[WestG] [AKT] Werkstattgespraech: Zum Verhaeltnis von GESCHLECHT und RELIGION in der 'alten' Bundesrepublik (1948-1989), Muenster, 09.12.2011

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Nov 8 11:34:29 CET 2011


Von: "Julia Paulus" <Julia.Paulus at lwl.org>
Datum: 08.11.2011, 11:15
 

AKTUELL
 
Zum Verhältnis von GESCHLECHT und RELIGION in der 'alten' 
Bundesrepublik (1948-1989)
 
Der Arbeitskreis historische Frauen- und Geschlechtergeschichte 
NRW (AKHFG e.V.) in Kooperation mit dem LWL-Institut für 
westfälische Regionalgeschichte lädt ein zu einem
 
WERKSTATTGESPRÄCH
 

Die Frage nach der Bedeutung von Religion für (säkular-)
demokratische Gesellschaften scheint aktueller denn je. 
Exzellenzcluster, DFG-Projekte, zahlreiche Sammelbände und 
Jahrgangzeitschriften widmen sich seit einigen Jahren diesem 
Thema. Interdisziplinär und epochenübergreifend angelegt, wie 
auch den neuesten kulturwissenschaftlichen Theorien 
aufgeschlossen, finden sich Themen, die das Phänomen 'Religion' 
nach jahrzehntelanger Abstinenz neu erkunden. Gerne werden 
hierbei auch Anleihen bei dem - neuerdings so bezeichneten - 
Intersektionalitätsansatz gemacht. Leider jedoch wird häufig 
übersehen, dass neben 'Race' und 'Class' auch 'Gender' zu den 
bedeutendsten Kategorien der historischen Analyse zählt. Nur 
äußerst selten finden sich Beiträge oder Projekte, die sich 
implizit oder gar explizit mit der Frage nach der Bedeutung von 
Gender und Religion in Gesellschaften beschäftigen. Finden sich 
hier noch Beispiele aus der frühen Neuzeit oder dem 19. 
Jahrhundert, so fehlen Arbeiten zum 20. Jahrhundert fast 
gänzlich, insbesondere wenn es um die Geschichte der 
Bundesrepublik geht.
 
Um eine erste Übersicht über - dennoch - laufende Projekte zu 
erhalten, die zu dieser Epoche (1949-1989) arbeiten, um 
mögliche Verknüpfungen und einen (sicherlich) produktiven 
Austausch einzuleiten, möchte ich Sie zu einem WORKSHOP 
einladen.
 
Dazu bitte ich Sie jeweils einen kurzen Text von höchstens 15 
Min. vorzubereiten, der - wenn möglich - u.a. zu folgenden 
Fragen Stellung nehmen sollte:
 
Welche Antworten kann die Kategorie 'Gender' für eine 
andere/neue Sicht auf das "Phänomen" Religion werfen? Was 
verändert sich an Deutungen, wenn wir mit dieser Kategorie zu 
den gesellschaftlichen Entwicklungen bzgl. der Konfessionen und 
Religionen/religiösen Ausdruckformen der letzten 60 Jahre 
forschen? Wie ist das Verhältnis von Geschlecht und Religion - 
nach dem 'feminisiert-religiösen 19. Jahrhundert - in der 2. 
Hälfte des 20. Jahrhunderts einzuordnen? Lassen sich 
Veränderungen in den Geschlechterkonzepten der Religionen 
feststellen? Auf welche Weise nutzen Religionen Bilder oder 
Narrative von Geschlecht(lichkeit)? Gibt es so etwas wie einen 
geschlechterkritischen Impuls, der sich über die Religionen in 
die Gesellschaft verlagert? Inwiefern werden 
Geschlechterdiskurse genutzt, um Einwände gegen 
gesellschaftliche Entwicklungen in der Bundesrepublik zu 
lancieren?
 

INFO
 
Anmeldung bis zum 01.12.2011 bei Dr. Julia Paulus
(j.paulus at lwl.org)
 
Zeit:
Freitag, den 09.12.2011, 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr
 
Ort:
LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte
Karlstrasse 33
48147 Münster
Tel.: 0251-591-5880


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