[WestG] [AKT] Haus stammt aus dem 13. Jahrhundert - LWL zeichnet Gebaeude als Denkmal des Monats aus

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Apr 30 10:10:28 CEST 2012


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 27.04.2012, 10:31


AKTUELL

Von wegen unscheinbar
Haus stammt aus dem 13. Jahrhundert - LWL zeichnet Gebäude als 
Denkmal des Monats aus

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat ein Haus aus 
dem 13. Jahrhundert als Denkmal des Monats ausgezeichnet. Bis 
zu seiner Restaurierung verbarg das unscheinbare Gebäude an der 
Kommende 13 in Burgsteinfurt (Kreis Steinfurt) seinen großen 
baugeschichtlichen Wert. Es gab lediglich Vermutungen, dass 
sich noch Reste des Steinwerks aus dem 16. Jahrhundert im 
Gebäude erhalten hätten. Bei den Arbeiten stellte sich jetzt 
heraus, dass das Steinwerk wesentlich älter ist. Untersuchungen 
von Eichendielen ergaben, dass das Steinwerk in der Zeit 
zwischen 1290 und 1295 errichtet wurde. Außerdem stellte sich 
heraus, dass wesentliche Teile des Steinwerks erhalten sind.

"Das Haus hat eine viel größere historische Bedeutung als wir 
bisher angenommen haben. Es ist das Ergebnis einer langen und 
komplexen Entwicklungsgeschichte. Im Laufe der Zeit wurden der 
Grundriss und das Dachwerk des Steinwerks mehrfach verändert 
und durch einen Anbau nach Westen verlängert", so 
LWL-Bauforscher Dr. Fred Kaspar.

Hintergrund
Oberstes Ziel der Denkmalpfleger bei den 
Instandsetzungsarbeiten war es, den historischen Bestand ohne 
große Änderungen der Struktur möglichst weitgehend zu erhalten. 
Notwendige statische Unterstützungen wurden in den Bestand 
eingefügt. Die schwierigsten Aufgab war es, die geschädigten, 
mittelalterlichen Deckenbalken und Eichendielen sowie das 
Dachwerk zu ertüchtigen und die bis ins Mittelalter 
zurückreichenden Putzschichten zu sichern. Der Bedeutung des 
Gebäudes entsprechend entschieden sich der Eigentümer und die 
Denkmalpfleger dazu, die besonders geschädigte historische 
Deckenkonstruktion der Untergeschossdecke zum Teil zu 
rekonstruieren. Die Fußbodenkonstruktion der ehemaligen 
Saalkammer des Hauptgeschosses konnte erhalten werden.

Außen wurde der Zementputz entfernt und durch eine dünne 
Schlämme ersetzt. So sind die unterschiedlichen Bauphasen an 
den 85 Zentimeter starken Außenwänden jetzt erkennbar.

"Ohne die große Unterstützung des Eigentümers, wäre das 
optimale Instandsetzungsergebnis nicht erreichbar gewesen. 
Größere Eingriffe in das Baudenkmal konnten vermieden werden, 
weil der Eigentümer sich dazu entschlossen hat, das Gebäude 
künftig nicht mehr als Zwei-, sondern nur noch als 
Einfamilienhaus zu nutzen", lobte LWL-Denkmalpflegerin Gabriele 
Podschadli.

Die Untersuchungen, die das überraschend hohe Alter großer 
Gebäudeteile ergaben, waren nötig geworden, um ein 
denkmalverträgliches Planungskonzept für die Untergeschossdecke 
abzustimmen. Denn dazu musste das Gebäude zunächst 
baugeschichtlich eingeordnet und bewertet werden.

Bei ihren Untersuchungen stellten die LWL-Denkmalpfleger dann 
fest, dass wesentliche Teile des mittelalterlichen Steinwerkes 
erhalten sind. Zudem gaben die Untersuchungen noch Aufschluss 
über weitere wichtige Bauphasen des frühen 18., des frühen 19. 
und der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die Umfassungswände des 11,2 Meter mal 8,2 Meter großen Baus 
bestehen aus großen, grob behauenen Bruchsteinen. Während das 
Untergeschoss nur 1,80 Meter hoch ist, ist das Hauptgeschoss 
mit 3,60 Metern sehr hoch.


Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte