört als das 
benediktinische "Ora et labora" (lat.: "Bete und arbeite").

Präsentiert werden über 200 Exponate aus mehr als zehn 
Jahrhunderten, darunter auch typische Objekte aus dem 
klösterlichen Alltag: vom Geschirr aus Grabungen über 
liturgisches Gerät und kostbare Messgewänder bis hin zu Altären 
und Tafelgemälden, Skulpturen, Bauplastik und Büchern. 
Detailgetreu gearbeitete Modelle bedeutender Klosteranlagen wie 
Cluny, Hirsau oder Melk verdeutlichen die Entwicklung der 
Ordensgemeinschaften in Europa.

Weil das Kloster nicht nur Museum ist, sondern selbst auch auf 
eine 800-jährige Geschichte zurückblickt, ist ihm eine eigene 
Ausstellungsabteilung gewidmet. "Durch die vier Räume des 
Westflügels erstreckt sich ein Stahlband, das das Auf und Ab 
der bewegten Dalheimer Vergangenheit symbolisiert", erläutert 
von Wolffersdorff.

Seltene Funde aus der Dalheimer Geschichte geben Einblick in 
das klösterliche Leben und den Alltag der Ordensleute, deren 
Spuren bei der Auflösung des Klosters von der preußischen 
Staatsmacht zu einem großen Teil vernichtet wurden. Recherchen 
förderten dabei spannende Geschichten und erstaunliche 
Erkenntnisse zutage, darunter einen Hexenprozess rund um das 
Dalheimer Kloster und eine Annäherung an das ehemalige 
Erscheinungsbild des bis auf wenige Fragmente zerstörten 
barocken Hochaltars.

Red dot
Der "red dot design award" ist der weltweit größte 
Designwettbewerb. Seit 1954 zeichnet das Design Zentrum 
Nordrhein Westfalen in Essen, damals noch Industrieform e.V., 
herausragendes Design in verschiedenen Disziplinen aus. Der 
"rote Punkt" hat sich seither als international anerkanntes 
Qualitätssiegel etabliert.


INFO

Eröffnungswochenende 3./4. März
Der Eintritt am Eröffnungswochenende ist frei.
 
Programm  
Sonntag, 04. März
11-17 Uhr 
Stündlich kostenlose öffentliche Führungen durch die 
Dauerausstellung.
15-17 Uhr
Kinderaktion: Auf den Spuren der Mönche - Entdeckungsreise 
im mittelalterlichen Kloster (Teilnahme kostenlos)
10-18 Uhr 
Vorführungen in der Klosterschmiede
11-18 Uhr 
Im Klosterwirtshaus: Traditionelle Fastenspeisen aus der 
Klosterküche

Öffnungszeiten
dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr
montags geschlossen, außer an Feiertagen
ganzjährig geöffnet, außer 24., 25. und 31. Dezember

Eintrittspreise
6 Euro für Erwachsene, ermäßigt 3,50 Euro. Gruppen ab 16 
Personen zahlen 4,80 Euro pro Person. Kinder von 6 bis 17 
Jahren 2,20 Euro, Familientageskarte 13 Euro.

Führungen
An Sonn- und Feiertagen - auch montags - finden öffentliche 
Führungen statt: um 13.30 Uhr durch die Klosteranlage und um 15 
Uhr durch die Dauerausstellung. Teilnahmegebühr: 2,50 Euro pro 
Person zzgl. Eintritt.

Gruppenführungen können unter Telefon 05292 9319-225 gebucht 
werden. Die Kosten für 1,5 Stunden liegen bei 37,50 Euro, für 2 
Stunden bei 50,00 Euro (englisch- und französischsprachige 
Führungen zzgl. 15,00 Euro) zzgl. Eintritt.


Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte