[WestG] [AKT] Vortrag: Ostjuden im Ruhrgebiet, Bochum, 30.08.2012

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Aug 27 11:42:06 CEST 2012


Von: "Forum Geschichtskultur"  <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 27.08.2012, 07:55 
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "geschichtskultur ruhr"


AKTUELL

Ostjuden im Ruhrgebiet
Referent: Dr. Ludger Joseph Heid
Donnerstag, 30. August 2012, 19.00 Uhr

Um die Geschichte und Gegenwart jüdischer Zuwanderer aus dem 
Osten geht es am Donnerstag, 30. August, im LWL-Industriemuseum 
Zeche Hannover in Bochum. Der Landschaftsverband 
Westfalen-Lippe (LWL) lädt um 19 Uhr zu einem Vortrag mit dem 
Historiker, Literaturwissenschaftler und Publizisten Dr. Ludger 
Joseph Heid von der Universität Duisburg-Essen ein. Die 
Veranstaltung mit dem Titel "Ostjuden im Ruhrgebiet - 
Geschichte einer jüdischen Minderheit" läuft begleitend zur 
aktuellen Ausstellung "Nach Westen. Einwanderung aus Osteuropa 
ins Ruhrgebiet".

"Die Geschichte der Ostjuden in Deutschland ist zu großen 
Teilen eine Leidensgeschichte, über die kein Gras wachsen, die 
keine historische Patina ansetzen darf", erklärt der Referent. 
Infolge russischer Pogrome gelangten in den 1880er Jahren 
Hunderttausende Juden nach Deutschland, vor allem in 
Ballungszentren wie das Ruhrgebiet. Im Ersten Weltkrieg 
arbeiteten zigtausende Ostjuden als Rüstungsarbeiter im 
rheinisch-westfälischen Industrierevier, zahlreiche von ihnen 
als Bergleute unter Tage. Im Oktober 1938 wurden Tausende 
Ostjuden in der ersten Massendeportation des Landes verwiesen. 
Drei Jahre später begann das nationalsozialistische Deutschland 
mit der systematischen Vernichtung der europäischen Juden.

Seit Ende der 1980er Jahre ist durch die Zuwanderung aus der 
ehemaligen Sowjetunion in Deutschland ein "neues" Judentum 
entstanden "Die Ostjuden haben ein neues Kapitel 
deutsch-jüdischer Geschichte aufgeschlagen", so der Experte. 
Die Ausstellung "Nach Westen", in der auch jüdische Einwanderer 
aus der ehemaligen Sowjetunion vorgestellt werden, kann vor dem 
Vortrag besichtigt werden. Die Zeche Hannover ist am Donnerstag 
ab 14 Uhr bis zum Beginn des Vortrags geöffnet, der Eintritt 
ist kostenlos.

Weitere Termine:

Donnerstag, 20.09.2012, 19 Uhr
Ein glänzender Ort, um unglücklich zu sein? Zuwanderer aus 
Jugoslawien und den Nachfolgestaaten im Revier.
Vortrag von Dr. Ingo Grabowsky, Ruhr-Universität Bochum


Freitag, 28.09.2012, 20 Uhr
"Go-East!" Kurzfilm-Abend Mit Beiträgen osteuropäischer 
Regisseure aus dem Go-East-Filmfestival und Diskussionsrunde 
mit der Festivalleiterin Gaby Babic (kostenfrei)

Freitag, 05.10.2012, 20 Uhr
Der Balkanizer. Ein Jugo in Deutschland. Lesung mit dem 
Autoren, Journalisten und Musiker Danko Rabrenovic, Köln 
(kostenfrei)

Donnerstag, 25.10.2012, 19 Uhr
Von Ruhrpolen zu Kosmopolen. Zuwanderer aus Polen im 
Revier. Lichtbild-Vortrag von Dietmar Osses, 
LWL-Industriemuseum Bochum (kostenfrei)

Sonntag, 28.10.2012, 15-18 Uhr

Finissage zum Abschluss der Ausstellung "Nach Westen. 
Zuwanderung aus Osteuropa ins Ruhrgebiet" und Saisonabschluss 
mit musikalischer Begleitung (kostenfrei)

Themenführungen jederzeit nach Anmeldung. Dauer: 75 min,, 
Kosten 40 Euro Informationen und Buchung unter: 0234/6100874


INFO

Veranstaltungsort:
LWL-Industriemuseum Zeche Hannover
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Günnigfelder Straße 251
44793 Bochum


Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte