[WestG] [AUS] Grensgevallen - Grenzfaelle, Borken, bis 10.10.2010
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Sep 8 11:29:20 CEST 2010
Von: "Norbert Fasse" <"norbert.fasse." at borken.de>
Datum: 06.09.2010, 12:22
AUSSTELLUNG
Grensgevallen - Grenzfälle
In einer Ausstellung mit dem Titel "Grensgevallen - Grenzfälle"
widmet sich das Aaltener Museum dem Schicksal von deutschen
Flüchtlingen. Die Sonderausstellung ist bis zum 10. Oktober
2010 im Stadtmuseum Borken zu sehen.
Schon unmittelbar nach ihrem Machtantritt im Januar 1933
begannen die Nationalsozialisten, ihre politischen Gegner im
Deutschen Reich zu verfolgen. Zugleich betrieben sie die
schrittweise Diskriminierung und Entrechtung der jüdischen
Bürgerinnen und Bürger. Sozialdemokraten und Kommunisten,
Schriftsteller und Pazifisten und immer mehr jüdische Familien,
insbesondere aus dem westlichen Münsterland, suchten zwischen
1933 und 1940 Zuflucht in den Niederlanden.
Aus niederländischer Sicht waren sie "Grenzfälle" im
buchstäblichen wie übertragenen Sinn. In welchem Umfang sollte
man welchen deutschen Flüchtlingen Asyl gewähren?
Einerseits fühlte man sich seinen demokratischen und
humanitären Traditionen verpflichtet, andererseits hielt die
schwere Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre das Land
besonders lange im Griff. Und schließlich wollte man seinen
außenpolitischen Neutralitätskurs wahren und das immer
aggressiver werdende Hitler-Deutschland nicht ohne Not
herausfordern. Unter diesen Bedingungen wurde die
niederländische Flüchtlingspolitik - wie die der meisten
europäischen Länder - trotz mancher innenpolitischer Kritik
immer restriktiver. Dies wirkte sich auch in der Grenzregion
Achterhoek aus, die viele deutsche Flüchtlinge als Zufluchtsort
bzw. Transitstation ansteuerten.
Das Museum Markt 12 in der Gemeinde Aalten/NL hat in der
zweisprachigen Ausstellung "Grensgevallen - Grenzfälle" an
Fallbeispielen sichtbar gemacht, dass das Flucht- und
Aufnahmegeschehen mit vielen Geschichten einzelner Menschen
verknüpft ist, die ihre Handlungsspielräume unterschiedlich
nutzten - sei es als Asylsuchender, als Mitglied
niederländischer Hilfsgruppen oder als Vertreter staatlicher
Autorität.
In vier Zeitschnitten mit den Stichworten Anfang
(Reichstagsbrand 1933), Atempause (Olympische Spiele 1936),
Verschärfung (Annexion Österreichs im März 1938) und Endphase
(Novemberpogrome 1938) präsentiert die Ausstellung in
Filmausschnitten zunächst stichwortartig die allgemeinen
Zusammenhänge.
Zwölf persönliche Geschichten - von je vier Flüchtlingen,
Flüchtlingshelfern und Entscheidungsträgern – machen das
Handeln einzelner Menschen zwischen Angst und Mut, Anpassung
und Rückgrat, Obrigkeitstreue und Mitmenschlichkeit erfahrbar.
INFO
Sonderveranstaltungen zu dieser Ausstellung:
INFORMATIONSABEND FÜR LEHRER
Do., 09.09.10, 18.00 - ca. 20.00 h
"Leiden als Warnung?"
Pädagogische Programme zu NS-Herrschaft und
deutscher Besatzung
Museum Markt 12, Aalten/NL
Stichting Vrienden van Kolle Kaal, Winterswijk/NL
LWL-Medienzentrum für Westfalen, Münster
Geschichtsort Villa ten Hompel, Münster
Henk Krosenbrink
VORTRAG
Mi., 15.09.10, 19.30 h
Dr. Volker Jakob (LWL-Medienzentrum für Westfalen, Münster)
Unter deutscher Besatzung.
Aalten, eine niederländische Grenzstadt 1940-1945
In Kooperation mit der Volkshochschule Borken und dem
Heimatverein Borken e. V.
Eintritt: 4,00 €
VORTRAG
Mi., 06.10.10, 19.30 h
Drs. Anne Avenarius (Münster):
Erinnerung im Wandel. Der niederländische Umgang mit
Besatzungsherrschaft und Krieg seit 1945.
In Kooperation mit der Volkshochschule Borken und
dem Heimatverein Borken e. V.
Eintritt: 4,00 €
Öffnungszeiten Stadtmuseum Borken:
Dienstag - Samstag 15.00 - 18.00 Uhr
Sonntag 10.30 - 17.30 Uhr
Montags geschlossen
Telefon während der Öffnungszeiten: 02861 / 939-242
Stadtmuseum Borken
Marktpassage 6
46325 Borken
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