[WestG] [AKT] Psychiatrie und Gesellschaft: Geschichtsstudenten der WWU zu Besuch in der LWL-Klinik in Warstein
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Feb 7 11:16:49 CET 2011
Von: "Anja Mikolajek" <anja.mikolajek at googlemail.com>
Datum: 04.02.2011, 23:56
AKTUELL
Psychiatrie und Gesellschaft
Geschichtsstudenten der WWU zu Besuch in der LWL-Klinik in
Warstein
"Aus der Uni in die Klinik" hieß es kurz vor den Semesterferien
für eine Gruppe von Geschichtsstudentinnen und -studenten der
Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Sie besuchten im
Rahmen des Masterseminars "Psychiatrie und Gesellschaft im 20.
Jahrhundert" von Prof. Dr. Franz-Werner Kersting, Historiker am
LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und am
Historischen Seminar der WWU Münster, die LWL-Klinik für
Psychiatrie in Warstein.
"Viele Menschen tun sich auch heute noch schwer, sich mit der
Psychiatrie zu beschäftigen", weiß Dr. Josef Leßmann, der
ärztliche Direktor der LWL-Kliniken Warstein und Lippstadt, und
freute sich umso mehr über das rege Interesse der Studierenden
aus Münster an diesem Thema. Die moderne Psychiatrie habe sich
längst ihre Gleichwertigkeit neben den anderen medizinischen
Fachdisziplinen erarbeitet.
Nach einem informativen Überblick über die Arbeit der
LWL-Klinik Warstein ließ es sich Dr. Leßmann trotz seines
vollen Terminkalenders nicht nehmen, den Studierenden aus
erster Hand die zahlreichen Fragen zur aktuellen Situation der
Psychiatrie zu beantworten, die im Laufe des Semesters
aufgekommen waren. Im Anschluss verschafften sich die
Exkursionsteilnehmer bei einem Rundgang über das Klinikgelände
einen Eindruck von dem Aufbau der Klinik und dem umfassenden
Behandlungs- und Therapieangebot vor Ort. Begleitet wurden sie
dabei von Wolf Mathes, der lange Jahre als Psychologe in der
Warsteiner Klinik tätig war.
Abgerundet wurde der Besuch mit einer Besichtigung des
Psychiatriemuseums unter der kenntnisreichen Führung von
Cordula Schräder. Das Ergebnis der jahrelangen ehrenamtlichen
Arbeit von Andreas Mueller-Andriessen, bis 1995
Verwaltungsleiter, und seinem Team ist eine umfangreiche und
zahlreiche, zum Teil äußerst seltene Exponate aus der
Geschichte der Psychiatrie umfassende Ausstellung.
Diese hat in dem alten Küchengebäude der vormaligen
"Provinzial-Heilanstalt" Platz gefunden. Zu dem Museum gehört
schließlich auch eine Gedenkkapelle für jene Warsteiner
Patientinnen und Patienten, die im 'Dritten Reich' Opfer der
NS-"Euthanasie"-Aktion wurden. Es sei an der Zeit den
"Staffelstab der Erinnerung", besonders im Hinblick auf die
Zeit von 1933 bis 1945, an die Generation weiterzugeben, die
keinen direkten, persönlichen Bezug mehr zu den Geschehnissen
habe. Das Psychiatriemuseum leiste in dieser Hinsicht einen
wertvollen Beitrag, würdigte Prof. Kersting abschließend die
Arbeit des Museumsteams.
Am Schluss resümierte einer der Studierenden, die Exkursion sei
keine "didaktische Spielerei" gewesen, sondern habe den
Seminarteilnehmern die Möglichkeit eröffnet, Inhalte der
Veranstaltung, die immerhin 100 Jahre Psychiatriegeschichte
umfassten, noch einmal Revue passieren zu lassen und durch
aktuelle Eindrücke zu bereichern. Die LWL-Klinik Warstein sei
hierfür der ideale Ort gewesen, da sich hier das Traditionelle
mit dem Modernen auf besonders eindrückliche Art verbinde.
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