[WestG] [LIT] Gödden, Walter / Rottschäfer, Nils: Peter Hille. Saemtliche Briefe

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Sep 10 10:51:21 CEST 2010


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 08.09.2010, 12:27


LITERATUR

Pionierarbeit der Peter Hille-Forschung:
LWL gibt kommentierte Edition der Hille-Briefe und eine 
Hille-Chronik heraus

Der Dichter Peter Hille (1854-1904) stand jahrelang im Abseits 
der literarischen Wahrnehmung. In fünfjähriger Forschungsarbeit 
hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) den aus dem 
ostwestfälischen Erwitzen stammenden "Erzbohemien" wieder 
entdeckt. Nach einer Werkausgabe (2007) und einer umfassenden 
Sammlung von Zeugnissen zur Wirkungsgeschichte des Autors (2007)
 sowie dem Tagungsband "Prophet und Prinzessin. Peter Hille und 
Else Lasker-Schüler" (2007) legt die Literaturkommission des 
LWL zwei weitere umfangreiche Bände zur Hille-Forschung vor: 
Eine kommentierte Edition der Briefe Hilles sowie eine über 
800-seitige Peter-Hille-Chronik.

Beide Veröffentlichungen sind Pionierleistungen. Hilles Briefe 
galten als unkommentierbar. Umfangreiche Erläuterungen sind 
jedoch unerlässlich, um Hilles anspielungsreiche und teilweise 
kryptische Diktion zu verstehen. Hilles Briefe ermöglichen eine 
literarhistorische Einordnung des Autors und verdeutlichen 
dessen literaturtheoretische Position. Den Herausgebern Walter 
Gödden und Nils Rottschäfer gelang es darüber hinaus, 
zahlreiche neue Brieffunde zu ermitteln. Zu Hilles 
Briefpartnern zählten so bedeutende Autoren wie Gerhart 
Hauptmann oder Richard Dehmel.

Die von Nils Rottschäfer vorgelegte Hille-Chronik entstand in 
mehrjähriger Detailarbeit. Das zusammengetragene Daten- und 
Faktengerüst schließt Lücken in der Biographie des Autors und 
macht Hilles Bedeutung im literarischen Leben seiner Zeit 
deutlich. Hille, der in Erwitzen bei Nieheim (Kreis Höxter) 
geboren wurde, lebte größtenteils in Berlin. Er war der Mentor 
der Weltautorin Else Lasker-Schüler. Unter anderem trat er als 
Gründer literarischer Kabaretts hervor. Sein Schaffen umfasst 
alle literarischen Gattungen. Er veröffentlichte in den 
bedeutendsten Periodika der Zeit und gilt als einer der 
bedeutendsten deutschen Aphoristiker.

"Die Chronik bildet ein Standardwerk, das die Grundlage für 
jede weitere Beschäftigung mit dem Autor abgibt", so Prof. Dr. 
Walter Gödden . Das reich bebilderte Kompendium erschließt 
Leben und Werk eines Autors, der zu den wichtigen Stimmen der 
Literatur der Jahrhundertwende zählt. Weitere 
Forschungsmöglichkeiten eröffnen auch die umfangreichen 
Materialien und Dokumente der Hille-Forschungsstelle, die 
nunmehr in den Bestand des LWL-Literarturarchivs im 
LWL-Archivamt für Westfalen übergehen.


INFO

Walter Gödden und Nils Rottschäfer (Hg.):
Peter Hille. Sämtliche Briefe.
Kommentierte Ausgabe. Bielefeld: Aisthesis 2010.
565 Seiten. 49,80 Euro. ISBN 978-3-89528-781-7.

Nils Rottschäfer:
Peter Hille (1854-1904).
Eine Chronik zu Leben und Werk.
Bielefeld: Aisthesis 2010. 821 Seiten. 78 Euro. 
ISBN 978-3-89528-791-6.


Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte