[WestG] [AKT] Luedenscheider Gespraech, Luedenscheid, 12.01.2011
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Jan 10 11:05:27 CET 2011
Von: "Institut für Geschichte und Biographie Lüdenscheid" <igb at
FernUni-Hagen.de>
Datum: 05.01.2011, 11:22
AKTUELL
Erstes Lüdenscheider Gespräch in diesem Jahr 2011:
"Mein Großvater, der Antisemit - die Geschichte des Predigers
und Kirchenfunktionärs Friedrich Heitmüller (1888-1965)"
Referentin: Ulrike Heitmüller
Zeit: Mittwoch, 12. Januar, 18 Uhr
Ort: Haus der Geschichte der FernUniversität
Institut für Geschichte und Biographie
Liebigstr. 11
58511 Lüdenscheid
Die Berliner Journalistin Ulrike Heitmüller spricht über ihren
Großvater Friedrich Heitmüller. Friedrich Heitmüller war bis
1934 eine herausragende Gestalt der Deutschen
Gemeinschaftsbewegung (Landeskirchliche Gemeinschaften /
Gnadauer Verband) und Leiter einer Gemeinde innerhalb der
Landeskirche.
In den 1930er Jahren trat er mit dieser Gemeinde aus der Kirche
aus und gründete die "Freie evangelische Gemeinde Hamburg";
wohl 3000 Menschen folgten ihm, außerdem ein Diakonisches Werk
mit Krankenhaus und Diakonissenhäusern. Jahrzehnte lang war
Heitmüller Gemeindeleiter und Direktor des Werkes; bald nach
dem Krieg wurde er Präsident des Internationalen Bundes Freier
evangelischer Gemeinden.
Heitmüller war erst Gegner, dann Anhänger und schließlich
Verfolgter der Nationalsozialisten - und immer ein Antisemit,
selbst nach dem Krieg. Trotzdem erinnert man sich seiner als
eines streitbaren Evangelisten und Nazi-Gegners. So schrieb die
London Times in ihrem Nachruf, er sei einer der
bemerkenswertesten Männer Deutschlands gewesen. In seiner
Gemeinde gedenkt man seiner als eines "kantigen Gottesmannes",
Studenten evangelikaler Hochschulen spielen in ihren
Abschlussarbeiten seinen Antisemitismus herunter.
In seiner Familie gilt er bis heute als tief gläubiger Mann,
der nach einer kurzen Phase des Irrtums zum Gegner des
Nationalsozialismus wurde. Dies jedoch ist nicht die ganze
Wahrheit - und die Auseinandersetzung mit der Geschichte
bedeutete nicht nur eine persönliche Herausforderung, sondern
sie hat auch alte Konflikte wieder aufgeweckt.
Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung findet in den Räumen
des Studienzentrums im Erdgeschoss des Hauses statt. Bitte
beachten Sie die veränderte Anfangszeit!
INFO
Institut für Geschichte und Biographie
"Deutsches Gedächtnis"
FernUniversität Hagen
Liebigstraße 11
D-58511 Lüdenscheid
Tel.: 02351-24580
Fax: 02351-39973
E-Mail: igb at fernuni-hagen.de
URL: www.fernuni-hagen.de/geschichteundbiographie
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