[WestG] [AUS] "Festgehalten - Handwerksbilder von 1800 bis heute", Hagen, 17.07.-31.10.2011

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Jul 18 10:56:00 CEST 2011


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 15.07.2011, 12:11


AUSSTELLUNG

"Festgehalten - Handwerksbilder von 1800 bis heute" 
Sonderausstellung im LWL-Freilichtmuseum Hagen

Das Hagener Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes 
Westfalen-Lippe (LWL) zeichnet sich besonders aus durch seine 
Werkstätten, in denen zum Teil täglich "live" gearbeitet wird 
und durch die Ausstellungen, die Einblicke in historische 
Arbeitswelten geben. Um diese besonderen Einblicke geht es 
jetzt in der Sonderausstellung "Festgehalten - Handwerksbilder 
von 1800 bis heute" vom 17. Juli bis zum 31. Oktober 2011. 
Erstmals zeigt das Hagener LWL-Freilichtmuseum viele 
Handwerksdarstellungen, die überraschende An- und Einsichten in 
Handwerk und Technik ermöglichen.

Auf den ersten Blick zeigen die Bilder den Arbeitsalltag sowie 
die verwendeten Maschinen in den handwerklichen Betrieben. Oft 
ist aber ein zweiter Blick nötig, um zu entschlüsseln, was auf 
den Bildern wirklich "festgehalten" werden sollte und welche 
Einblicke sie tatsächlich in die Geschichte von Handwerk und 
Technik geben.

"Die Ausstellung veranschaulicht, wie sich nicht nur die 
Handwerksberufe, sondern auch deren Darstellungen innerhalb der 
letzten 200 Jahre verändert haben. Aufschlussreich ist, wie 
unterschiedlich Handwerker dargestellt wurden", erklärt die 
Ausstellungmacherin Dr. Anke Hufschmidt. "Nicht nur die 
Entwicklung der technischen Möglichkeiten trug dazu bei. Es 
waren vor allem die verschiedenen Funktionen der Bilder: Je 
nachdem, ob sie zum Beispiel anregen sollten, neue 
handwerkliche oder maschinelle Techniken zu übernehmen, ob sie 
Kinder und Jugendliche mit der handwerklichen Berufswelt 
vertraut machen wollten oder als Gegenbild zu einer als kalt 
und bedrohlich empfundenen Arbeitswelt in den Fabriken 
entstanden. Sie unterscheiden sich in Aufbau, Genauigkeit und 
Gestaltung. Bei aller Anschaulichkeit geben sie deshalb nicht 
einfach nur vergangene Arbeitsrealitäten wieder", so Dr. Anke 
Hufschmidt weiter.

Die Bandbreite der ausgestellten Bilder reicht von Gemälden, 
Zeichnungen über Schulwandtafeln und Grafiken bis hin zu 
Kinderbüchern und Bilderbögen. Besonders stark sind Fotos 
vertreten, die seit Ende des 19. Jahrhunderts populär wurden. 
Zum Beispiel nutzten Wissenschaftler gerne die Fotografie, um 
Handwerkstechniken zu dokumentieren. Aber auch Handwerker, die 
stolz ihr Arbeitsumfeld und ihren Betrieb für die Nachwelt 
durch einen Fotografen festhalten ließen.

Warum entstanden diese Handwerksbilder? Für wen waren sie 
bestimmt? Welche Auskünfte geben sie über den Arbeits- und 
Lebensalltag in Handwerksbetrieben? Das sind die Fragen, die 
die Ausstellungsmacher bewegten. Die Themen der Bildauswahl 
sind Darstellungen von Werkstätten und von Stationen eines 
Handwerkerlebens. Gezeigt werden auch Fremd- und Selbstbilder 
der Handwerker sowie Darstellungen, die zu dokumentarischen 
Zwecken entstanden sind. Zu sehen sind außerdem spezielle 
Exponate, die mit Hilfe eines Presseaufrufs in das Museum 
gelangten: seltene Handwerksbilder aus Privatbesitz.

Um den Besuchern den Vergleich zu erleichtern, bilden die 
Darstellungen von drei Berufen die Schwerpunkte in der 
Ausstellung: Zum einen die Schmiede, die seit der Antike von 
Geheimnissen umgeben sind und bis heute - auch in den 
Werkstätten des LWL-Freilichtmuseums - mit ihrem Handwerk 
faszinieren. Dann die Schuhmacher, deren Handwerk verbreitet 
war, und als besonders arm galt. Und schließlich die Schneider 
als einem der ersten Handwerksberufe, in denen Frauen seit 
Beginn des 20. Jahrhunderts eine Handwerksausbildung machen 
durften. Doch darüber hinaus zeigt die Ausstellung Bilder 
vieler weiterer Handwerke.

In der Ausstellung gibt es eine Mal- und einer Leseecke für 
Kinder. Ein Rahmenprogramm bietet neben den kostenlosen 
Sonntagsführungen um 14 Uhr (17.7.; 21.8., 4.9., 18.9. [mit 
Gebärdendolmetscher], 23.10.) auch ein Ferienprogramm vom 26. 
bis 29.7. sowie einen Aktionstag am 14. August. an.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit ca. 160 Seiten, 
zum Preis von 14,80 €.


INFO

LWL-Freilichtmuseum Hagen
Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik
Mäckingerbach
58091 Hagen
Tel.: 02331 7807-0
Fax: 02331 7807-120
E-Mail: freilichtmuseum-hagen at lwl.org 
URL: http://www.lwl-freilichtmuseum-hagen.de 


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