[WestG] [AKT] Stadtarchiv Bocholt praesentiert das Foto des Monats Juni 2011: Die fruehere Notkirche Ss. Ewaldi am Muehlenweg

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Mai 31 10:47:55 CEST 2011


Von: "Stadt Bocholt" <info at presse-service.de>
Datum: 30.05.2011, 15:14


AKTUELL

Die Anfänge der Gemeinde Ss. Ewaldi
Stadtarchiv Bocholt präsentiert das Foto des Monats Juni 2011

Im Vorfeld der geplanten Kirchenfusion in der katholischen 
Kommunalgemeinde und Seelsorgeeinheit Bocholt-Süd zeigt das 
Stadtarchiv eine Ansicht der früheren Notkirche Ss. Ewaldi am 
Mühlenweg. In diesem 1927 gebauten ehemaligen Kaufhaus an der 
Ecke zur Schützenstraße wurde im Frühjahr 1934 ein Gebetsraum 
eingerichtet.

Die Überlegungen zur Gründung eines eigenen Seelsorgebezirkes 
im Süden der Stadt gehen aber bis in das Jahr 1926 zurück. 
Seinerzeit wurde der Gedanke von der Mutterpfarre St. Josef 
aufgegriffen und eine Sammlung für den Kirchbaufonds gestartet. 
Aus Anlass des 70. Geburtstages des damaligen Pfarrers und 
Dechanten Stephan Jürgens (1857-1935) kamen innerhalb von vier 
Monaten 8.000 Mark zusammen. Leider mussten die Pläne aber 
aufgrund der schlechten Wirtschaftslage immer wieder aufgegeben 
werden, gleichwohl das 440 Ruten umfassende Grundstück an der 
Schwertstraße schon im Besitz der Kirchengemeinde St. Josef war.

Im April 1931 nahm Johannes Eickmann (1893-1946), bis 1929 
Kaplan an St. Josef, den Faden wieder auf und wies auf die 
starke bauliche Geschlossenheit in der südlichen Vorstadt 
Fildeken und auf das rege Eigenleben unter den rund 4.000 
Bewohnern hin. So war schon 1927 eine Zweigstelle der 
Borromäusbücherei St. Josef auf dem Fildeken eröffnet worden. 
Das Vorhaben zur Einrichtung einer Filialkirche war schon 
deswegen zu begrüßen, da die Kinder der 16 Klassen starken 
Volksschule am Mühlenweg durch verkehrsreiche Straßen geführt 
werden mussten, wenn sie die Frühmesse in der ferneren 
St.-Josef-Kirche besuchen wollten. Kirchliche und staatliche 
Behörden sprachen sich schließlich für die Gründung eines 
Seelsorgebezirks für das Fildeken und die Bauerschaft 
Biemenhorst aus. Im März 1934 kaufte die Gemeinde St. Josef das 
der städtischen Sparkasse gehörende frühere Bekleidungshaus 
Heinrich Schröer am Mühlenweg, das man im April zu einer 
Notkirche umbaute.

Der für die Kirche vorgesehene Raum umfasste rund 300 Sitz- und 
500 Stehplätze. Er war insofern noch größer als derjenige der 
damaligen Notkirche Hl. Kreuz in der Pieron'schen Fabrik. Über 
dem Haupteingang, auf dem Dachgiebel sowie auf dem neuen 
Klockentürmchen wurden Kreuze angebracht. Dechant Jürgens 
weihte schließlich am 18. Mai 1934 die Kirchenglocke und drei 
Wochen darauf den Kirchenraum feierlich ein. Die Aufstellung 
des Taufbeckens folgte im Mai 1935. Bis zur Einführung des 
ersten Pfarrrektors Anton Hommel (1896-1967) am 26. August 1934 
versahen die Patres aus dem Kapuzinerkloster den Gottesdienst. 
Die Notkirche blieb noch bis zur Weihe der neuen Pfarrkirche 
Ss. Ewaldi am 12. Juli 1953 in Benutzung und diente ab 1960 der 
Kirchengemeinde als Vereinsheim. Noch heute ziert das Kreuz als 
Symbol des christlichen Glaubens den Dachgiebel des Eckhauses 
am Mühlenweg.

Wer historische Fotos über Bocholt zur Verfügung stellen möchte,
kann sich gerne an das Stadtarchiv Bocholt unter Tel.: 
02871/2411012 oder per Email: wolfgang.tembrink at mail.bocholt.de 
wenden.


INFO

Foto des Monats Juni 2011: Die frühere Notkirche Ss. Ewaldi am
Mühlenweg
http://www.presse-service.de/medienarchiv.cfm?medien_id=103646


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