[WestG] [AKT] Uebergabe des Chefsessels nach 35 Jahren DBM durch Prof. Dr. Rainer Slotta an Dr. Stefan Brueggerhoff
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Apr 20 10:41:46 CEST 2012
Von: "Forum Geschichtskultur" <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 17.04.2012, 09:54
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "geschichtskultur ruhr"
AKTUELL
Übergabe des Chefsessels nach 35 Jahren DBM durch Prof. Dr.
Rainer Slotta an Dr. Stefan Brüggerhoff
1974 an der Universität Saarbrücken für seine Arbeit
"Romanische Architektur im lothringischen Departement
Meurthe-et-Moselle" zum Dr. phil. promoviert, erhielt Prof. Dr.
Slotta ein Thyssen-Stipendium am DBM, in dessen Rahmen er die
Erfassung Technischer Denkmäler in der Bundesrepublik
Deutschland durchführte. Seit 1977 als Wissenschaftlicher
Mitarbeiter und Leiter der Abteilung "Technische Denkmäler"
tätig, erfolgte 1987 die Ernennung zum Direktor des Deutschen
Bergbau-Museums Bochum. 1997 wurde ihm in Anerkennung seiner
Verdienste durch das Land NRW der Titel "Professor" verliehen.
Während seiner Amtszeit engagierte er sich nicht nur im DBM,
das sich zu einem international renommierten Forschungsinstitut
für Montangeschichte entwickelt hat, sondern war auch in einer
Vielzahl von Gremien beratend tätig und hinterlässt so
deutliche Spuren in der Museums- und Forschungslandschaft.
Seine Publikationen über Technische Denkmäler gelten heute als
Grundlagenwerk der Industriearchäologie, zahlreiche weitere
Veröffentlichungen folgten. Der musealen Präsentation von
Forschungsergebnissen dient der 2009 eingeweihte
Erweiterungsbau "Schwarzer Diamant" des DBM, den Slotta durch
sein intensives Engagement ermöglichte. Hier werden die großen
Sonderausstellungen des DBM gezeigt.
Die Pflege des bergmännischen Brauchtums lag Prof. Slotta sehr
am Herzen. So fand 1998 in Zusammenarbeit mit dem Landesverband
der Berg- und Knappenvereine der erste Bochumer Knappentag
statt - mittlerweile eine alljährlich gepflegte Tradition.
Im April ist nun die Zeit des Abschieds für den mehrfach
ausgezeichneten Museumsdirektor gekommen. Seinen
verantwortungsvollen Posten im größten Bergbaumuseum der Welt
übernimmt Dr. Stefan Brüggerhoff.
Nach seinem Studium der Chemie an der Ruhr-Universität Bochum
und seiner Promotion 1985 zum Thema "Spurenanalyse hochreiner
Gläser" nahm er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter
seine Tätigkeit am DBM auf und wurde 1990 Leiter der Abteilung
"Zollern-Institut", heute "Fachbereich Denkmalschutz und
Materialkunde". Seit 2000 war er als stellvertretender Direktor
zuständig für die Forschungsbereiche des Museums. Ab Mai tritt
er nun die Nachfolge von Prof. Dr. Slotta an. Auch Dr.
Brüggerhoff begleitete bereits zahlreiche Forschungsvorhaben
und veröffentlichte eine Vielzahl wissenschaftlicher
Publikationen.
In die Arbeit am Museumsentwicklungsplan ist er schon längst
eingestiegen - und hat weit reichende Pläne. Pünktlich zum
"Stabswechsel" wird die innovative Halle "Bergbau heute -
wozu?" bereits eröffnet (ab 22. April 2012); die nächsten neu
zu gestaltenden Bereiche sind in der Konzeption bereits weit
fortgeschritten. Dem Thema "Rohstoffe" und ihrer Bedeutung für
die technische Entwicklung der Menschheit kommt dabei eine
große Rolle im DBM zu. Ein breiter Fächer moderner
Präsentationsmöglichkeiten wird hier für die zeitgemäße
Gestaltung genutzt.
Auch für das DBM als Forschungsmuseum und Mitglied der
Leibniz-Gemeinschaft gibt es konzeptionelle Perspektiven. Neben
der weiteren Beteiligung an Forschungsprogrammen und
Durchführung weltweiter Projekte stellt die attraktive
Vermittlung von Forschungsergebnissen eine wichtige
Kernkompetenz des DBM dar. So wird das Deutsche Bergbau-Museum
ein interessanter Ort sowohl für Wissenschaftler als auch ein
breites öffentliches Publikum sein und viele Besuchsanlässe
bieten!
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