[WestG] [AKT] Insignie des Buergermeisters geht nach Muenster

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Feb 22 11:30:02 CET 2012


Von: "Stadt Lippstadt" <info at presse-service.de>
Datum: 21.02.2012, 12:16


AKTUELL

Insignie des Bürgermeisters geht nach Münster

Der Lippstädter Bürgermeisterstab, um 1500, Silber, getrieben, 
gegossen und emailliert, teilvergoldet, Länge 107 cm ist 
derzeit nur noch papierenes Abbild. Das bedeutende 
Ausstellungsstück ist aber keineswegs Makulatur, also wertlos 
gewordenes bedrucktes Papier, und wurde auch nicht aus dem 
Bestand des Stadtmuseums aussortiert. Vielmehr ist das Exponat 
zurzeit Leihgabe an das LWL-Landesmuseum für Kunst- und 
Kulturgeschichte.

Da der Bürgermeisterstab, der sich normalerweise in der 
stadtgeschichtlichen Abteilung im 1. Obergeschoss des Museums 
befindet, von einer international tätigen Kunstspedition sicher 
in einer Klimakiste verpackt in das Landesmuseum transportiert 
wurde, erinnert in Lippstadt zurzeit nur eine maßstabsgerechte 
Fotographie in seiner Vitrine an das kostbare Stück aus dem 
Bestand des Museums.

Das LWL-Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte in Münster 
am Domplatz zeigt den Lippstädter Bürgermeisterstab im Rahmen 
der Ausstellung "Goldene Pracht. Mittelalterliche Schatzkunst 
in Westfalen", die vom 26. Februar bis 28. Mai präsentiert wird.

Museumsdirektor Dr. Hermann Arnold vom LWL-Landesmuseum Münster 
betont in seinem Ausstellungskonzept die Wichtigkeit des 
Exponates aus Lippstadt und erläutert, dass in der 
mittelalterlichen Vorstellung jede Stadt als "Heilige Stadt" 
nach Abbild des Heiligen Jerusalem galt und das 
Selbstverständnis der Bürgerschaft dem einer Sakralgemeinde 
entsprach.

Der Bürgermeisterstab verdeutliche als Investitursymbol und 
Zeichen der Herrschaftsausübung das Selbstverständnis 
städtischer Eliten und veranschauliche die Legitimation 
städtischer Selbstständigkeit gegenüber adeliger und 
kirchlicher Herrschaft. Nicht nur im sakralen Bereich, sondern 
auch am zentralen politischen Ort, dem Rathaus, wurden 
Goldschmiedearbeiten als zeremonielle Legitimations- und 
Würdezeichen eingesetzt, die Rang und Funktion des Rates 
betonten.

Der Bürgermeiststab verbildliche mehrere Aspekte, wie die 
Ratsherrschaft als Macht auf Zeit oder die Rollenverteilung im 
eigentlich gleichberechtigten Ratsherrenkolleg.

Zur Einsetzung des neuen Rates wurde dem worthaltenden 
Bürgermeister zum Zeichen seiner Würde und seiner richterlichen 
Befugnis ein Bürgermeisterstab überreicht.


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